Kind und Sehen

Frühgeborenen-­Retinopathie

Frühgeborenen-Retinopathie
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Frühgeborenen-Retinopathie: Wenn Babys zu früh das Licht der Welt erblicken

Säuglinge, die vor der 32. Schwangerschaftswoche auf die Welt kommen, gelten als besonders unreif. In der Folge können sie an einer Frühgeborenen-Retinopathie erkranken. Dabei handelt es sich um Netzhautschädigungen. Als Ursachen dieser Augenerkrankung werden ein geringes Geburtsgewicht und die Notwendigkeit einer Sauerstoffversorgung vermutet. Auch weitere Erkrankungen, die die allgemeine Gesundheit der Frühgeborenen beeinträchtigen, zählen zu den Risikofaktoren.

Wie entsteht eine Retinopathie bei Frühchen?

Ab der 16. Schwangerschaftswoche beginnen die Netzhautgefäße in die Netzhaut des Auges einzuwachsen. Dieser Prozess dauert normalerweise bis zum Ende der Schwangerschaft in der 40. Woche. Kommt das Kind früher zur Welt, wird dieser Prozess durch eine Unterversorgung der Netzhaut mit Sauerstoff in der ersten Phase verlangsamt. Die Gefäße wachsen kaum noch oder gar nicht mehr. Dieser Wachstumsstopp geht dann fließend in ein überdurchschnittliches Wachstum über. Die Folge sind Wucherungen der Gefäße im Netzhautgewebe.

Symptome und Folgen der Frühgeborenen-Retinopathie

Früh erkannt, hat die Retinopathie eine sehr gute Prognose. Die Symptome zeigen sich durch Schielen, Kurzsichtigkeit und Einblutungen in den Glaskörper des Auges vom Baby. Das können Eltern aber nicht selbst einschätzen. Ein Augenarzt stellt die Netzhautschädigung im Rahmen einer Augenspiegelung fest. Für Frühgeborene wurde eine eigene Screening-Untersuchung entwickelt. Wird die Erkrankung zu spät entdeckt, kann es zur Narbenbildung oder zur Kurzsichtigkeit kommen. Wenn sich in schweren Fällen die Netzhaut ablöst, können die Babys erblinden.

Therapie: Wann und wie wird eine Frühgeborenen-Retinopathie behandelt?

Nicht in jedem Fall muss die Frühgeborenen-Retinopathie behandelt werden. Der Augenarzt entscheidet anhand der Schwere des bisherigen Verlaufs, ob eine Therapie erforderlich ist oder das Frühgeborene lediglich regelmäßig untersucht werden muss.

Erreicht die Erkrankung ein therapiebedürftiges Stadium, wird oftmals eine Kälte- oder Lasertherapie durchgeführt. Auf diese Weise soll die Zerstörung der Netzhaut gestoppt werden. In schweren Fällen der RPM kann eine Operation helfen. Netzhautchirurgische Eingriffe werden bei Frühgeborenen jedoch nur noch sehr selten durchgeführt. Wenn bereits eine Netzhautablösung begonnen hat, kann das Augenlicht oftmals nicht mehr erhalten werden. Die gute Nachricht ist, dass schwere Verläufe nur sehr selten auftreten.

Insgesamt gesehen führt die Frühgeborenen-Retinopathie heute sehr viel seltener zu schweren Sehproblemen als vor 20 Jahren, weil die medizinische Versorgung der Frühgeborenen heute sehr viel besser ist als früher. .