Kind und Sehen

Sehen in der digitalen Welt

Kinder und Jugendliche in der Digitalen Welt
Kinder/Jugendliche mit Smartphones | Foto: © dolgachov / iStockphoto.com

Computer, Tablet, Smartphone, dazu digitale Technik, die die Realität erweitert oder eine andere schafft. Kinder und Jugendliche wachsen in digitalen Seh-Welten auf und tauchen darin ab. Wie kommen die jungen Augen der sogenannten Digital Natives damit klar?

Digitaler Sehstress oder digitaler Augenstress heißt ein neues Sehproblem aller Altersklassen, das durch den intensiven Blick auf digitale Geräte entsteht. Es macht auch vor Kindern und Jugendlichen nicht halt. Ihre Augen sind so beansprucht, dass sie jucken, tränen, flimmern und ermüden. Hinzu kommt, dass die Augen auf langanhaltendes Sehen in der Nähe getrimmt werden. Das lässt den Augapfel wachsen – eine Ursache für Kurzsichtigkeit. Augenheilkundler und Wissenschaftler sprechen von der „Generation Kurzsichtig“, die schon heute auf dem Vormarsch ist. Bis zum Jahr 2050 könnte es die halbe Weltbevölkerung treffen.

Online-Zeit von Kindern
Computerspiele und Videospiele bei Kindern und Jugendlichen
Lernen im Internet und Hausaufgaben am Computer
Smartphone und Tablets bei Kindern und Jugendlichen
Smartphone-Zeit von Kindern und Jugendlichen

TV, Computer, Tablet, Smartphone und die Folgen fürs Sehen bei Kindern und Jugendlichen

So sieht im Durchschnitt der Tag von Kindern und Jugendlichen der Generation Z, den Digital Natives der Jetztzeit, aus: Zwei Stunden fernsehen, zwei Stunden gamen, in der Schule mit PC und Tablet arbeiten, für die Hausaufgaben im Internet surfen – und zwischendurch alle Augen auf dem Smartphone. Da bleibt wenig Zeit, den Blick draußen bei Tageslicht für längere Zeit in die Ferne zu schweifen zu lassen.

Viel mehr starren die jungen Augen im Kurzsichtigkeit fördernden Nahsichtmodus auf Bildschirm und Display – und das meistens ohne mit der Wimper zu zucken. Wer sich nämlich auf einen Punkt konzentriert, blinzelt nur ein- bis zweimal pro Minute statt mindestens zehnmal so oft. Die Folge sind trockene Augen. Sie schmerzen nicht nur unangenehm, weil es reibt, drückt, brennt oder juckt. Der fehlende Tränenfilm auf der Augenoberfläche ist auch eine Einladung an Krankheitserreger. Das kann zu Infektionen bis hin zu Schäden an Bindehaut und Hornhaut führen.

Tipps gegen digitalen Sehstress bei Kindern und Jugendlichen

  • 30 bis 40 Zentimeter Leseabstand zu PC, Tablet und Smartphone – also nicht direkt vor die Nase halten
  • Bildschirmpausen, am besten für zwei Stunden täglich raus ins Freie
  • Saubere Bildschirme und Displays
  • Nicht im Dunkeln auf helle Bildschirme und Displays schauen
  • Eltern als Vorbilder und Regulierer – zum Beispiel Fernseh- und Computerzeiten einschränken, Smartphone-Tabu bei den Mahlzeiten
  • Bei Augen- und Sehproblemen auf jeden Fall zum Augenarzt oder Augenoptiker 
  • Fehlsichtigkeiten mit Brille oder Kontaktlinsen korrigieren

3D-Effekte und Virtual Reality (VR)

3D und Virtual Reality beanspruchen das Sehen von Kindern und Jugendlichen auf neue Weise. Natürlich ist, dass beide Augen aus verschiedenen Winkeln unterschiedliche Bilder eines Objekts aufnehmen. Das Gehirn baut die Seheindrücke so zusammen, dass das Objekt in Raum und Entfernung wahrgenommen wird. Kinderaugen und Kindergehirn müssen jedoch erst räumliches Sehen lernen. Dafür brauchen sie zehn bis zwölf Jahre.

3D-Effekte

Für 3D-Filme und 3D-Bilder nehmen zwei Kameras die Szene aus unterschiedlichen Blickrichtungen auf. Mithilfe spezieller 3D-Brillen wird jedem Auge jeweils eines dieser Bilder gezeigt, das Gehirn macht aus beiden ein dreidimensionales Bild. Bei diesem künstlichen 3D-Sehen werden die Augen ausgetrickst: Sie stellen auf Leinwand, Fernseher oder Display scharf, fixieren aber die Objekte, die vermeintlich davor oder dahinter liegen.

3D-Effekte: Diese Sehprobleme können bei Kindern und Jugendlichen auftreten

  • Störende Einflüsse auf die Entwicklung des räumlichen Sehens bei unter Zehn- bis Zwölfjährigen
  • Kopfschmerzen
  • Doppelbilder, unscharfe Bilder
  • Müde und schmerzende Augen
  • Kinder und Jugendliche, die schielen, können die räumlichen Bilder meist nicht wahrnehmen

Virtual Reality (VR)

Für jeden fünften Gamer ab 14 Jahren steht ganz klar fest: Virtual-Reality-Brille auf und abtauchen in eine andere Welt. Genauso viele spielen schon mal mit dem Gedanken, sich eine VR-Brille zu kaufen. 

Dafür gibt es zwei Lösungen: Das Smartphone wird in ein spezielles Brillengestell gesteckt, Apps oder YouTube liefern das Geschehen. High-End-VR-Brillen haben einen Bildschirm, das Dargestellte kommt von einem Computer oder einer Spielekonsole. Eine Sammellinse vor dem Bildschirm täuscht Augen und Gehirn, indem es den Raum weiter entfernt erscheinen lässt, als er ist. In jedem Fall deckt die Brille das gesamte Sichtfeld ab, sodass die echte Wirklichkeit draußen bleibt.

VR-Brillen sind besonders beliebt für Simulationsspiele wie Flugsimulationen, für Fantasy- und Actionspiele, für Renn- und Sportspiele.

Virtual Reality (VR): Diese Sehprobleme können bei Kindern und Jugendlichen auftreten

  • Störende Einflüsse auf die Entwicklung des räumlichen Sehens bei unter Zehn- bis Zwölfjährigen
  • Gefahr von Kurzsichtigkeit durch reale Nähe des Displays
  • Schwierigkeiten bei jungen Menschen, die Augenstellung an die Nähe anzupassen
  • Pupillenabstand von Träger und Brille passen oft nicht zueinander
  • Kopfschmerzen
  • Doppelbilder, unscharfe Bilder

3D-Effekte und VR-Brillen: Darauf sollten Eltern bei Kindern und Jugendlichen achten

3D-Effekte und VR-Brillen eignen sich nicht für Kinder unter zwölf Jahren. Bis zu diesem Alter bildet sich das räumliche Sehen heraus. Künstliches 3D-Sehen kann die Entwicklung nachhaltig stören.

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