Sehschwäche

Schielen – Arten und Anzeichen

Was ist Schielen?

Wer schielt, kann die Blickrichtung beider Augen nicht parallel zueinander ausrichten. Man unterscheidet drei Formen des Schielens.

Arten des Schielens

Latentes Schielen (Heterophorie)

Bei einer „Heterophorie“ liegt eine Störung des Augenmuskelgleichgewichts vor. Zwar gleicht das Gehirn diese Art des Schielens weitgehend aus, dennoch können bei Übermüdung und Stress Doppelbilder auftreten. Daneben sind auch Kopf- und Augenschmerzen nicht selten die Folge. 

In der Praxis wird latentes Schielen oft gleichbedeutend mit dem Begriff „Winkelfehlsichtigkeit“ verwendet. Dies ist nicht ganz richtig, da es sich bei der Winkelfehlsichtigkeit nur um eine spezielle Ausprägung der Heterophorie handelt, die nur mit einer Methode messbar ist (MKH, Mess- und Korrektionsmethodik nach Hans-Joachim Haase), und für die ausschließlich die Behandlung mit Prismenbrillen empfohlen wird. In der Fachwelt sind sowohl Messmethotik als auch Behandlung sehr umstritten, da wissenschaftliche Belege zur Wirksamkeit fehlen. Befürworter stützen sich auf Erfolgsbeispiele aus der Praxis, bei denen Kinder und Erwachsene mit Prismenbrillen korrigiert und ihre Beschwerden wie Konzentrationsschwierigkeiten, Schreibstörungen, grob- und feinmotorische Störungen sowie Kopf- und Augenschmerzen gelindert bzw. ausgeräumt wurden.

Begleitschielen (Heterotropie)

Die Augen bewegen sich zwar gleichmäßig in alle Blickrichtungen, sind aber trotzdem nicht auf ein und dasselbe Objekt gerichtet. Das schielende Auge begleitet das nicht schielende Auge. Der Schielwinkel ist bei allen Blickbewegungen etwa gleich groß. Diese Erkrankung muss unbedingt im Kleinkindalter therapiert werden, um die Ausbildung einer Schwachsichtigkeit auf dem abweichenden Auge zu vermeiden.

Lähmungsschielen (Parese)

Das Lähmungsschielen kann aufgrund einer neurologischen Erkrankung, als Folge eines Unfalls oder infolge einer Erkrankung eines oder mehrerer Augenmuskeln auftreten. Der Schielwinkel ist von der Blickrichtung abhängig.

Wichtig: Je eher das Schielen festgestellt wird, desto erfolgreicher lässt es sich behandeln. Dies geschieht meist mit einer speziell angepassten Brille, Prismengläsern, Okklusion (Abkleben eines Auges) oder einer operativen Korrektur.

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