Brillen

Brillen und Brillenarten

Brillen und Brillenarten
Bild: © PeopleImages, Swiss Eye International, DKart, SerrNovik / iStockphoto.com

Allgemeine Informationen zum Thema Brillen

Brillen sind optische Hilfsmittel, die eine Fehlsichtigkeit der Augen korrigieren. Dazu gehören etwa Kurzsichtigkeit, Weitsichtigkeit, Hornhautverkrümmung oder auch Alterssichtigkeit. Letztere, auch Presbyopie genannt, ist eine normale Entwicklung, die ab dem vierten Lebensjahrzehnt einsetzt. Studien zufolge tragen rund zwei Drittel der deutschen Bevölkerung ab 16 Jahren eine Korrektionsbrille. Sie ermöglicht den Betroffenen scharfes Sehen und damit eine deutliche Steigerung der Lebensqualität. Heute lässt sich nahezu jede Fehlsichtigkeit mit einer geeigneten Korrektionsbrille oder mit Kontaktlinsen ausgleichen. Für Menschen über 45 besonders komfortabel und deshalb beliebt sind Gleitsichtbrillen. Für die Arbeit am Computer eignen sich Bildschirmarbeitsplatzbrillen. Für Kinder gibt es spezielle Kinderbrillen, die auf ihre Anforderungen abgestimmt sind.

Darüber hinaus schützen Brillen vor störenden beziehungsweise gefährlichen äußeren Einflüssen wie Blendung, UV-Licht, Staub und Fremdkörpern. Outdoor-Sportler brauchen deshalb in der Regel eine Sportbrille. Für manche Berufsgruppen, zum Beispiel Schweißer oder Chemielaboranten, ist eine Arbeitsschutzbrille Teil der Berufskleidung.

Brillengläser

Brillengläser gibt es viele. Je nach Alter und Anforderung kommen für die Träger unterschiedliche Varianten infrage. Junge Leute mit einer Kurz- oder Weitsichtigkeit brauchen nur Einstärkengläser. Sie können mit diesen Gläsern sowohl in der Ferne als auch in der Nähe scharf sehen.

Ab einem Alter von etwa 45 Jahren benötigt man Mehrstärkengläser, um mit einer Brille in allen Distanzen deutlich zu sehen. Für diesen Zweck gibt es beispielsweise Brillen mit Bifokalgläsern, die eine deutlich sichtbare Trennlinie zwischen den beiden Sehbereichen haben. Wesentlich komfortabler sind Gleitsichtbrillen, die eine stufenlose Sicht in alle Entfernungen ermöglichen. Eine Gleitsichtbrille kann millimetergenau auf die Defizite, das Sehverhalten, aber auch auf die Kopfbewegung ihres Trägers angepasst werden. Für bestimmte Sehaufgaben können auch ältere Menschen Einstärkengläser verwenden. Ein Beispiel ist die klassische Lesebrille. Sie ist für langes Schmökern perfekt. Einstärkengläser können aber auch in die Sonnenbrille oder in die einfache Reservebrille für das Autofahren eingearbeitet werden.

Bei der Arbeit am Computer stoßen klassische Ein- und Mehrstärkenbrillen mitunter an ihre Grenzen. Die Augen benötigen hier breite Sehbereiche für den Schreibtisch- und Bildschirmabstand. Eine speziell angepasste Bildschirmarbeitsplatzbrille ist dann oft die ideale Sehlösung.

Brillenpass

Der Brillenpass oder auch die Brillenverordnung, ausgestellt vom Augenoptiker, Optometristen oder Augenarzt, enthält die Stärke der erforderlichen Brillengläser. Aufgeführt wird darin die Brechkraft der benötigten Gläser. Das sind die Stärke der Kurzsichtigkeit beziehungsweise der Weitsichtigkeit, die Stärke der Hornhautverkrümmung sowie deren Position (Achslage). Die Werte werden mittels Hightech-Geräten für jeden Kunden ermittelt. Um die Brille individuell anfertigen zu können, werden zusätzlich noch der Augenabstand und andere Daten benötigt. Diese kann der Augenoptiker erst ermitteln, nachdem die Brillenfassung ausgewählt wurde.

Brillenfassung - Die Brille als Modeaccessoire

Den meisten Menschen ist neben dem guten Sehen auch das gute Aussehen wichtig. Hierfür ist die Brillenfassung, auch Brillengestell genannt, ausschlaggebend. Ob Metallrahmen, Kunststofffassung oder superleichtes Titangestell – die Auswahl ist riesig. In unserer Zeit sind für jeden passende Fassungen im Angebot: Eine Brille zu tragen war noch nie so angenehm und komfortabel wie heute. Eine gut gewählte sichtbare Brille kann die Ausstrahlung verstärken, zum Beispiel in Richtung Seriosität, Zuverlässigkeit und Kompetenz. Persönlichkeiten, die es lieben aufzufallen, können über eine markante Fassung, die mit Konventionen und Stilregeln bricht, ihr Image pflegen. Manchmal tragen auch Menschen ohne jede Sehschwäche eine Brille, dann allerdings nur mit Fensterglas ohne Sehstärke. Sie wollen damit einen modischen Akzent setzen oder ihre Persönlichkeit unterstreichen.

Die Brille als Modeaccessior

Je nach Typ, Stil und Gesicht können für die ideale Brillenfassung unterschiedliche Kriterien gelten. Hier ein paar Faustregeln:

  • Der obere Fassungsrand der Brille sollte parallel zu den Brauen verlaufen oder in harmonischer Linie zu ihnen, sie aber keinesfalls schneiden.
  • Eine Brille hat die richtige Größe, wenn sie nicht breiter ist als die breiteste Stelle des Gesichts – meistens der Bereich der Wangenknochen.
  • Wenn die Pupillen durch die Mitte der Brillengläser schauen, gibt das für den Betrachter ein harmonisches Bild.
  • Runde Fassungen betonen die Weichheit des Gesichtes, kantige Linien lassen es markanter erscheinen.

Tragekomfort

Für den Tragekomfort der Brille sind das Gewicht und die richtige Passform ausschlaggebend. Schon bei der Auswahl der Fassung sollte darauf geachtet werden, dass sie leicht ist, nur auf Ohren und Nase aufliegt und Abstand zu den Wimpern hat. Nach der Auswahl der Fassung vermisst der Augenoptiker die genaue Position der Augen relativ zu Form und Größe der Gläser und fertigt die Brille an. Danach kommt der letzte Arbeitsschritt: Der Augenoptiker oder Optometrist sorgt mit dem Feintuning – der fachgerechten Anpassung von Pads und Bügeln an den Kopf – für optimale und dauerhafte Bequemlichkeit.

Brillenbügel

Brillenbügel sollten so an die Gesichtsform angepasst werden, dass auf den Schläfen zu keinem Zeitpunkt ein spürbarer Druck entsteht. Gut angepasste Bügel sorgen hinter dem Ohr für leichten Zug und halten die Brille im richtigen Abstand vor den Augen. Sitzt die Brille hingegen zu eng, wandern die Bügel am Hinterkopf nach oben, und die Brillenfassung rutscht auf der Nase nach vorn. Bei einer Brillenfassung aus Kunststoff können sich die Brillenbügel unter Umständen durch witterungsbedingte Temperaturschwankungen leicht verformen. Sollte die Brille unbequem werden, kann der Augenoptiker sie mit wenigen Handgriffen und etwas Wärme wieder in Form bringen.

Nasenpads

Beim Tragen einer Brille wird besonders die Nase durch das Gewicht belastet. Ist die Brille zu schwer oder die Passform mangelhaft, kann es zu unangenehmen Druckstellen kommen. Nasenpads, auch Nasenauflagen genannt, verhindern das. Nasenpads sollten abgerundet und so flexibel an der Fassung befestigt sein, dass sie sich der Nasenform anpassen. Bei Brillen mit einer Fassung aus Metall sind Nasenpads in vielen Größen und Materialien verfügbar und lassen sich bequem austauschen und anpassen. Für besonders Empfindliche gibt es auch Nasenpads aus weichem Kunststoff. Brillenfassungen aus Kunststoff haben in der Regel keine Extranasenpads. Sind die Nasenpads fest integriert, sollten sie mit der gesamten Fläche aufliegen.

Brillenaufbewahrung – aber richtig

Wer seine Brille wertschätzt und lange tragen möchte, sollte sie auch in Ruhezeiten pfleglich behandeln. Brillenetuis schützen sie vor Schmutz und Kratzern auf dem Brillenglas, verhindern ein Verbiegen der Bügel. Zur neuen Brille sollte man sich deshalb immer gleich ein passendes Etui zulegen. Meistens bekommt man es als Service gleich mitgeliefert. Für den schnellen Griff zur Brille werden auch Brillenhalter angeboten, die es in allen möglichen Designs gibt. Sie präsentieren die Brillen wie Schmuckstücke. Der Nachteil: Staub und Schmutzpartikel können sich auf den Gläsern absetzen.

Klare Sache: Reinigung von Brillengläsern

Brillengläser sollten nie am T-Shirt oder Papiertaschentüchern abgerieben werden. Schmutz- oder Materialpartikel können die Gläser zerkratzen und Beschichtungen zerstören. Am besten ist: Staubpartikel unter fließendem Wasser abspülen, Brille mit pH-neutralem, nicht rückfettendem Spülmittel oder besser mit Brillenreiniger säubern und wieder spülen. Abschließend mit einem fusselfreien Brillenputztuch oder einem sauberen Geschirrhandtuch abtrocknen. Für die Brillenreinigung unterwegs bieten viele Hersteller feuchte Brillenputztücher an. Aber auch hier sollte Schmutz oder Sand vorher mit Wasser abgespült werden. Stark verschmutzte Brillen können Augenoptiker fachmännisch im Ultraschallbad reinigen.

So reinigt man die Brillengläser richtig
Quelle: Zeiss

Häufig gestellte Fragen zum Thema Brillen:

 

Was ist beim Kauf einer Brille zu beachten?

Vor dem Brillenkauf empfiehlt sich eine ausführliche Beratung beim Augenoptiker. Er fragt nach dem Verwendungszweck, vermisst die Augen, hilft bei der Wahl der Gläser sowie der Brillenfassung und garantiert, dass die Sehhilfe auch perfekt sitzt. Grundsätzlich sind leichte, dünne Brillengläser angenehmer zu tragen. Oftmals lohnen sich zusätzliche Optionen wie Beschichtungen gegen Schmutz, Wasser und Kratzer, Entspiegelungen oder Polarisationsfilter. Im Sommer sind UV-Schutz und bei Sonnenbrillen ein Blendschutz unverzichtbar.

Warum beschlagen Brillengläser?

An kalten Tagen nehmen Brillengläser im Freien schnell die Außentemperatur an. Betritt man nun mit der kalten Brille einen beheizten Raum, in dem sich feucht-warme Luft befindet, kühlt die Luft in direkter Umgebung der Gläser ab. Diese kann aber weniger Wasserdampf aufnehmen als warme Luft und muss sozusagen Dampf ablassen. Das überschüssige Wasser kondensiert zu unzähligen feinen Tröpfchen. Das Ergebnis: Die Brillengläser beschlagen.

Ist eine Brillenversicherung sinnvoll?

Viele private Krankenkassen, aber auch viele Augenoptiker bieten eine Brillenversicherung an. Interessenten sollten sich ausführlich informieren, da sich die zahlreichen Angebote deutlich voneinander unterscheiden. Die Versicherung tritt bei Glasbruch oder Beschädigungen der Brille ein. Meist hat man ein Anrecht auf neue Gläser, wenn sich die Sehstärke um mehr als 0,5 Dioptrien verändert hat. Oft erhält der Versicherte alle zwei bis drei Jahre einen Zuschuss zum Kauf einer neuen Brille, wenn kein Schadensfall eingetreten ist. Manche Versicherer leisten aber erst nach einer Wartezeit. Sinnvoll ist eine Brillenversicherung zum Beispiel für Kurzsichtige, deren Sehstärke sich sehr schnell verändert.

Wo kann man Korrektionsbrillen kaufen?

Die Augen und das Sehen sind bei jedem Menschen verschieden und einzigartig. Der Ausgleich von damit verbundenen Defiziten ist ein äußerst komplexer Vorgang, zu dem neben diversen Hightech-Geräten auch viel Fachwissen und Erfahrung notwendig sind. Nur ausgebildete Augenoptiker oder Optometristen haben das nötige Know-how, die Sehleistung zu vermessen, die Gläser darauf abzustimmen sowie die Brillen fachgemäß anzupassen. Besonders Mehrstärkenbrillen sind hochkomplexe Produkte, bei denen schon geringe Abweichungen entspanntes Sehen unmöglich machen.

Sind Onlinehändler eine Alternative?

Wer beim Onlinehändler bestellt, hat ein größeres Risiko, dass auf dem Weg zum besseren Sehen etwas schiefgeht. Die erforderlichen Angaben in einem Brillenpass sind nicht ausreichend für die Herstellung einer individuell angepassten Brille und/oder veraltet. Weitere wichtige Daten wie etwa die Einschleifhöhe fehlen im Brillenpass. Manche Onlinehändler schätzen die fehlenden Werte nach einfachen Faustregeln und schleifen die Gläser nach ihrer Schätzung ein. Besonders bei Gleitsichtgläsern kann das dazu führen, dass die deutlichen Sehbereiche nicht dort liegen, wo sie sein sollten. Auch auf eine Anpassung wird verzichtet. Deshalb ist die sicherste Adresse für den Kauf einer Brille immer noch das Augenoptiker-Fachgeschäft.

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