Sportbrillen

Wassersportbrille – das muss man wissen

Wassersportbrille beim Kajak Fahren
Bild: Rupp + Hubrach Brillenglas

Die Wahl der richtigen Sportbrille oder auch sporttauglichen Sonnenbrille ist beim Wassersport besonders wichtig, weil hier schlechtes Sehen oder die falsche Brille schnell zu gefährlichen Situationen führen kann. Etwa dann, wenn die Sonne stark blendet oder unerwartet Wellen, Strömungen und Untiefen auftreten, was im und unter Wasser auch zu Panikreaktionen führen kann.

UV-Schutz und Blendschutz beim Wassersport

Für nahezu alle Wassersportarten im Freien sind Blendschutz und ein 100-prozentiger UV-Schutz der Augen enorm wichtig. Denn Wasseroberflächen reflektieren die unsichtbare, schädliche UV-Strahlung ganz besonders stark. Die Belastung ist hier um bis zu 80 Prozent höher. Die Glastönung reduziert den Lichtdurchlass und sorgt mit dem sogenannten Blendschutz für entspanntes Sehen. Je dunkler die Scheiben, desto mehr Licht wird herausgefiltert. Für Wassersportler ist die Kategorie 2 zu empfehlen. Bei besonders starkem Sonnenlicht, etwa in südlichen Gefilden, ist ein noch dunklerer Filter, Kategorie 3, nötig.

Schließt die Brille am Gesicht nicht dicht ab, ist eine Rückseitenentspiegelung ratsam. Sie verhindert, dass Licht über Reflektionen von der Glasrückseite ins Auge gelangt.

Tipp: Es gibt praktische Systeme, bei denen das Wechseln von Gläsern unterschiedlicher Tönung per Klick möglich ist.

Produktabbildung einer Wassersportbrille von adidas eyewear | Bild: adidas eyewear
Bild: adidas eyewear

Glasfarben für kontrastreiches Sehen

Graue, grüne und braune Brillengläser sind für die meisten Wassersportarten zu empfehlen: Grau verfälscht die Farben der Umgebung am wenigsten, Braun verstärkt die Kontraste bei angenehmer Farbwiedergabe. Vor allem bei schnellen Wassersportarten ist von Blau und Violett abzuraten: Durch diese Gläser werden Bewegungen im Außenwinkel deutlich später wahrgenommen, was wiederum zu verlangsamten Reaktionen führt.

Polarisierte Sportbrille und Sonnenbrille für Wassersportler

Für Outdoor-Sport auf dem Wasser sind polarisierende Brillengläser fast immer sinnvoll: Lichtreflexe werden auf ein Minimum reduziert, die Farben erscheinen kräftiger, Kontraste wesentlich höher, der Blick in die Ferne wird sichtbar besser. Vor allem aber werden Lebewesen oder Objekte in unmittelbarer Nähe erkennbar. Diese Effekte sind bei tief stehender Sonne und ruhigem, spiegelndem Wasser am stärksten. Ohne „Polfilter“ bleibt die Wasseroberfläche eine undurchsichtige, reflektierende Fläche.

KGS Infografik Wassersportbrille
Infografik Wassersportbrille | Bild: Kuratorium Gutes Sehen e. V.

Tipp: Die meisten Augenoptiker haben in ihrem Geschäft ein Polarisations-Demonstrationsgerät, das den Kunden den Effekt des „Polfilters“ anschaulich vorführt.

Selbsttönende Brillengläser beim Wassersport

Selbsttönende Brillengläser können beim Sport auf dem Wasser sinnvoll sein. Sie passen sich den variierenden Lichtverhältnissen automatisch an und werden je nach Sonnenintensität heller oder dunkler. So kann die Brille bei jedem Wetter genutzt werden, ohne die Scheiben wechseln zu müssen. Hinweis: Vorsicht beim Motorboot fahren. Viele selbsttönende Gläser eignen sich nicht zur Nutzung hinter Scheiben, da diese das UV-Licht zum größten Teil herausfiltern – und ohne UV-Wirkung dunkeln die meisten Gläser nicht ein.

Schutz vor Brillenverlust

Bei vielen Wassersportarten wird nicht nur eine hohe Geschwindigkeit erreicht, es kommt auch zu unfreiwilligen Kontakten mit dem nassen Element. Oder man kentert. Empfehlenswert sind hier Brillen mit Auftriebskörper, die dafür sorgen, dass die Brille im Wasser immer oben schwimmt. Ideal ist zudem ein Kopfband. Auch eine sogenannte Safety Leash ist eine gute Alternative: eine Sicherheitsleine, welche die Brille mit der Kleidung des Sportlers verbindet.

Wassersportbrille mit Safety Leash | Bild: Bollé
Wassersportbrille mit Safety Leash | Bild: Bollé

Sportbrillen mit Sehstärke für Wassersportler

Egal welcher Wassersport betrieben wird: die Alltags-Brille zu tragen oder ganz auf eine Sehhilfe zu verzichten, kann für Fehlsichtige gefährlich werden. Eine gute Option ist eine Wassersportbrille mit Gläsern in der eigenen Sehstärke. Clip-in-Systeme sind eine Alternative, bei denen die Sehstärkengläser hinter die fest eingearbeiteten Schutzgläser der Sportbrille geklemmt werden und somit unkompliziert austauschbar sind. Allerdings verfügen diese, im Vergleich zur Vollverglasung, über einen weniger komfortablen Sehbereich.

Kontaktlinsenträger können ihre Sehhilfe unter jeder Wassersportbrille tragen. Taucher und Schwimmer müssen hier allerdings einige Dinge berücksichtigen.

Brauchen Sie mehr Informationen? Hier weitere Tipps für einzelne Wassersportarten:

Welche Sportbrille für Kiter, Surfer und Wakeboarder?

Um die Augen vor Verletzungen zu schützen, ist eine gebogene bruchsichere Brillenfassung hier besonders wichtig, schließlich erreichen Surfer und Kiter eine Geschwindigkeit von bis zu 90 km/h. Empfehlenswert sind ein abnehmbarer Innenrahmen aus Schaumgummi, der beißenden Wind reduziert. Ein spezieller Seitenschutz hält Spritzwasser ab.

Welche Sportbrille für Kajakfahrer, Rafting und Canyoning?

Um vor Spritzwasser, hohen Wellen und Fremdkörper zu schützen, sollte die unbedingt festsitzende Brille (z. B. Rafting Brille) das gesamte Gesicht umschließen. Bei diesen Sportarten müssen die Strömungen auf der Wasseroberfläche gut zu beobachten sein. Kontrast steigernde Glastönungen in Rot und Orange helfen dabei. Polarisationsfilter sind hier absolut ungeeignet, da sie Strömungen „durchsichtig“ machen.

Wassersportbrille beim Segeln | Bild: Essilor GmbH
Bild: Essilor GmbH

Welche Sportbrille für Segler und Motorbootsportler?

Empfehlenswert sind Polarisationsfilter. Sie geben eine blendfreie Sicht, was besonders bei tiefstehender Sonne und Wasserreflektion wichtig ist. Schon ein kurzer Moment im Blindflug reicht aus, um Schwimmer, Kiter oder Surfer zu übersehen. Darüberhinaus ermöglichen

Polarisationsfilter das Sehen in die Tiefe. Reflektionen der Wasseroberfläche werden gefiltert und  Hindernisse unter Wasser erkennbar. Eine interessante Option sind auch Verlaufstönungen: der obere, dunkle Glasbereich minimiert die Blendung von oben, durch den hellen, unteren Glasbereich sind hingegen die Instrumente gut zu erkennen.

Welche Sportbrille für Angler?

Empfehlenswert sind graue, farbneutrale Gläser bzw. graubraune Gläser. Sie geben eine angenehme Sicht und verstärken die Kontraste der grünen Umgebung. Attraktiv für Angler sind außerdem Polarisationsfilter, da sie die Wasseroberfläche durchsichtig machen. Doch Vorsicht: Im Profiwettkampf sind sie wegen „Vorteilsnahme“ oft nicht erlaubt.

Tipp: Brillen mit Verspiegelungen sind bei vielen Wassersportlern sehr beliebt. Sie verschaffen einen stilsicheren Auftritt und liegen seit einiger Zeit auch im Trend.

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