Brille mit Mund-Nasen-Schutz

Coronavirus: Tipps für Brillen- und Kontaktlinsenträger

Wenn die Behelfsmaske nicht richtig sitzt, kann gerne schon mal schnell die Brille beschlagen. Hier ein paar Tipps für Brillen oder andere Sehhilfen.

So tragen Sie die Mund-Nasen-Masken richtig | Bild: © VK Studio/Shutterstock.com
Experte Priv.-Doz. Dr. Wolfgang Wesemann Lesezeit Statistik

Die derzeitige Coronakrise ist ein Thema, das uns wohl noch sehr lange begleiten wird. Der Alltag ist geprägt von den Maßnahmen zur Verhinderung von Ansteckungen mit dem Coronavirus. Abstandsregelungen, Schulschließungen und die allgegenwärtigen Mund-Nasen-Masken sind nur einige davon.

Menschen, die auf Sehhilfen wie Kontaktlinsen und Brille angewiesen sind, stehen vor ganz eigenen Fragen und Herausforderungen. Mit unseren Tipps behalten Sie auch in Zeiten von Corona den Durchblick.

Behelfsmaske tragen mit Brille – diese Tipps helfen gegen das Beschlagen der Brillengläser

Inzwischen gilt bundesweit für viele Situationen im öffentlichen Leben eine Maskenpflicht. Das heißt, Mund und Nase müssen von einer Maske oder einem Schal bedeckt sein. So soll die Ausbreitung des Coronavirus, oder auch COVID-19, verlangsamt werden.

Brillenträger haben allerdings mit einer Nebenwirkung der schützenden Masken zu kämpfen. Kaum sitzt die Maske im Gesicht, beschlagen die Gläser. Das geschieht durch nach oben strömende, warme Luft. Diese entsteht beim Ausatmen. Für klare Sicht lässt sich mit ein paar Tricks trotzdem sorgen.

So kann in den oberen Teil der Maske ein Draht eingenäht werden. Mit diesem lässt sich die Maske genau an die Form der Nase anpassen. Der warmen Atemluft wird der Weg nach oben versperrt und die Brille beschlägt nicht so schnell. Ein rostfreier Draht eignet sich besonders. Damit kann die Maske auch weiterhin ohne Bedenken gewaschen werden.

Ein vielleicht banal klingender, aber effektiver Trick: nach unten atmen. Richtet man den Luftstrom beim Ausatmen möglichst nach unten, gelangt deutlich weniger warme Luft zu den Brillengläsern und die Sicht bleibt frei.

Ebenfalls wirkungsvoll ist der Einsatz von einem Anti-Beschlag-Spray. Worauf viele Brillenträger im Winter bereits schwören, kann auch hier gute Dienste leisten. Wird ein solches Spray auf die Brillengläser aufgetragen, verhindert es, dass die Atemluft auf den Brillengläsern kondensiert. Eine besonders unkomplizierte Lösung, um trotz Maske den Durchblick zu behalten.

  1. Richtig: Die Maske schließt richtig an Nase und Wangen ab, die Atemluft kann nicht zur Brille gelangen.

  2. Falsch: Die Maske wird über der Brille getragen und schließt nicht an Nase und Wangen ab. Die Folge: Beschlagene Brillengläser und eine undichte Maske.

  3. Falsch: Die Maske wird unter der Nase getragen. Die Folge: Die Maske verliert ihre vorgesehene Wirkung.

Ist eine Ansteckung mit dem Coronavirus über das Auge möglich?

Die Ansteckung mit Corona erfolgt durch eine Tröpfcheninfektion. Das bedeutet, dass das Virus durch Tröpfchen übertragen wird, die beim Husten oder Niesen entstehen. Wenn diese in Kontakt mit der Nasen- oder Mundschleimhaut oder den Atemwegen kommen, kann eine Infektion möglich sein.

Es ist anscheinend auch eine Ansteckung über die Bindehaut des Auges und den Tränenkanal möglich, wenn Viren in die Augen gelangen[1]. Das kann einerseits durch Tröpfchen aus der Luft geschehen. Andererseits kann das Virus seinen Weg durch Augenreiben von den Händen ins Auge finden.

Das empfohlene regelmäßige und gründliche Waschen der Hände mit Wasser und Seife stellt aber eine effektive Schutzmaßnahme dar.

Fasst man sich versehentlich mit frisch desinfizierten Händen ins Auge, sollten diese gründlich mit klarem Wasser mehrere Minuten ausgespült werden. Dabei unbedingt auch die Rückstände unter den Augenlidern entfernen, um diese beim Blinzeln nicht wieder auf der Netzhaut zu verteilen. Bei einigen Desinfektionsmitteln ist es ratsam, umgehend ein Arzt aufzusuchen. Informationen hierzu können der Produktbeschreibung entnommen werden. Andernfalls genügt der Besuch des Arztes bei anhaltendem Brennen, Lichtempfindlichkeit oder Reizungen. [2]

Kann eine Brille vor der Ansteckung mit COVID-19 schützen?

Da die Brillengläser wie ein Schirm vor den Augen liegen nimmt man tatsächlich an, dass eine Brille einen gewissen Barriere darstellen kann[3]. Außerdem verhindert das Tragen der Brille das oft unbewusste Augenreiben. So gelangt das Virus weniger wahrscheinlich auf diesem Weg ins Auge.

Auch wenn eine Brille keinen hundertprozentigen Schutz vor einer Infektion mit dem Coronavirus bietet, so erschwert sie doch eine mögliche Ansteckung. Wichtig hierbei bleibt es, auf eine gute Hygiene der Brille zu achten. Durch eine regelmäßige Reinigung wird einer Schmierinfektion vorgebeugt. Hierzu reichen fließendes Wasser und Spülmittel aus, eine zusätzliche Desinfektion ist laut dem Bundesinstitut für Risikobewertung nicht notwendig.

Ist das Tragen von Kontaktlinsen sicher?

Kontaktlinsen kommen in direkte Berührung mit den Augen und scheinen so ein weiteres Infektionsrisiko darzustellen. Doch Trägerinnen und Träger von Kontaktlinsen müssen sich keine zusätzlichen Sorgen machen.

Experten konnten keine Hinweise darauf finden, dass die Verwendung von Kontaktlinsen eine Ansteckung und Verbreitung des Coronavirus wahrscheinlicher macht[4]. Auch der Kontaktlinsen-Experte Prof. Wolfgang Sickenberger klärt in seinem Video zum Thema Kontaktlinsen und Coronavirus auf.

Worauf bei der Verwendung von Kontaktlinsen zu achten ist, sind die bereits üblichen Hygienemaßnahmen: ein gründliches Waschen der Hände vor Verwendung, eine korrekte Reinigung und Lagerung der Linsen und die rechtzeitige Entsorgung.

So können Kontaktlinsen auch weiterhin ohne Bedenken getragen werden.

Video: Coronavirus – ist das Tragen von Kontaktlinsen sicher?

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