Sehschwäche

Glaskörpertrübung (Mouches Volantes) – Ursachen, Symptome und Behandlung

Glaskörpertrübung (Mouches volantes)
Die Augenkrankheit Glaskörpertrübung wird auch als "Floater", "mouches voulantes" oder "fliegende Mücken" bezeichnet | Quelle: © Dmitry Bayer / Unsplash.com

Was ist die Glaskörpertrübung (Mouches Volantes)?

Mouches Volantes – diese Sehstörung ist unter Umständen weniger harmlos, als ihr elegant-französisch klingender Name vermuten lässt. Die "fliegenden Mücken", so die Übersetzung, machen sich vorzugsweise beim Blick auf helle Flächen als krumme, sich bewegende Fäden, schwarze Punkte, Flusen oder Flecken bemerkbar. Sie zählen zu den häufigsten Ursachen für einen Besuch beim Augenarzt. Auslöser für den Seheffekt ist meistens eine Verflüssigung des Glaskörpers oder eine Ablösung des Glaskörpers von der Netzhaut.

Wie kommt es zu einer Glaskörpertrübung?

Der Glaskörper (lat.: Corpus vitreum) füllt das Augeninnere zwischen Linse und Netzhaut aus. Er ist durchsichtig und hat eine gelartige, relativ feste Struktur, die zu 98 Prozent aus Wasser und zu 2 Prozent aus Hyaluronsäure (Zucker und Eiweiß) sowie Kollagenfasern besteht. Eine dünne Membran umgrenzt den Glaskörper. Dieses Gel ist in jungen Jahren noch homogen und transparent. Es verändert sich aber im Laufe des Lebens. So verflüssigt sich der Glaskörper und die Kollagenfasern verklumpen mit zunehmendem Alter. Die herumschwimmenden Kollagenfasern werfen bei Lichteinfall sich bewegende Schatten auf die Netzhaut und werden dann als „Mücken“ oder „Würmchen“ wahrgenommen. Von diesen Veränderungen sind besonders oft Kurzsichtige betroffen.

Sind die Mücken harmlos oder Anlass zur Sorge?

Die Glaskörpertrübung an sich ist nicht behandlungsbedürftig und eine natürliche Folge des Alterungsprozesses. Im Zuge der Verflüssigung und Verdichtung beginnt der Glaskörper zu schrumpfen. Er kann sich dann auch von der Netzhaut ablösen. Auch dieser Prozess erfordert keine Therapie. Gefährlich wird es, wenn durch den wachsenden Zug des Glaskörpers an der Netzhaut Netzhautlöcher, Netzhautrisse oder Abhebungen der Netzhaut entstehen. Dann sollte möglichst rasch gehandelt werden, um bleibende Sehverschlechterungen zu meiden.

Gibt es Möglichkeiten zur Früherkennung?

Früherkennungsmaßnahmen gibt es nicht, denn die Glaskörpertrübung ist ein normaler Alterungsprozess bei jedem Menschen. Anders verhält es sich, wenn plötzlich Seheffekte wie Lichtblitze, helles Flimmern, flächige schwarze Flecken oder „Spinnennetze“ auftauchen. Auch die deutliche Zunahme von Glaskörpertrübungen (also „fliegenden Mücken“) in kurzer Zeit sind klare Warnhinweise. Sie machen eine umgehende Kontrolle durch den Augenarzt erforderlich, denn sie könnten auch auf eine Netzhautablösung zurückzuführen sein.

Behandlung von Glaskörpertrübung

Zur Behandlung der Glaskörpertrübung gibt es noch keine etablierten Verfahren. Oft sinken die verdichteten Kollegenfasern im Laufe der Zeit ab oder werden nach einer Weile als weniger störend empfunden. Manchmal verringern sich die Mouches Volantes wieder von ganz allein, wenn sich der Glaskörper noch weiter verflüssigt.

So können Sie die Symptome lindern

Mücken im Auge sind zwar lästig, Krankheitswert haben sie in den meisten Fällen aber nicht. Fachleute empfehlen, die Seheffekte so gut wie möglich zu akzeptieren oder zu ignorieren. Außerdem kann es hilfreich sein, mehr zu trinken, damit der Glaskörper gut befeuchtet bleibt. Ein weiterer wichtiger Tipp ist, den (ungeschützten) Blick auf besonders helle Flächen zu meiden. So kann etwa die Helligkeit des Computerbildschirms oder Smartphones gedimmt werden, weiße Wände lassen sich ggf. in dunkleren Tönen umstreichen. Führen verschneite Flächen insbesondere bei hellem Sonnenschein im Winter zu vermehrten Beschwerden, sollte eine geeignete Sonnenbrille getragen werden. Für Brillenträger können selbsttönende Gläser eine sinnvolle Option sein.