Brille reinigen
Sonstiges

Brillenreinigung

Brillenreinigung – mit diesen Tipps Brille richtig reinigen | Bild: © hsyncoban / iStockphoto.com
Experte Priv.-Doz. Dr. Wolfgang Wesemann Lesezeit Statistik

Nichts ist schöner, als die Welt klar und auch ohne die rosarote Brille in voller Farbenpracht anzuschauen. Nur dumm, wenn die Gläser verschmiert, vernebelt, schlimmstenfalls verkratzt sind. Schließlich lagern sich den Tag hinweg Schmutz, Staub und Fett auf ihnen ab. Ohne regelmäßige, gründliche Reinigung werden die Gläser schnell matt und eine neue Brille früher fällig als nötig. Wir geben Pflege-Tipps für zuhause, für unterwegs und zeigen außerdem Putz-Fehler.

Brillen richtig reinigen

Die einen rubbeln mit dem Tempo-Taschentuch, andere greifen zum Rockzipfel. Nur wenige nutzen das Ultraschallbad. Brille reinigen ist für viele Träger*innen ein notwendiges Übel. Oft nicht wissend, dass sie den Hightech-Gläsern mit ihren teuren Oberflächenveredelungen schaden könnten. Dabei ist die Reinigung keine Wissenschaft und kostet außerdem kaum Zeit und Geld. Vier Schritte zu sauberen Gläsern:

  • Brille unter fließend-lauwarmem Wasser halten. Die ersten Staubkörner und grober Schmutz werden weggespült.
  • Einen Tropfen ph-neutrales Spülmittel – keine Hautpflegeprodukte – zwischen den Fingern aufschäumen.
  • Die Gläser damit vorsichtig einreiben und erneut mit Wasser abspülen. So verschwinden Fingerabdrücke, Kosmetikreste und Hauttalg.
  • Mit einem sauberen Baumwollhandtuch oder einem Mikrofasertuch beidseitig sanft trocknen.

Weniger aufwändig ist das Putzen der Gläser mit einem Reinigungsspray: Schmutz unter fließendem Wasser entfernen, dann Spray auf ein Mikrofasertuch sprühen, säubern, trocknen, fertig.

Tipp: Auch Mikrofasertücher gehören in die Wäsche – bei maximal 40 Grad Celsius und ohne Weichspüler.

Brillenreinigung im Ultraschallbad

Gründlicher und schonender als im Ultraschallbad geht Brille reinigen nicht. Das Prinzip: Ein Ultraschallreiniger erzeugt hochenergetische Schallwellen, die die Flüssigkeit (in der Regel Wasser) in Schwingungen bringen und für einen Ober- und Unterdruck sorgen. Durch diesen permanenten Druck entstehen im Wasser kleinste Vakuumbläschen, die an der Brillenoberfläche kraftvoll implodieren. So lösen sie kratzfrei Verschmutzungen bis in die kleinsten Fugen und auf mikroskopischem Niveau. Nach maximal drei Minuten ist das Bad beendet. Anschließend wird die Brille mit einem Mikrofasertuch trocken gerieben. Achtung: Für jeden Tauchgang immer nur frisches Wasser verwenden!

Wer sich nicht schon ein Ultraschallgerät für den Hausgebrauch gekauft hat, geht alle vier bis sechs Wochen zum Augenoptiker und bittet diesen um den meist kostenlosen Service.

Achtung! Fassungen aus Naturmaterialien wie Holz oder Horn sind für das Ultraschallbad ungeeignet. Durch den Druck könnten sie Risse bekommen.

Die Brillenreinigung unterwegs

Nicht immer sind Wasser und Mikrofasertuch zur Hand. Für unterwegs eignen sich feuchte Reinigungstücher. Vorausgesetzt, sie enthalten keine scharfen Lösungsmittel und grobe Zellulose- oder Holzfasern. Dass die Tücher für den einmaligen Gebrauch bestimmt sind, versteht sich von selbst. Die mikrofeinen Zellulosefasertücher taugen übrigens ebenso für die Display-Reinigung von Smartphone und Tablet.

Wer allerdings in seinem Brillenetui ständig ein Mikrofasertuch deponiert hat, ist damit natürlich auch gut bedient. Eine gründliche Reinigung ersetzen aber beide Tücher nicht.

Die häufigsten Fehler bei der Brillenreinigung

Gehärteter Kunststoff und sogar Mineralgläser sind mit einer falschen Reinigung schneller zerstört als viele denken. Holz- und Zellulosefasern sowie Lösungsmittel wie Alkohol sind die ärgsten Feinde der hochveredelten Brillengläser. Sie werden erst matt, dann blind. Viele verkratzen – und das für immer. Fatal: Die mikrofeinen Schrammen streuen das Licht und sorgen so für störende Reflexe und Streuungen. Das Auge muss ständig korrigieren und ermüdet schneller. Diese Fehler sollten Sie deshalb vermeiden:

  • Hände weg von groben Küchen- und Taschentüchern, die Holz- oder Zellulosefasern enthalten. Sie verursachen Mikrokratzer, die irreparabel sind.
  • Schnell mal mit dem Rockzipfel über die Gläser wischen – vergessen Sie’s! Schmutzpartikel werden hin, her und schlussendlich ins Glas gerieben.
  • Keine aggressiven Mittel wie Fensterreiniger verwenden. Sie können Gläserbeschichtungen und Fassungen angreifen.
  • Auf hautpflegende Spülmittel verzichten. Der rückfettende Balsam hinterlässt unschöne Schlieren.
  • Vorsicht beim Sprühen von Parfüm und Haarspray! Sie zerstören mit der Zeit die Gläser-Beschichtungen.

Tipps gegen beschlagene Brillengläser

Spätestens seit der Pflicht zur Mund-Nasen-Maske kennen Brillenträger*innen das Dilemma: Trifft die warme Atemluft seitlich an der Maske vorbei auf die kühleren Brillengläser, beschlagen sie. Viele Maskentrage-Tipps verschaffen Linderung. Wer jedoch eine dauerhafte Lösung sucht, ordert gleich beim Brillenkauf eine Anti-Beschlag-Beschichtung. Der auf der Nanotechnologie basierende Schutz sorgt für eine hydrophile Oberfläche – ähnlich wie bei der Lotusblume perlen Wassertropfen und Schmutz besser von den Gläsern ab. Das Sehen wird weniger beeinträchtigt, die Brille muss auch nicht so häufig geputzt werden.

Alternativ sorgen Antibeschlag-Sprays und -Putztücher für klare Sicht. Dieser Effekt hält einige Tage.

Brillenfassungen reinigen

Wie die Gläser, so das Gestell: Eine kurze Dusche vertreibt Schmutz, Kosmetika und Schweiß. Dazu wird ein Tropfen ph-neutrales Spülmittel aufgeschäumt und die Brille damit komplett gereinigt und unter fließendem Wasser abgespült. Knackpunkte bei den Fassungen sind Nasenpads und Brillenbügel. Hier setzt sich Hautfett besonders ab. Das beste Ergebnis bringt jedoch das Ultraschallbad.