Sehstörung oder gefährliche Augenkrankheit?
Schwarz vor Augen
Wenn es vor den Augen plötzlich schwarz wird, ist oft eine Kreislaufschwäche die Ursache. So kann es beim Aufstehen aus dem Bett zu einem starken Blutdruckabfall kommen und das Blut in die Beine sacken. Die Augen werden dann nicht mehr richtig durchblutet. Oft tritt diese Sehstörung bei Personen auf, die schon von Natur aus einen niedrigen Blutdruck haben.
Das hilft: Zur Verbesserung der Durchblutung von Auge und Gehirn: Hinlegen und Beine hoch lagern. Zusätzlich darauf achten, dass genug Flüssigkeit getrunken wird. Außerdem sollte eine Untersuchung durch einen Internisten erfolgen.
Flimmern vor den Augen
Wenn es vor den Augen flimmert, Teile der Welt eine Zeit lang unsichtbar werden oder plötzlich flackernde Zickzacklinien, die durchs Blickfeld wandern, zu sehen sind, ist oft eine Migräne der Grund (Ärzte bezeichnen diese Sehstörungen auch als Aura oder Flimmerskotom). Die Gesichtsfeldausfälle mit flimmerndem Rand treten immer auf beiden Augen auf und dauern etwa 30 bis 40 Minuten. Danach beginnen die Migräne-Kopfschmerzen.
Das hilft: Wenn bei Beginn der Sehstörungen eine Schmerztablette genommen wird, kann die Stärke der Kopfschmerzen vermindert werden. Wiederholen sich die Sehausfälle oder Verschwinden die blinden Stellen im Gesichtsfeld nicht nach etwa einer Stunde, sollte umgehend ein Augenarzt aufgesucht werden.
Schwarze Punkte vor den Augen
Bewegen sich einzelne Punkte, Flecken- oder Schlieren im Gesichtsfeld, heißt das Phänomen Mouches volantes (fliegende Mücken ). Das ist eine lästige Sehstörung, die besonders beim Lesen oder bei Augenbewegungen auffällt. Kurzsichtige beobachten diese Phänomene oft schon ab dem 25. Lebensjahr. Im Laufe der Jahre kann sich die Erscheinung verschlimmern, aber auch wieder verbessern. Zwei Drittel der 65- bis 85-Jährigen klagen darüber.
Das hilft: Intensives Licht verstärkt die Symptome. Deshalb an hellen Tagen eine gute Sonnenbrille mit hohem Lichtschutz nutzen. Bei Bildschirmarbeit hilft es, die Helligkeit zu drosseln. Eine Behandlung ist meist unnötig.
Sehfeldstörungen
Scheinen Buchstaben beim Lesen zu kippen oder wirken gerade Linien krumm, kann das auf eine altersbedingte Makuladegeneration (AMD) hindeuten. Diese Netzhautschäden betreffen etwa sieben Millionen Deutsche und sind Ursache von schweren Sehbehinderungen.
Das hilft: Frühzeitig erkannt, kann der Augenarzt bei bestimmten Formen der AMD das Fortschreiten der Krankheit mit Spritzen und Medikamenten verlangsamen. Deshalb sind regelmäßige Augen-Tests zur Früherkennung wichtig: ab 40 alle zwei Jahre, ab 60 jährlich.
Doppelt sehen
Taucht derselbe Gegenstand vorübergehend zweifach auf, ist das oft ein Zeichen einer Übermüdungserscheinung.
Das hilft: Das Phänomen sollte mit ausreichendem Schlaf, regelmäßigen Pausen, Stressabbau und gegebenenfalls einer Korrektion von vorhandenen Sehdefiziten verschwinden.
Rußregen und Blitzlicht
Sieht man urplötzlich kleine schwarze Flecken (Rußregen), die sich durch das Gesichtsfeld bewegen, kann der Grund eine Blutung im Auge sein. Lichtblitze entstehen, wenn der Glaskörper Teile der Netzhaut abreißt. Beide Sehstörungen können Anzeichen einer Netzhautablösung sein, die zur Erblindung führen kann.
Das hilft: Eine Netzhautablösung ist ein Notfall, bei dem sofort der Augenarzt aufgesucht werden sollte.
Sand-im-Auge-Gefühl
Das Sandkorn-im-Auge-Gefühl kommt oft bei Bildschirmarbeit vor und wird Office-Eye-Syndrom genannt. Weil vor dem Monitor viel weniger geblinzelt wird als üblich, gelingt es dem Tränenfilm nicht mehr das Auge feucht zu halten. In Deutschland sind davon etwa 15 Millionen Menschen betroffen.
Das hilft: Eine auf Computerarbeit optimierte Bildschirmbrille kann das Auge entlasten und merklich zu stressfreiem Sehen beitragen. Hyaluronsäurehaltige Augentropfen oder Sprays helfen gegen trockene Augen. Wichtig sind auch regelmäßige Pausen, bei denen man entspannt in die Ferne schaut.
Lidzucken
Diese Muskelkontraktion ist von außen oft nicht wahrnehmbar. Betroffene nervt sie aber. Die Zuckungen sind zumeist harmlose Überlastungsreaktionen, gefördert durch trockene Augen.
Das hilft: Entspannung, Schlaf und Augentropfen.