Sehschwächen Ursachen, Sehfehler, Sehprobleme und Fehlsichtigkeit
Sehschwächen

Sehschwächen und die Ursachen

Sehschwächen haben viele Ursachen. Ob angeborene Sehschwäche oder altersbedingter Verlust der Sehleistung, der Effekt ist derselbe – schlechtes Sehen. Hier muss gehandelt werden um die Sehstärke zu verbessern.

Sehstärke verbessern – Ursachen Sehschwäche | Quelle: © Evgeny Atamanenko / Shutterstock.com (l.) | Woo Class (o.r.) | FLEYE (u.r.)
Experte Priv.-Doz. Dr. Wolfgang Wesemann Lesezeit Statistik

Man sieht Gegenstände unscharf, leicht verschwommen die Augen tun vor Anstrengung weh oder tränen. Eine Sehschwäche hat die unterschiedlichsten Symptome und kann viele Gründe haben. Auch andauernder Stress und Übermüdung können schlechtes Sehen verursachen. Dabei haben nicht nur ältere Menschen Probleme mit den Augen. Alle Altersklassen können von einer Sehschwäche oder auch einer Augenkrankheit betroffen sein. In jedem Fall gilt: Sehstörungen sind immer ernst zu nehmen.

Kopfschmerzen durch Sehschwäche

Ein häufiges Symptom für eine nachlassende Sehfähigkeit sind Kopfschmerzen: ein dumpfer Druck hinter den Augen, rhythmisches Pochen in der Schläfe oder ein leichtes Hämmern unter der Schädeldecke. Wer schlecht sieht und eigentlich eine Brille braucht, leidet häufig unter Kopfweh. Durch die ständige (Über-)Anstrengung, immer scharf sehen zu müssen, etwa bei längerem Lesen oder Computerarbeit, entstehen Kopfschmerzen, die jedoch selten mit den Augen in Zusammenhang gebracht werden.

Eine plötzliche Sehschwäche kann in selteneren Fällen ihre Ursache aber auch in akuten Durchblutungsstörungen im Auge haben. Man nennt das dann Augeninfarkt oder Sehsturz. Deshalb sollte in diesem Fall sofort einen Augenarzt konsultiert werden. Er ist für die medizinische Sicht auf das Auge und seine Gesundheit zuständig. Bei allgemeinen Sehdefiziten wie Kurzsichtigkeit, Weitsichtigkeit, Alterssichtigkeit und ähnlichem – die übrigens keine Krankheiten sind – ist der Gang zum Augenoptiker ratsam. Er ist Fachmann für die Analyse von Fehlsichtigkeiten und deren Korrektion.

Kopfschmerzen am Arbeitsplatz - PC Brille notwendig? | Quelle: © lenets_tan / Fotolia.com Kopfschmerzen durch Sehschwäche

Warum sehen wir plötzlich unscharf?

Wer normalsichtig ist und gesunde Augen hat, nimmt die Konturen von Gegenständen sowie Farbunterschiede deutlich wahr, und zwar sowohl bei starker Beleuchtung als auch bei schummrigem Licht. Er erfasst Menschen, Häuser, Ortsschilder in der Entfernung ebenso wie das Kleingedruckte in einem Buch oder einer Zeitung. Dabei passen sich die Augen in weniger als einer Sekunde einem Perspektivenwechsel aus der Nähe in der Ferne und umgekehrt an. Diese Fähigkeit des Auges nennt man Akkommodation. Sie nimmt mit zunehmendem Alter ab, die Linse verliert an Elastizität, der Anpassungsvorgang dauert länger und geht um das 50. Lebensjahr herum weitgehend verloren.

Nicht nur in diesen häufigen Fällen von Altersichtigkeit, auch bei anderen Formen von Fehlsichtigkeit gilt: Nicht selten haben die Betroffenen keine Ahnung, wie schlecht sie eigentlich sehen, da sie sich an die mangelhafte Wahrnehmung schon gewöhnt haben. Erst ein Sehtest offenbart, was ihnen eigentlich entgangen ist. Wenn Sie also bei sich Anhaltspunkte für eine Sehschwäche finden, sollten Sie einen Sehtest beim Augenoptiker oder Augenarzt machen.

Sehkraft verbessern – Sehkorrektur statt Gewöhnung

Fehlsichtigkeit lässt sich heute in den meisten Fällen mithilfe einer passenden Brille oder Kontaktlinsen korrigieren. Die Betroffenen sehen dann wieder scharf und erleben das, was ein Brillenträger einmal so beschrieben hat: „Das Leben wird plötzlich wieder hell, klar, bunt und lebendig.“

Mehr als 40 Millionen Deutsche (ab 16 Jahren) tragen eine Brille. Das sind fast zwei Drittel der erwachsenen Bundesbürger. 1953 waren es noch 43 Prozent. Dieser Anstieg hängt vermutlich mit veränderten Lebensbedingungen zusammen, wie z. B. einer Zunahme der Arbeit am Bildschirm, die präzises Sehen erfordert. Aber auch die Leistungsfähigkeit und der hohe Komfort moderner Gläser und Fassungen sowie das vielfältige Brillenangebot dürften ihren Teil beigetragen haben.

Wieder richtig sehen mit Brille und Kontaktlinsen

An eine Brille, aber auch an Kontaktlinsen muss man sich erst gewöhnen. Es ist zunächst etwas Ungewohntes, ein Fremdkörper auf der eigenen Nase oder eben in den Augen. Aber nach einer gewissen Zeit wird aus der Sehhilfe in der Regel ein selbstverständlicher Alltagsbegleiter, auf den man nicht mehr verzichten möchte. Die Brille hat sich so vom „notwendigen Übel“ zum gern getragenen Accessoire und “Persönlichkeitsverstärker” gewandelt, was nicht zuletzt viele prominente Brillentäger beweisen.

Andrea Ballschuh (o. l.), Joko Winterscheidt (o. r.), Jan Hofer (u. l.), Jürgen Klopp (u. r.) | Quelle: Kuratorium Gutes Sehen e. V. | Fotografen: Peter Boettcher (o.l.), Mike Minehan (o.r.), Gerd Tratz (u.l.) KGS Brillenträger/in des Jahres

Sehstärke verbessern ohne Brille und Kontaktlinsen?

Mit Augentraining – wie ausgeklügelt auch immer - lassen sich Fehlsichtigkeiten wie etwa Altersweitsichtigkeit weder stoppen, noch rückgängig machen. Durch einen gesunden Lebensstil mit ausgewogener Ernährung, viel Bewegung und ausreichend Schlaf können jedoch Alterungsprozesse in Körper etwas aufgehalten werden – also auch die im Auge.

Sind Karotten gut für die Augen?

Ein Körnchen Wahrheit steckt darin: Karotten enthalten Betacarotin, das im Körper zu Vitamin A umgewandelt wird, und Vitamin A ist wichtig für die Sehkraft. Wer massiv an Vitamin-A-Mangel leidet, kann nachtblind werden und auf Dauer sogar erblinden – ein recht häufiges Problem bei Kindern in Entwicklungsländern. Allerdings: Für eine gute Sehkraft reichen winzige Mengen an Vitamin A, und davon liefern andere Lebensmittel viel mehr.

Mit Möhren die Sehstärke der Augen verbessern? | Quelle: © AXEL S. Modebrillen GmbH, Natika / Fotolia.com Sind Möhren gut für die Augen?

Schadet schlechtes Licht den Augen?

Zwar werden bei schlechtem Licht die Augen stärker beansprucht als bei Helligkeit und ermüden deshalb auch schneller, doch zu bleibenden Schäden oder einer allgemeinen Verschlechterung der Sehleistung kommt es dabei nicht. Durch schlechtes Licht machen sich bereits bestehende Sehfehler jedoch wesentlich stärker bemerkbar als sonst. Ähnliches gilt für das Lesen von kleiner Schrift.

Sehprobleme: Die häufigsten Sehfehler und Augenkrankheiten

Diese kostenlose Broschüre thematisiert und erklärt auf 16 Seiten die häufigsten Sehschwächen und Augenerkrankungen.

Gratis herunterladen

Ist schlechtes Sehen vererbbar?

Schlechtes Sehen wird nicht zwangsläufig von den Eltern auf die Kinder vererbt. Man weiß aber mittlerweile, dass ein Kind mit einer höheren Wahrscheinlichkeit kurzsichtig wird, wenn beide Elternteile kurzsichtig sind. Es ist auch bekannt, dass Augenstellungsfehler (Schielen) häufiger vorkommen, wenn ein oder beide Elternteile ein ähnliches Problem hatten. Aus diesem Grunde ist es für alle Eltern ratsam, möglichst frühzeitig eine Augenuntersuchung ihrer Kinder durchführen zu lassen, wenn Sehprobleme in der Familie bekannt sind.

Gesundheit für die Augen – das können Sie selbst tun

  • Tageslicht ist immer noch die optimale Lichtquelle - nicht zuletzt am Arbeitsplatz.
  • Dämmerlicht und zu schwache Beleuchtung ermüden die Augen.
  • Starke Hell-Dunkel-Kontraste und Blendungen sollte man eher meiden.
  • Eine Lesedistanz von 35 bis 45 Zentimeter bei normalgroßer Druckschrift schont die Augen.
  • Ab dem 40. Lebensjahr sollten die Augen alle 2 Jahre auf den Prüfstand.