Kontaktlinsen-Ratgeber

Kontaktlinsen beim Autofahren

Kontaktlinsen zum Autofahren
Sind Kontaktlinsen besser als eine Brille zum Autofahren? | © dusanpetkovic / iStockphoto.com

Sind Kontaktlinsen zum Autofahren geeignet?

Ja, allerdings mit Einschränkungen und Regeln, die Kontaktlinsenträger hinterm Steuer beachten sollten. Der gute Grund pro Kontaktlinsen: Für die Sicherheit im Straßenverkehr spielt die Sicht eine entscheidende Rolle. Neun von zehn Sinneseindrücken werden von den Augen aufgenommen. Wer gut sieht, reagiert schnell und nimmt das Geschehen auf der Straße umfassend wahr. Schlechtes Sehen erhöht die Unfallgefahr.

Kontaktlinsen spielen im Straßenverkehr einen großen Vorteil aus: Sie liegen direkt auf den Augen und bieten so eine uneingeschränkte, scharfe Sicht bei optimaler Bewegungsfreiheit. Zum Autofahren sind Kontaktlinsen deshalb gut geeignet.

Welche Vor- und Nachteile haben Kontaktlinsen beim Autofahren?

Brillenträger kennen das Dilemma: Im Winter beschlagen beim Einsteigen ins Auto die Gläser. Mit Kontaktlinsen kann das nicht passieren. Der größte Vorzug der kleinen Linsen aber ist, dass sie einen freien Blick auf den Verkehr gewähren. Keine Brillenfassung stört beim Schulterblick, beim Überholen oder rutscht bei einer Vollbremsung von der Nase. Und bei mittlerer bis hoher Kurzsichtigkeit (Myopie) und hoher Hornhautverkrümmung (Astigmatismus) ist die Sehschärfe meist besser als mit einer Brille. Das alles erhöht den Sehkomfort und die Sicherheit im Straßenverkehr.

Ein Problem, über das viele Autofahrer klagen: Klimaanlage, Heizung und Gebläse sorgen für Fahrkomfort – aber auch für trockene Luft. Die ohnehin beim Autofahren strapazierten Augen (wenig Blinzeln während des konzentrierten Sehens) trocknen zusätzlich aus. Aber auch Ablagerungen schränken insbesondere das Kontrastsehen ein. Schuld daran ist in der Regel eine unzureichende Pflege.

Schwierigkeiten auf Nachtfahrten bereiten einige bi- und multifokale Kontaktlinsen. Bei Systemen, die von der Pupillengröße abhängig sind, kann es zu Sehbeeinträchtigungen kommen. Probleme könnten ebenfalls die Träger von Orthokeratologie-Linsen, kurz: Ortho-K-Linsen, bekommen. Die Linsen korrigieren Fehlsichtigkeiten über Nacht. Tagsüber sehen die Nutzer scharf – ohne Kontaktlinsen und Brille. Weil die Sehkraft am Ende des Tages fast unbemerkt zurückgeht, sollten diese Autofahrer abends und nachts eine Brille aufsetzen oder die Linsen auch dann tragen.

Mit Kontaktlinsen Auto fahren: Darauf sollte man achten

  • Gegen trockene Augen helfen Nachbenetzungstropfen und/oder die Wahl eines geeigneten Kontaktlinsenmaterials oder Pflegemittels. Ebenso sollte die Tragedauer der Linsen nicht überschritten werden und das Gebläse im Auto nie direkt auf das Gesicht gerichtet sein.
  • An Bord gehören eine Ersatzbrille, ein Paar Ersatzkontaktlinsen und Pflegemittel.
  • Wer die Kontaktlinsen vor der Fahrt gründlich reinigt, riskiert später weniger Seheinschränkungen aufgrund von Verunreinigungen.
  • Farb- und Motivlinsen sind zum Autofahren ungeeignet. Sie können das Gesichtsfeld einschränken und die Kontrastempfindlichkeit beim Sehen reduzieren. Gefahren im Straßenverkehr werden zu spät oder gar nicht erkannt.
  • Wichtig bei einer Verkehrskontrolle: Ist im Feld 12 des Führerscheins eine Brille eingetragen (Zahlencode 01.01 für Brille, Zahlencode 01.02 für Kontaktlinsen), muss die Sehhilfe auch getragen werden. Andernfalls droht ein Bußgeld. Kontaktlinsenträger lassen den Code entweder ändern oder haben zur Sicherheit ihren Kontaktlinsenpass bei sich.
  • Die Träger von Ortho-K-Linsen müssen bei einer Verkehrskontrolle eine Bescheinigung mitführen, die nachweist, dass sie nach der Kontaktlinsen-Anpassung erneut einen Sehtest absolviert haben.
  • Viele Autofahrer schätzen ihre Sehleistung falsch ein. Nur mit einem regelmäßigen Sehtest und der Überprüfung der Kontaktlinsen beim Spezialisten sind sie auf der sicheren Seite.
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