Brillenglas-Profiler Brillenglas-Profiler

In nur 3 Minuten eine individuell zu Ihnen passende Brillenglas-Empfehlung erhalten – starten Sie jetzt!

Brillenglas-Profiler
Brillenglas-Empfehlung in 3 Minuten

ÖffnenJetzt öffnen
Ein Mädchen sitzt vor einer Optikerin, welche bei ihr eine Vorsorgeuntersuchung für Sehschwäche bei Kindern durchführt
Kind und Sehen

Vorsorgeuntersuchungen bei Kindern

Vorsorgeuntersuchungen für eine gesunde Sehentwicklung | Bildquelle: © YAKOBCHUK VIACHESLAV / Shutterstock.com
Experte Priv.-Doz. Dr. Wolfgang Wesemann
Priv.-Doz. Dr. Wolfgang Wesemann

Dieser Artikel wurde fachlich geprüft von:

Priv.-Doz. Dr. Wolfgang Wesemann (Web-Profil)

Augenoptiker, habilitierter Medizin-Physiker, wissenschaftlicher Berater des Kuratorium Gutes Sehen e.V.

Dr. Wolfgang Wesemann studierte Physik, Mathematik, Chemie und Astronomie an den Universitäten Hamburg und München, promovierte 1983 und habilitierte sich 1994 im Fach Medizinische und Ophthalmische Optik. Von 1989 bis 2016 leitete er die Höhere Fachschule für Augenoptik Köln. Seit 2001 begleitet er das KGS als wissenschaftlicher Berater und unterstützt die fachliche Prüfung und verständliche Aufbereitung von Inhalten.

Mehr über unsere Experten ➔

Letzte Änderung 30. Juni 2026 Lesezeit Statistik

Schlecht sehen tut nicht weh. Deshalb ist es so schwierig, bei Kindern Sehmängel zu erkennen. Sie selbst merken nicht, ob sie etwas gut oder schlecht wahrnehmen. Ihnen fehlt der Vergleich. Kinder können – besonders im jüngeren Alter – noch nicht ausdrücken, dass etwas mit ihrem Sehen nicht stimmt.

Werden Augenprobleme und Sehschwächen nicht frühzeitig entdeckt, leidet nicht nur die Sehentwicklung. Auch Geschicklichkeit, Beweglichkeit, Lesen, Schreiben und Rechnen, sichere Verkehrsteilnahme, Anerkennung und Motivation sind wichtige Aspekte, die durch Sehdefizite beeinträchtigt werden können. Vorsorge steht daher an erster Stelle, damit das Kind richtig sehen lernt und sich allseitig gut entwickelt.

Vorsorge von der Geburt bis ins Schulalter

Vorsorge beginnt mit dem ersten Lebenstag: Sind in der Familie Augenerkrankungen bekannt, sollten Eltern sofort darauf hinweisen. Der Augenarzt untersucht dann schon das Neugeborene auf erblich bedingte Augenkrankheiten und Sehstörungen.

Auf jeden Fall sollten Kinder die gesetzlich empfohlenen Früherkennungsuntersuchungen von der U1 gleich nach der Geburt bis zur U9 im sechsten Lebensjahr wahrnehmen. Die Kosten dieser Vorsorgeuntersuchungen tragen die Krankenkassen. Die Untersuchungen werden in der Regel in der kinderärztlichen Praxis durchgeführt. Grundlage ist die Kinder-Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses. Sie regelt die Früherkennungsuntersuchungen bei Kindern bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres und enthält auch Vorgaben zur Früherkennung von Sehstörungen. Die aktuelle Fassung ist seit 1. Januar 2026 in Kraft.

Früherkennung von Sehstörungen bei den U-Untersuchungen

Die Augen und das Sehvermögen der Kinder stehen bei einzelnen U-Untersuchungen eingehend auf dem Prüfstand. Dabei kann die Kinderarztpraxis Hinweise auf Augenfehler und Sehstörungen finden. Zur genauen Diagnose sollte das Kind allerdings in einer Augenarztpraxis vorgestellt werden.

Augen und Sehvermögen: Was wird bei den U-Untersuchungen geprüft?

U23. bis 10. LebenstagAbklärung von Augenerkrankungen in der Familie. Prüfung auf Auffälligkeiten von Augapfel, Augenlidern, Pupillen sowie auf Augenzittern.
U34. bis 5. LebenswocheAbklärung von Augenerkrankungen in der Familie. Inspektion des Auges. Prüfung der Augenreaktionen: Schaut das Baby aufmerksam in nahe Gesichter, folgt es mit den Augen einem bewegten Gegenstand nach beiden Seiten, wie reagieren die Pupillen auf Licht?
U43. bis 4. LebensmonatInspektion des Auges. Prüfung der Augenreaktion: Folgt das Baby mit den Augen einem Gegenstand? Seit 2017: Test auf Schielen, Ungleichsichtigkeit, Grauen Star.
U56. bis 7. LebensmonatDie Augen werden äußerlich untersucht. Wie bei der U4 werden die Reaktion beider Augen bei einer Lichtprüfung und die Blickfolge geprüft. Dabei kann auffallen, ob ein Auge schwächer fixiert oder ob es Hinweise auf Trübungen, Schielen, Augenzittern oder größere Unterschiede zwischen beiden Augen gibt.
U610. bis 12. LebensmonatAugen werden äußerlich untersucht. Die Ärztin oder der Arzt achtet auf sichtbare Auffälligkeiten, Augenzittern und eine auffällige Kopfhaltung. Außerdem werden die Blickfolge sowie Größe, Form und Lichtreaktion der Pupillen geprüft. Eine Lichtprüfung kann Hinweise auf Trübungen, Schielen, Augenzitterrn oder größere Unterschiede zwischen beiden Augen geben.
U721. bis 24. LebensmonatDie Augen werden äußerlich untersucht. Die Ärztin oder der Arzt achtet auf sichtbare Auffälligkeiten, Augenzittern und eine auffällige Kopfhaltung. Außerdem werden Größe, Form und Lichtreaktion der Pupillen geprüft. Eine Lichtprüfung kann Hinweise auf Trübungen, Schielen oder größere Unterschiede zwischen beiden Augen geben.
U7a34. bis 36. LebensmonatDie Augen werden äußerlich untersucht. Zusätzlich wird geprüft, ob die Pupillen normal reagieren, ob die Augen geradestehen und ob räumliches Sehen möglich ist. Mit einem altersgerechten Sehtest wird jedes Auge einzeln geprüft. So kann auffallen, ob ein Auge schlechter sieht als das andere. Diese Untersuchung liefert erste Hinweise, ob das Kind eine Brille benötigt.
U846. bis 48. LebensmonatDie Augen werden äußerlich untersucht. Die Ärztin oder der Arzt achtet auf sichtbare Auffälligkeiten, Augenzittern und eine auffällige Kopfhaltung. Außerdem werden die Pupillenreaktion, die Augenstellung, das räumliche Sehen und die Sehschärfe jedes Auges einzeln geprüft. Eine Untersuchung der Hornhautreflexe gibt Hinweise auf Schielen.
U960. bis 64. LebensmonatVor dem Schuleintritt wird das Sehvermögen noch einmal gezielt überprüft. Dazu gehören die äußere Untersuchung der Augen, die Kontrolle der Pupillenreaktion, die Prüfung der Augenstellung und des räumlichen Sehens sowie ein Sehtest für jedes Auge einzeln. Eine Untersuchung der Hornhautreflexe gibt Hinweise auf Schielen.

Hinweise auf Augenfehler und Sehstörungen: Was passiert nach der U-Untersuchung?

Ergeben sich bei einer U-Untersuchung Hinweise auf Augenfehler oder Sehstörungen, wird das Kind zur genauen Abklärung der Diagnose an eine Augenarztpraxis überwiesen. Dort wird entschieden, ob eine Behandlung notwendig ist, etwa eine Brille, Kontaktlinsen, eine Okklusionstherapie (Abkleben des besseren Auges) oder eine andere augenärztliche Maßnahme.

Prüfung der Sehfähigkeit bei der Schuleingangsuntersuchung

Die Schuleingangsuntersuchung (S1 oder SEU), auch als Einschulungsuntersuchung (ESU) bezeichnet, ist eine Pflichtuntersuchung, die in Deutschland nach festgelegten Kriterien der einzelnen Bundesländer durchgeführt wird. Zum Standard gehört überall eine Kontrolle der Sehfähigkeit des künftigen Abc-Schützen. Dabei prüft der für die Schuleingangsuntersuchung zuständige Arzt bei allen Kindern grundsätzlich die Sehschärfe, das räumliche Sehvermögen und das Farbensehen. Bei Auffälligkeiten empfiehlt er die Vorstellung des Kindes bei einem Augenarzt. Dieser untersucht die Sehfähigkeit des Kindes eingehender und entscheidet, ob eine Brille, Kontaktlinsen oder eine andere Behandlung nötig sind.

Kontrolle des Sehvermögens in der Schulzeit

Die bestandene Augenprüfung zur Einschulung ist kein Freibrief für dauerhaft gutes Sehen in der gesamten Schulzeit. Wenn die Kita-Kinder noch leicht weitsichtig oder normalsichtig sind, kann sich das im Schulalter wandeln. Ein neuer Lebensrhythmus und andere Sehgewohnheiten halten Einzug in den Lernalltag. Die Schüler verbringen weniger Zeit im Freien, schauen beim Lesen, Schreiben und Rechnen oft in naher Distanz in Bücher und Hefte, auf Bildschirme und Displays. Ab einem Alter von sechs Jahren kann sich die sogenannte Schulkurzsichtigkeit (Schulmyopie) entwickeln. Um diese und andere Sehstörungen frühzeitig zu entdecken, sollten die Augen und die Sehleistung während der gesamten Schulzeit regelmäßig kontrolliert werden.

Als Leistung der gesetzlichen Krankenkassen gibt es dafür die Jugendgesundheitsuntersuchung J1 für Jugendliche von 12 bis 14 Jahren. Kinder- und Jugendärzte empfehlen außerdem die zusätzlichen Vorsorgeuntersuchungen U10 im Alter von sieben bis acht Jahren, U11 im Alter von neun bis zehn Jahren und J2 im Alter von 16 bis 17 Jahren. Hier stehen ebenfalls die Sinnesfunktionen der Heranwachsenden auf dem Prüfstand. Diese Untersuchungen führen Kinder- und Jugendärzte beziehungsweise Allgemeinärzte durch. Bei festgestellten Auffälligkeiten an den Augen und Störungen des Sehvermögens führt der Weg zum Augenarzt. U10, U11 und J2 sind allerdings keine regulären gesetzlichen Pflichtleistungen aller Krankenkassen. Viele Krankenkassen übernehmen die Kosten ganz oder teilweise, häufig im Rahmen von Zusatzleistungen oder besonderen Verträgen. Deshalb sollten Eltern vorab bei der jeweiligen Krankenkasse nachfragen.

Auch wenn nicht alle Maßnahmen gesetzlich vorgeschrieben sind, sollten gerade bei Heranwachsenden keine großen Vorsorgelücken entstehen. Denn unerkannte Sehdefizite können die gesamte körperliche und geistige Entwicklung, die Sicherheit im Alltag und die Lernentwicklung beeinträchtigen. Bei rechtzeitiger Behandlung von Sehschwächen und einer Korrektion mit Brille oder Kontaktlinsen können Schule, Sport und Spiel leichter fallen.

Wichtige Termine für die Untersuchung der Kinderaugen

Kinder sollten grundsätzlich in folgenden Fällen vom Augenarzt oder Orthoptisten untersucht werden:

  • sofort bei deutlichen Auffälligkeiten wie Augenzittern, grau-weißlichen Pupillen, getrübter Hornhaut, lichtscheuen Augen oder hängendem Augenlid, aber auch bei schnellem Ermüden während der Schulaufgaben, Tollpatschigkeit oder Balancestörungen;
  • mit 6 bis 12 Monaten bei einem erhöhten Risiko von Augenerkrankungen oder Sehdefiziten, zum Beispiel durch Frühgeburt, durch erbliche Anlagen, durch bekannte Fehlsichtigkeiten in der Familie wie Schielen oder starke Kurzsichtigkeit;
  • spätestens mit 30 bis 42 Monaten, auch wenn keine Auffälligkeiten vorliegen – damit beispielsweise kleinwinkliges Schielen oder eine einseitige Sehschwäche frühzeitig entdeckt wird.

Buch: Jonas bekommt eine Brille

Dieses Buch soll Kindern die Angst vor dem Besuch beim Augenoptiker und der Brille als solches nehmen. Als Download erhalten Sie eine kostenlose 20-seitige Leseprobe.

Gratis herunterladen

Tafelcheck – Guter Lernerfolg durch gutes Sehen!

Mit dem kostenlosen Tafelcheck können nicht nur Lehrerinnen und Lehrer die Sehleistung von Kindern ab 4 Jahren testen und evtl. unentdeckte Sehschwächen erkennne. Inkl. Gebrauchsanweisung, Sehprobentafel, Sehzeugnis und Elterninfo.

Gratis herunterladen

Sehen will gelernt sein!

Mit dieser kostenlosen 16-seitigen Broschüre können Eltern sich über Sehschwächen von Babys, Schulkindern bis hin zu Jugendlichen informieren. Darüber hinaus: alles über Warnhinweise für Eltern, Babybrillen und Kinderbrillen und Infos zur Zwischen- und Vorsorgeuntersuchungen.

Gratis herunterladen

Kindermalbogen

Mit diesem gratis Kindermalbogen können Sie die Sehleistung Ihres Kindes sehr schnell überprüfen. Inkl. Elterninfo, Tipps für den Kinderbrillenkauf und Anzeichen für Sehprobleme.

Gratis herunterladen
Suche