Welche Brille braucht man nach einer Operation am Grauen Star?
Heute lassen sich künstliche intraokulare Linsen (IOL) in allen optischen Stärken herstellen. Der Arzt hat so die Möglichkeit, eine vor der Operation vorhandene Fehlsichtigkeit mit der Kunstlinse auszugleichen. Nach der Grauer Star OP können die meisten Betroffenen dann recht gut ohne Brille sehen.
Die Wahl fällt in der Mehrzahl der Fälle auf eine intraokulare Linse, mit der der Patient nach der Operation in der Ferne gut sieht und ohne Brille Auto fahren kann. Bei älteren Menschen wird manchmal eine geringe Kurzsichtigkeit von etwa –0,5 Dioptrien angestrebt, damit sie sich im Haushalt ohne Brille gut orientieren können. Zum Lesen aber brauchen alle diese Personen eine Brille – entweder eine einfache Lesebrille, eine Zweistärkenbrille oder eine Gleitsichtbrille.
In den ersten Wochen nach der Star-Operation reicht meistens eine einfache und kostengünstige Fertigbrille zum Lesen. Eine bessere Brille lohnt sich zu diesem Zeitpunkt noch nicht, denn das Auge verändert sich in der Heilungsphase nach der Operation.
Haben sich die optischen Verhältnisse stabilisiert, sollte unbedingt eine genaue Brillenbestimmung beim Augenoptiker oder Augenarzt erfolgen – denn wirklich gutes Sehen lässt sich auch nach der Operation des Grauen Stars nur mit der richtigen Brille erreichen. Warum ist das so?
Zum einen haben weit mehr als die Hälfte aller Betroffenen zusätzlich zu ihrer Kurz- oder Weitsichtigkeit eine Hornhautverkrümmung (Astigmatismus). Der Astigmatismus wird bei der Operation des Grauen Stars im Normalfall nicht beseitigt. Die richtige Brille korrigiert diese postoperativ weiterhin vorhandene Hornhautverkrümmung und sorgt für optimale Sehschärfe. Dies gilt sowohl für den Blick in die Ferne als auch für das Lesen.
Zum anderen gelingt es bei der Star-Operation häufig nicht, die angestrebte Brillenfreiheit exakt zu treffen. Der Fehler ist zwar meistens klein, doch es können durchaus Abweichungen von 0,5 Dioptrien oder mehr auftreten. Zudem kommen auch Unterschiede zwischen dem rechten und dem linken Auge vor. Nur, wenn diese ausgeglichen werden, ist entspanntes Sehen möglich. Der ausgeglichene, entspannte Zustand heißt binokulares Gleichgewicht.
Drittens sollte gerade bei älteren Menschen versucht werden, alle optischen Fehler so gut wie möglich zu korrigieren. In höherem Alter funktioniert die Netzhaut des Auges nicht mehr so gut wie in jungen Jahren. Kommt noch eine nicht optimal korrigierte Fehlsichtigkeit hinzu, ist das Sehen stark beeinträchtigt und die Lebensqualität sinkt.
Kurz gesagt: Wer am Grauen Star operiert wurde, braucht auch danach eine Brille zum Lesen und eventuell eine Brille für die Ferne. Mit der richtigen, von einem Fachmann ausgemessenen Brille sieht er nach der Star-OP scharf, kontrastreich und entspannt.