Blaulichtfilter-Brille
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Blaulichtfilter-Brille

Die Blaulichtfilter-Brille ist perfekt für alle, die jeden Tag viel Zeit vor dem Bildschirm verbringen. Brillen mit HEV-Licht-Filter entspannen die Augen auch auf lange Sicht.

Mit der Blaulichtfilter-Brille stressfrei durch den Tag | © Rymden / iStockphoto.com
Experte Priv.-Doz. Dr. Wolfgang Wesemann Lesezeit Statistik

Hilft oder schadet blaues Licht? Und wenn es die Gesundheit gefährden sollte, können Blaulichtfilter in Brillen schützen? Ein viel diskutiertes Thema in Zeiten digitaler Medien. Schließlich steckt das blaue Licht im natürlichen der Sonne ebenso wie im künstlichen von Bildschirmen und LED-Leuchten. Wir erklären die Eigenschaften von Blaulicht, seine möglichen Gefahren sowie ob und wie eine Blaulichtfilter-Brille helfen kann.

Was ist Blaulicht?

Es gibt sichtbares und unsichtbares Licht. Blaulicht gehört mit einer Wellenlänge von 380 bis 500 Nanometern zum sichtbaren Teil der elektromagnetischen Strahlung. Es ist kurzwellig und liegt im Lichtspektrum direkt neben der gefährlichen, nicht sichtbaren UV-Strahlung. Besonders der hochenergetische (HEV = High Energy Visible) blau-violette Wellenbereich von 415 bis 455 Nanometern kann unsere Augen schädigen. Andererseits sorgt das langwellige blau-türkise Licht von 465 bis 490 Nanometern für unser Wohlbefinden. Dafür, dass unsere biologische Uhr richtig tickt. Das blaue Licht hat also zwei Seiten: eine gute und eine schädigende.

Blaulicht hebt unser Wohlbefinden

Wir brauchen Licht zum Sehen, aber auch für unseren Bio-Rhythmus. Licht sorgt dafür, dass wir im Dunkeln schlafen und am Tag hellwach sind. Blaulicht trägt wesentlich dazu bei: Es unterdrückt am Tag das für den Schlaf verantwortliche Hormon Melatonin. Aufgrund dieser stimulierenden Eigenschaft hebt Blaulicht unsere Stimmung und wird – wohldosiert – sogar für Lichttherapien eingesetzt.

Blaulicht kann die Augen schädigen

Die Kehrseite der Medaille: Trifft das hochenergetische blau-violette Licht der Sonne (380 bis 455 Nanometer) ins Auge, kann es zu Entzündungen der Binde- und Hornhaut kommen sowie kumulativ im Laufe der Zeit zu Augenkrankheiten wie Grauer Star oder Makuladegeneration (AMD).

Ob das Blaulicht von Computerbildschirmen ähnliche Risiken beispielsweise für die Entstehung einer AMD birgt, ist wissenschaftlich nicht bewiesen. Fakt ist: Eine Stunde Einstrahlung von blauem Licht in die Augen ist an einem bedeckten Tag draußen 30 Mal höher als drinnen während einer Stunde Arbeit am PC.

Als störend kann sich die blaue Strahlung von Smartphone, Tablet & Co. aber auf den Schlaf-Wach-Rhythmus auswirken. Wer beispielsweise oft bis tief in die Nacht vor dem Bildschirm sitzt, ist dem blauen Licht lange und mit geweiteten Pupillen ausgesetzt. Die Bildung von Melatonin wird gehemmt, der Schlaf rückt in weite Ferne.

Viele Menschen klagen unter dem Einfluss von Blaulicht auch über Wahrnehmungsstörungen. Der Grund: Kurzwelliges Licht wird im Auge stärker gebrochen als langwelliges. Die möglichen Folgen sind Lichtstreuungen, vermindertes Kontrastsehen und höhere Blendempfindlichkeit.

Blaulichfilter-Brille bei Smartphones auch sinnvoll | © filadendron / iStockphoto.com Blaulichtfilter-Brille Smartphone

So funktioniert der Blaulichtfilter

Mit der Blaulichtfilter-Technologie werden die schädlichen HEV-Strahlen reflektiert. Dies geschieht mit Beschichtungen auf dem Brillenglas oder als Tönung im Brillenglas. Der Blaulichtfilter ist an einer leicht gelblichen Tönung erkennbar.

Es gibt zwei Arten von Blaulichtfilter-Brillen: Gelb-orangefarbene Sonnenbrillengläser mit Blaulichtfilter schwächen die Blauanteile des Lichts ab einer bestimmten Wellenlänge sehr stark – bestens bekannt aus dem Wintersport. Die anderen, weniger auffälligen Filterbrillen haben eine Tönung von etwa zehn Prozent. Die klaren Gläser reflektieren einen Teil des Lichts im blauen Bereich und eignen sich für den ganzen Tag.

Beide haben einen prima Nebeneffekt: Kontraste werden stärker wahrgenommen und Blendungen reduziert. Die Träger*innen sehen gefühlt schärfer und entspannter.

Blaulichtfilter-Brille mit und ohne Sehstärke

Von Brillen mit Blaulichtfilter kann jeder profitieren. Es gibt sie ohne Sehstärke, als Einstärken-, Gleitsicht- und Arbeitsplatzbrille.

Kosten einer Blaulichtfilter-Brille

Qualitativ hochwertige Blaulichtfilter-Brillen ohne Sehstärke kosten ab zirka 50 Euro. Kommt eine Sehstärke hinzu, werden zusätzlich mindestens 50 Euro fällig. Das ist natürlich immer abhängig von der Fassung und den Gläsern. Augenoptiker*innen beraten, für wen der Blaulichtfilter Sinn macht.

Kann man Brillengläser nachträglich mit Blaulichtfilter beschichten?

Leider nein. Brillengläser können nachträglich nicht bearbeitet werden. Die Alternative: neue Gläser mit eingearbeitetem Blaulichtfilter vom Fachmann in die vorhandene Fassung setzen lassen.

Blaulichtfilterbrille oder Bildschirmarbeitsplatzbrille?

Das eine schließt das andere nicht aus. Eine Bildschirmarbeitsplatzbrille ist eine Gleitsichtbrille, die einen Sehbereich für die nahen und mittleren Distanzen von 50 bis 100 Zentimeter abdeckt. Das ist der Abstand zwischen Tastatur, Monitor und der Kollegin gegenüber. Die Bildschirmarbeitsplatzbrille wird in der Regel mit Beginn der Alterssichtigkeit ab 45 notwendig. Der Blaulichtfilter ist lediglich eine Veredelung der Gläser und sinnvolle Option für die Bildschirmarbeitsplatzbrille.

Für wen sind Brillen mit Blaulichtfilter geeignet?

  • Computerarbeiter*innen: Wenn sich nach langem PC-Job Kopfschmerzen, Müdigkeit, Konzentrationsschwäche oder gerötete, trockene Augen bemerkbar machen, kann ein Blaulichtfilter in der Brille für Entspannung sorgen. Der Sehstress sinkt, die Konzentration steigt.
  • User*innen von Smartphone, Tablet & Co.: Sie lieben den digitalen Lifestyle. Immer erreichbar, immer mitteilungsbedürftig. In der Dämmerung und nachts sind Brillen mit Blaulichtfilter für sie doppelt sinnvoll, weil die Pupillen geweitet sind und mehr Blaulicht in die Augen gelangt.
  • Gamer*innen: Ihr Spaß beginnt nach der Arbeit und endet oft tief in der Nacht. Die sogenannten Gaming-Brillen haben eine leicht bräunliche Tönung und damit auch den Vorteil, dass das gefilterte Licht weniger grell ist und blendet.
  • Autofahrer*innen: Wer sich nachts von Xenon- und LED-Scheinwerfern entgegenkommender Fahrzeuge geblendet fühlt, ist mit einer Blaulichtfilter-Brille gut beraten. Im Gegensatz zur Sonnenbrille darf sie in der Dunkelheit auch getragen werden.

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