Brillen

Die Arbeitsschutzbrille – Schutz der Augen im Beruf

Schutzbrille mit Sehstärke Arbeitsschutzbrille
Arbeitsschutzbrille, Bügel-Schutzbrillen, Über-Schutzbrillen und Vollsicht-Schutzbrillen | Bild: © sturti / iStockphoto.com

Viele Menschen arbeiten täglich mit Materialien oder Werkzeugen, die eine potenzielle Gefährdung der Augen darstellen. Für diese Berufsgruppen ist das Tragen einer geeigneten Schutzbrille während der Arbeit absolut notwendig. Nicht immer wird aber genug darauf geachtet: Pro Jahr ereignen sich mehr als 25.000 Arbeitsunfälle, bei denen die Augenpartie betroffen ist, so der TÜV Rheinland unter Berufung auf die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung.

Was Arbeitsschutzbrillen können müssen

Die Gläser von Schutzbrillen sollten nicht beschlagen. Selbst bei häufigem Wechsel zwischen drinnen und draußen müssen Brillenträger möglichst ungehindert sehen können. Aus diesem Grund ist auch die Innenseite der Gläser beschichtet. Von außen muss die Brille kratzfest sein, um Chemikalien oder Schweißfunken standzuhalten. Zudem sollte sie gründliche Reinigungsprozeduren überstehen. Schutz vor UV- und Infrarotstrahlung sowie gegen Blendung ist ebenfalls wichtig.

Besonders bei längerem Tragen und schweißtreibenden Arbeiten spielt der Tragekomfort eine wichtige Rolle. Die Brille soll nicht unangenehm drücken und das Sichtfeld nicht zu sehr einengen. Wird der Kopf nach unten geneigt, darf die Brille nicht von der Nase rutschen.

Einsatz von Schutzbrillen im Beruf

Welche Arbeitsschutzbrille zum Einsatz kommt, hängt von der jeweiligen Berufstätigkeit und den damit verbundenen Gefährdungen ab.

Unterscheiden lassen sich:

  • mechanische Gefährdung (Stiche, Stöße oder Fremdkörper wie Staub und Splitter)
  • optische Gefährdung (UV-Licht, Laserstrahlen, Infrarotlicht)
  • chemische Gefährdung (Säuren, Lösungen, Dämpfe)
  • thermische Gefährdung (Hitze, Kälte)
  • biologische Gefährdung (Bakterien, Sporen)
  • elektrische Gefährdung (Lichtbögen)

Typen von Schutzbrillen

Schutzbrillen ohne Sehstärke gibt es als einfache Bügelbrillen, als Vollsichtbrillen oder Überbrillen.

Bügelschutzbrillen ähneln in Form und Gestell optischen Brillen. Die Bügel können gebogen oder gerade sein. Sehr flache Bügel sorgen für hohen Tragekomfort, vor allem in Kombination mit Helm und Gehörschutz.

Vollsichtbrillen haben einen Rundumschutz. Weiches Dichtmaterial schirmt die Augenpartie komplett ab und schützt vor herumfliegenden Fremdkörpern. Die Brille wird mit einem Kopfband befestigt, eine weiche, ergonomische Stirnauflage erhöht den Tragekomfort.

Überbrillen können über einer Korrektionsbrille getragen werden.

Bei Polizei und Armee kommen ballistische Schutzbrillen immer dann zum Einsatz, wenn Gefahren durch Explosionen bestehen und die Augen ganz besonders geschützt werden müssen. Damit die Brille gut sitzt und sich angenehm trägt, verfügt sie über eine spezielle Polsterung. Je nach Bedarf lassen sich die Gläser austauschen.

Die Schutzbrille für Chemie und Labor

Eine Arbeitsschutzbrille schützt die Augen je nach Erfordernis vor schädlichen Einflüssen wie Staub, Splittern, spritzender Säure, Feuerfunken, UV-Licht oder Regen. Vor allem bei Berufsgruppen, die im Labor arbeiten, sind die Augen gefährdet: durch Lösungen, ätzende Chemikalien, Dämpfe, Hitze oder auch Laserstrahlen. Wer sich hier nicht richtig schützt, riskiert sein Augenlicht. Mögliche Folgen sind Bindehautentzündungen, Schäden an Hornhaut und Netzhaut bis hin zur Erblindung.

Um sicheres Arbeiten und gutes Sehen zu gewährleisten, müssen Schutzbrillen fürs Labor entsprechend große Gläser und einen Seitenschutz haben. Die Gläser sind kratzfest, beschlagfrei und brauchen einen 100-prozentigen UV-Schutz. Wird die Schutzbrille über viele Stunden getragen, sollte sie gut sitzen und möglichst leicht sein. Das Material ist daher zumeist ein spezieller Kunststoff.

Die Arbeitsschutzbrille für Brillenträger (Überbrille)

Die meisten Menschen jenseits der 40 tragen eine Sehhilfe, auf die sie auch im Alltag angewiesen sind. An Arbeitsplätzen, an denen die Augen starken Gefahren ausgesetzt sind, reicht eine normale Korrektionsbrille jedoch nicht aus, um das Augenlicht ausreichend zu schützen. Hier bieten sich sogenannte Überbrillen an, die über der Korrektionsbrille getragen werden.

Entscheidend ist hier, für welche Berufstätigkeit die Schutzbrille benötigt wird. So eignen sich Überbrillen in Form von Korbbrillen besonders im Handwerk, in der Metallverarbeitung oder beim Bau, da sie die Augen und die Korrektionsbrille umschließen und das Eindringen von Fremdkörpern verhindern. Da Überbrillen keine Lüftungsöffnungen haben, müssen sie mit einer besonders wirksamen Antibeschlagbeschichtung ausgestattet sein.

Die Arbeitsschutzbrille mit Sehstärke (Korrektionsschutzbrille)

Manche Brillenträger finden es unangenehm, während der Arbeit zusätzlich zu ihrer Korrektionsbrille eine zweite Brille, also eine Überbrille, zu tragen. Sie klagen über Druckstellen auf Ohren und Schläfen. In diesen Fällen ist eine individuelle Schutzbrille in der passenden Sehstärke eine gute Lösung. Eine Schutzbrille mit Sehstärke hat mehrere Vorteile: Der Tragekomfort ist hoch. Doppelbilder und störende Lichtreflexionen, die beim Tragen von Überbrillen auftreten können, werden vermieden. Ebenso ist uneingeschränktes Sehen für Fehlsichtige häufig nur mit einer Schutzbrille mit Sehstärke gewährleistet – nicht aber mit einer Überbrille. Schutzbrillen mit Stärke bekommt man als Bügelbrillen und als Korbbrillen.

Eine Schutzbrille mit Sehstärke muss den erforderlichen Schutz für die Augen bieten und zugleich perfekt sitzen. Daher sollte sich der Fehlsichtige die Brille immer beim Augenoptiker anfertigen lassen und nicht im Internet bestellen. Der Augenoptiker passt die speziellen Gläser in der erforderlichen Sehstärke an, berät, welche Fassung in Frage kommt, und sorgt dafür, dass die Brille auch zur Kopfform passt.

Häufig gestellte Fragen zum Thema Arbeitsschutzbrille:

Welche Berufsgruppen brauchen eine Schutzbrille?

  • Chemiker, Biologen, Laboranten: Schutz vor Chemikalien, Lösungsmitteln, ätzenden Säuren, Dämpfen oder Bakterien und Viren.
  • Tischler, Schreiner: Schutz vor Staub und Holzspänen.
  • Metallarbeiter, Schweißer: Schutz vor Eisenspänen, Schweißfunken und Lichtbögen.
  • Mediziner, Wissenschaftler und andere Berufsgruppen, die mit Laserstrahlen arbeiten: Laserschutzbrille.
  • Berufe im Militär: ballistische Schutzbrillen.
  • Feuerwehrleute: Schutz vor Hitze, Rauch, Flammenfunken, Infrarotstrahlung.
  • Gärtner, Beschäftigte in der Forstwirtschaft: Schutz vor UV-Strahlen, Spänen, Pflanzenresten und giftigen Raupen (Eichenprozessionsspinner).

Zahlt der Arbeitgeber die Schutzbrille?

Nach § 2 der Persönlichen Schutzausrüstung-Benutzungsverordnung muss der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer eine geeignete persönliche und individuell angepasste Schutzausrüstung zur Verfügung stellen. Dazu gehört auch der Augen- und Gesichtsschutz. Trägt der Arbeitnehmer eine Korrektionsbrille, ist der Arbeitgeber dazu verpflichtet, die Kosten für die Schutzbrille mit Sehstärke zu übernehmen. Wichtig ist dabei, dass die Korrektionsschutzbrille der DIN EN 166 entspricht und nach dieser Norm zertifiziert ist.

Warum reicht die Korrektionsbrille als Arbeitsschutzbrille nicht aus?

Eine Korrektionsbrille bietet keinen ausreichenden Schutz für die Augen. Sie deckt die Augenpartie viel zu wenig ab. Außerdem haben die Gläser in der Regel nicht genug mechanische Festigkeit, um vor möglichen Verletzungen zu schützen.

Kann ich eine Schutzbrille einfach so über meine Korrektionsbrille tragen?

Über eine Korrektionsbrille darf zum Schutz der Augen nur eine sogenannte Überbrille getragen werden. Eine einfache Schutzbrille passt häufig nicht über die Korrekturbrille. Überbrillen hingegen bieten genügend Platz für die Alltagsbrille. Noch besser allerdings ist eine Schutzbrille mit Sehstärke. Einer der Vorteile: Die Brille beschlägt nicht.

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