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Glossar

A

Ablagerungen

Kontaktlinsen haben, salopp gesagt, ein aufnehmendes Wesen. Werden sie getragen, lagern sich darauf mit der Zeit allerlei Substanzen ab. Das ist nicht weiter schlimm, sondern ein völlig normaler Vorgang, doch sollte man darüber Bescheid wissen. Zwei Arten von Ablagerungen sind zu unterscheiden: solche, die von „innen“ kommen, wie Tränen, Schleimstoffe oder Salze und solche, die durch Fremdkörper ins Auge bzw. an die Linse gelangen. Dazu gehören Partikel von Rauch und Staub, Rückstände von Make-Up oder auch Blütenpollen. Alle diese Ablagerungen können das Sehen und den Tragekomfort empfindlich stören, im schlechtesten Fall gibt es irreparable Schäden. Deshalb führt an einer täglichen Reinigung der Kontaktlinsen kein Weg vorbei.

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Acetat

Acetat - auch Azetat geschrieben – hat in puncto Verwendungsmöglichkeiten eine verblüffende Karriere zurückgelegt. Früher kannte man das Material vor allem aus der Textilbranche. Zum großen Teil besteht Acetat aus der Naturfaser Baumwolle und eignet sich prima zur Herstellung von Kleider-, Blusen- und Futterstoffen. Acetat ist elastisch, formbeständig, angenehm zu tragen und hat einen mattschimmernden Glanz – diese Eigenschaft erinnert an Seide. Erst viel später wurde das Material für die Augenoptik entdeckt und sorgte dort für Furore. Acetat-Brillen werden heute von allen ambitionierten Brillendesignern gestaltet. Die Vorteile sind nicht zu übersehen: Brillenfassungen aus Acetat haben besonders angenehme Trageeigenschaften. Zudem lassen sich mit diesem Material außergewöhnliche Effekte in der Form- und Farbgestaltung erzielen.

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Achse

Wer eine Sehhilfe benötigt, lernt, was eine Achse ist. Die Achse – im Brillenpass unter der Abkürzung A zu finden - ist der Wert, der angibt, in welchem Winkel zur Horizontalen die Hornhaut verkrümmt ist. Wie wir das aus dem Mathematikunterricht kennen, wird dieser Winkel mit der Bezeichnung Grad ° angegeben. Beim menschlichen Auge liegen die Werte zwischen 0° und 180°. Der Wert zeigt an, an welchen Stellen des Brillenglases die Dicke variiert und in welchem Winkel die Brillengläser in die Fassung eingepasst werden müssen.

Adaptation

Das Auge ist ein Wunder der Natur. Die Funktionsweise erinnert an einen Fotoapparat. Die von einem Gegenstand ausgehenden Lichtstrahlen treffen auf die äußere Hornhaut (Cornea), die zusammen mit der dahinter liegenden Linse und dem gallertartigen Glaskörper den lichtbrechenden Teil des Augapfels bildet. Die farbige Regenbogenhaut, auch Iris genannt, fungiert als Blende. Dann kommt ihre Öffnung, die Pupille, zum Einsatz. Sie passt sich durch Muskelkontraktion dem Lichteinfall automatisch an: Bei hellem Lichteinfall, etwa an einem wolkenlosen, heißen Sommertag verengt sich die Pupille, in einer dunklen Umgebung weitet sie sich, damit möglichst viel von dem wenigen Licht ins Auge einfallen kann. Diese grandiose Fähigkeit des menschlichen Auges, sich den verschiedensten Lichtverhältnissen geschmeidig anzupassen, nennt man Adaptation.

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Akkommodation

Die Akkommodation ist ein anschauliches Beispiel dafür, welche herausragende Leistung die Augen tagtäglich für uns vollbringen und das praktisch immer, wenn wir sie geöffnet haben. Akkommodation bezeichnet die Fähigkeit der Augen, Objekte und Menschen sowohl in der Nähe als auch in der Distanz deutlich wahrnehmen zu können, und zwar in scharfen Konturen und mit klar gezogenen Umrissen, ganz unabhängig von der Entfernung. Diese Anpassungsleistung des Auges ist ein dynamischer Prozess: Der Muskel, der die Augenlinse umschließt, zieht sich zusammen oder entspannt sich. Durch diese Bewegung verformt sich die Linse und verändert ihre Brechkraft. Mit zunehmendem Alter verliert die Linse an Elastizität. Die Fähigkeit zur Einstellung auf die Nähe geht dadurch immer mehr verloren. Siehe auch Alterssichtigkeit.

All-In-One-Lösung

So verlässliche Begleiter Kontaktlinsen in allen Lebenslagen auch sind, bleiben sie doch anfällig für Schmutz und Ablagerungen. Trägt man keine Tageskontaktlinse, heißt das: Die winzigen Schalen müssen gewissenhaft gereinigt werden. Doch lässt sich das leicht bewerkstelligen. Für jeden Kontaktlinsentypus gibt es heute ein spezielles und bewährtes Pflegesystem. Sehr beliebt ist die All-In-One-Lösung, auch Kombilösung genannt oder etwas geschraubt: „Einstufenreinigungssystem“.

Für Kontaktlinsenträger, die auf ein schnelles, einfaches und doch effizientes Pflegeverfahren Wert legen, kann das eine gute Option sein. Mit einem Fläschchen können sämtliche Reinigungsschritte durchgeführt werden. Eine einzige Flüssigkeit reinigt die Kontaktlinse, spült sie ab, desinfiziert sie und dient auch noch zu ihrer Aufbewahrung in der Nacht. Doch damit nicht genug. Mittlerweile gibt es sogar All-In-One-Lösungen, die Proteinentferner enthalten.

Allergien

Wer von Allergien geplagt ist, hat's nicht leicht. Auch beim Brillenkauf muss er mehr berücksichtigen als andere. Nickel etwa ist Bestandteil der meisten Metallfassungen, sein Anteil kann bis zu 50 Prozent ausmachen. Gegen Nickel sind rund 15 Prozent der Bevölkerung allergisch. Das ist jedoch keine Katastrophe. Um die Abgabe von Nickel weitgehend zu unterbinden, kann der Optiker bereits getragene Nickelbrillen mit einer Schutzschicht überziehen. Zudem gibt es zu Nickel Alternativen. Ob Keramik, Gold, Edelstahl, Titan oder Acetat. Noch nie wurden Brillen aus so unterschiedlichen Materialien gefertigt wie heute. Selbst bei einer Kunststoffallergie gibt es gute Lösungen: Nasenpads und Bügelenden, die bei Metallbrillen oft aus Kunststoff gefertigt sind, können gegen solche aus Silikon ausgetauscht werden. 

Auch bestimmte Kontaktlinsenpflegemittel und Nachbenetzungstropfen können Allergien auslösen oder begünstigen. Hier ist es wichtig, zusammen mit dem Anpasser das richtige Pflegemittel auszusuchen. 

Alternierende Kontaktlinsen

Bei Multifokallinsen unterscheidet man zwischen alternierenden und simultanen Varianten. Alternierende Kontaktlinsen funktionieren nach dem gleichen Prinzip wie Bifokalgläser und Bifokallinsen: Es gibt einen Nah- und einen Fernbereich, die von einander abgegrenzt sind. Senkt man den Blick, so kann man durch den Nahbereich lesen, schaut man geradeaus, sieht man in die Ferne scharf. 

Bei simultanen Kontaktlinsen wird jedes Objekt sowohl vom Nah- als auch vom Fernteil abgebildet. Das nahe Objekt wird vom Nahteil scharf, vom Fernteil unscharf abgebildet (und umgekehrt beim fernen Objekt). Man hat daher immer ein scharfes Bild mit einem leicht unscharfen Untergrund. Dieses Bild kann das Auge dennoch sofort als scharf erkennen. 

Alterssichtigkeit

Niemand wird jünger und dann ist es soweit. Bei den meisten von uns im fünften Lebensjahrzehnt. Man merkt es vor allem beim Lesen. Plötzlich sind die Arme zu kurz, die Buchstaben zu klein und die Zahlen verschwimmen. Das Phänomen heißt Alterssichtigkeit und der Weg aus dem Schlamassel Lesebrille. 

Gemeint ist eine allmählich auftretende Sehschwäche im Nahbereich, die im Fachjargon auch "Presbyopie" genannt wird. Ursache für diese Lästigkeit ist eine Veränderung der Augenlinse: Bei allen Menschen wird sie mit zunehmendem Alter steifer. Die Linse schafft es immer schlechter, sich zu der rundlichen Form zu krümmen, die notwendig ist, um Objekte in der Nähe scharf zu stellen. Der Versteifungsprozess setzt übrigens schon in jungen Jahren ein, nur bemerkt man ihn dann noch nicht. 

Anisometropie

Dass Goethe den „Faust“ geschrieben hat, wissen die meisten, aber dass er mit seinem Namen auch die Augenoptik bereichert hat, wohl die wenigsten. Goethe litt an einem Augenproblem, dass als "Goethe-Blick“ bekannt geworden ist. Der Überlieferung zufolge sah der berühmteste aller deutschen Dichter auf einem Auge weitgehend normal, während er auf dem anderen Auge kurzsichtig war. Dank dieses Phänomens konnte er auch im Alter nah und fern deutlich sehen, und das ganz ohne Brillengläser.

Der Goethe-Blick ist ein prominentes Beispiel für eine Anisometropie: beide Augen haben verschiedene Sehstärken oder eine jeweils anders ausgeprägte Fehlsichtigkeit. Bei den meisten Menschen liegt zumindest eine leicht unterschiedliche Fehlsichtigkeit vor.

Anpassung

Deutschland ist ein Brillenland. Mehr als 60 Prozent aller Erwachsenen tragen eine Brille. Sie ist zum selbstverständlichen Alltagsbegleiter geworden. Besser sehen heißt mehr Lebensqualität - so einfach.

Um die perfekte Brille oder auch Kontaktlinse zu finden, ist jedoch ein bisschen Aufwand nötig. Jede Fehlsichtigkeit ist anders, und auch die Anforderungen ans gute Sehen können sehr unterschiedlich sein, immer müssen auch die individuellen Lebensumstände berücksichtigt werden. Deshalb ist die persönliche Beratung und Anpassung durch den Augenoptiker so wichtig. Im Zentrum der Anpassung steht die Augenglasbestimmung. Mit modernster Technik misst der Augenoptiker den Grad der Fehlsichtigkeit und bestimmt daraufhin Brillenglas oder Kontaktlinsen. 

Antibeschlag-Beschichtung

Brillenträger können ein Lied davon singen: Kommt man im Winter aus der frostigen Kälte in die warme Stube, sieht man erst einmal gar nichts. Das Brillenglas beschlägt, man hat einen Nebelschleier vor Augen. Nimmt man die Brille ab und wischt am Glas herum, wird die Sicht besser, aber von glasklar kann auch nicht die Rede sein. Oder in der Küche: Wenn man Nudelwasser aufsetzt und Fleisch in der Pfanne brät, steigen warme Dämpfe hoch und vernebeln den Blick.

Doch auch hierfür gibt es Lösungen. Antibeschlag-Beschichtungen, auch "Anti-Fog“-Beschichtungen genannt, sind spezielle Oberflächenbehandlungen bei durchsichtigen Flächen. Sie verhindern, dass sich durch Kondensation ein lichtstreuender Belag aus sehr kleinen Wassertröpfchen bildet.

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Asphärische Gläser

Einstärkengläser sind Brillengläser, die über das gesamte Glas nur eine einzige Sehschwäche korrigieren. Asphärische Gläser sind eine Variante davon. Hier ist die Krümmung der Glasflächen nicht konstant, sondern wird zum Rand hin flacher. Dadurch können die Gläser sehr dünn, aber trotzdem mit einer optimalen Abbildungsqualität hergestellt werden. Das kann bei großen Brillengestellen vorteilhaft sein und überzeugt zudem auch ästhetisch. Der sogenannte "Eulenblick“ hinter dickem Glas fällt weg. Bei korrekter Anfertigung machen sich die Vorteile von asphärischen Brillengläsern am meisten bei Weitsichtigkeit bemerkbar. Asphärische Gläser bringen hier ab einer Dioptrienstärke von etwa plus 2,5 eine entscheidende Verringerung der Glasdicke.

Asthenopische Beschwerden

Das Wort kommt, wie in der Fachterminologie der Augenoptik häufig der Fall, aus dem Griechischen. Sinngemäß bedeutet Asthenopie "Sehschwäche" oder auch "schwaches Sehen". Asthenopische Beschwerden sind Unwohlgefühle bei starker Augenbelastung. Die Symptome sind zum Großteil eher unspezifisch.

Morgens nach dem Aufwachen sind die Betroffenen zumeist noch völlig beschwerdefrei. Erst nach zunehmender Beanspruchung des Sehsinns treten im Laufe des Tages dumpfe Schmerzen hinter den Augen, sowie in der Stirn- und Schläfengegend auf. Manchmal kommen Schwindel und Übelkeit hinzu.

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Astigmatismus

Menschen mit einem Astigmatismus sehen unscharf und verzerrt. Die Vorderfläche ihrer Hornhaut ist nicht glatt gerundet wie bei einer Kugel, sondern verformt, gekrümmt, gebogen wie bei einem amerikanischen Football.

Die Einzelheiten, die das Auge wahrnimmt, werden nicht punktförmig abgebildet, sondern erscheinen auf der Netzhaut verzerrt. Astigmatismus ist meist angeboren, die daraus resultierende Fehlsichtigkeit kann in der Regel problemlos mit Brille oder Kontaktlinsen korrigiert werden. Siehe auch Hornhautverkrümmung.

Aufbewahrungsbehälter

Die Kontaktlinse über Nacht in einem Esslöffel voller Leitungswasser zu deponieren, mag wie eine besonders kreative Lösung erschienen, ist jedoch nicht sehr klug. Weiche Linsen quellen im Wasser stark auf und werden so unbrauchbar. Für Kontaktlinsenträger sollte es deshalb selbstverständlich sein, ihre wertvolle Sehhilfe über Nacht in einem dafür geeigneten Behälter aufzubewahren, in dem sich zudem eine Desinfektions- oder Kombilösung befindet. Aufbewahrungsbehälter bestehen in der Regel aus zwei Kammern, die mit einem R (rechts) und einem L (links) gekennzeichnet sind, damit die Linsen nie vertauscht werden. Da sich in dem Behälter schnell Keime bilden können, ist auch hier ein bisschen Pflege notwendig. Der Aufbewahrungsbehälter sollte deshalb jeden Tag mit einer Kombi- bzw. Kochsalzlösung ausgespült werden. Danach wird er an der Luft getrocknet, nicht jedoch mit einem Handtuch, das Keime enthalten könnte. Der Aufbewahrungsbehälter sollte spätestens nach 3 Monaten ausgetauscht werden. 

Aufbewahrungslösung

Aufbewahrungslösungen werden benötigt, damit Linsen in der Zeit, in der sie sich nicht im Auge befinden, mit der notwendigen Flüssigkeit versorgt werden Für weiche Linsen ist das zwingend erforderlich, da sie ihre Form verlieren, wenn das Material austrocknet. Die Konservierungsstoffe der gängigen Lösungen sind so konzentriert, dass sie innerhalb einiger Stunden die Keime abtöten, die sich zwangsläufig immer wieder auf den Linsen bilden. 

Die genaue Konzentration der Konservierungsstoffe ist eine Wissenschaft für sich, denn es muss ein Mittelweg zwischen zwei eigentlich unvereinbaren Forderungen erreicht werden: Für die keimtötende Wirkung soll das Desinfektionsmittel in der Lösung so hoch wie möglich dosiert sein, im Hinblick auf die Gesundheit der Augen empfiehlt sich hingegen eine möglichst geringe Konzentration, da Konservierungsstoffe den Augen auf Dauer nicht gut tun, nicht zuletzt weil sie Allergien auslösen können.

Auge

Der Sehsinn ist unser Fenster zur Welt. Rund 80 Prozent aller Informationen über unsere Umwelt erhalten wir über unsere Augen. Sie leisten tagtäglich Schwerstarbeit – ein Naturwunder, wenn man sich vergegenwärtigt, wie scharf und kontrastreich, dreidimensional und bunt, wir die Welt erblicken. 

Sehen können bedeutet, dass Licht ungehindert durch das gesamte Auge bis zur Netzhaut gelangt. Dort werden biochemische Prozesse ausgelöst, die als Informationen vom Sehnerv in das Gehirn weitergeleitet und dort verarbeitet werden. Pro Sekunde nehmen die Augen viele Milliarden Informationen auf und geben sie ans Gehirn weiter. Kein Wunder, dass der Sehsinn in unserer Kultur als der dominanteste, wenn nicht gar wichtigste aller Sinne gilt.

Augenarzt

Früher hieß der Augenarzt noch Okulist, was mit dem Okkultismus gar nichts zu tun hat, denn wir haben es hier mit einer seriösen und zudem auch noch immens wichtigen Berufsgruppe zu tun. Der Augenarzt kümmert sich um Erkrankungen und Funktionsstörungen des Sehorgans und des Sehsinnes und behandelt sie medizinisch. Die Operation des Grauen Stars ist die vermutlich am häufigsten durchgeführte medizinische Operation weltweit. Auch deshalb zählt die Augenheilkunde – fachsprachlicher Ausdruck: Ophthalmologie von griechisch "Auge“ - zu den chirurgischen Teildisziplinen, obwohl ihr heutzutage zahlreiche, hochwirksame Medikamente und Hilfsmittel zur Verfügung stehen.

Augenoptiker

Die Geschichte der Brille und somit auch die der Augenoptik ist mehr als 700 Jahre alt. Während die Arbeit der früheren Brillenmacher fast ausschließlich handwerklich geprägt war, spielen bei den Augenoptikern heute eine fundierte Sehberatung und sorgfältige Anpassung die herausragende Rolle. Mit Hilfe modernster Technik misst der Augenoptiker die Stärke der Fehlsichtigkeit und bestimmt Brillengläser oder auch Kontaktlinsen.

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Austauschsysteme

Kontaktlinsen halten nicht ein Leben lang. Aufgrund von Ablagerungen lässt der Tragekomfort im Laufe der Zeit nach. Auch bei gewissenhafter Pflege bleibt dieser Verschleiß nicht aus. Bewährt haben sich verschiedene Austauschsysteme, bei denen die  Linsen in einem festen Rhythmus gewechselt werden. Je nach individuellen Anforderungen kann zwischen Wochenlinsen, Monatslinsen, Halbjahreslinsen oder Jahreslinsen gewählt werden. Linsen mit kurzen Tragezeiten haben den Vorteil, dass sich nicht so viele Ablagerungen bilden können. Ein verführerischer Sonderfall stellt die Tageskontaktlinse dar. Bei ihr entfällt jegliche Pflege. Für alle anderen Austauschlinsen gilt: Sie müssen genauso „gut“ behandelt werden wie jede andere konventionelle Linse auch. Und das heißt sorgfältige Pflege jeden Tag - reinigen, desinfizieren und mit Kochsalzlösung abspülen. 

B

Basiskurve

Ohne Mathematik geht gar nichts. Für eine individuelle Anpassung von Kontaktlinsen sind vor allem zwei Messwerte wichtig: Der DIA-Wert, der den Durchmesser der Linse bestimmt, und der BC-Wert, der Basiskurve und damit die Krümmung der Linsenrückfläche beschreibt. Um die Basiskurve zu bestimmen, wird die Wölbung des Auges gemessen und dann entschieden, wie die Linse sitzen soll. Die Basiskurve muss zur Krümmung des Auges passen. Das ist oft ein ganz anderer Wert als der Hornhautradius. Der Kontaktlinsen-Spezialist weiß genau darüber Bescheid.

Je größer der Wert der Basiskurve, desto weniger gekrümmt ist die Linie und desto "lockerer“ sitzt sie auf dem Auge. Aber das hängt auch von der individuellen Beschaffenheit der Hornhaut ab. Je nach Kontaktlinsenprodukt bieten die Hersteller bei Tauschlinsen nur eine oder zwei, bei individuellen Linsen auch sehr viele  Basiskurven an.

Benetzung

Auch das hat die Natur zu unserem Besten eingerichtet: Durch die Bewegung unserer Augenlider, insbesondere durch den Lidschlag, wird die von körpereigenen Drüsen produzierte Tränenflüssigkeit gleichmäßig auf die Augen verteilt. Das sorgt dafür, dass Fremdkörper wie Staub oder Sandkörner, die manchmal ins Auge kommen, sofort wieder weggespült werden. Die Tränenflüssigkeit gewährleistet zudem, dass Bindehaut und Hornhaut immer gleichmäßig befeuchtet werden und möglichst niemals austrocknen. Manchmal reicht dafür jedoch die körpereigene Tränenflüssigkeit nicht aus, vor allem im Alter wird oft zu wenig davon produziert. Oft werden auch nur zu wenige und unvollständige Lidschläge gemacht. Betroffene leiden dann an trockenen Augen und bisweilen auch an anderen unangenehmen Begleiterscheinungen wie etwa einer Entzündung zunächst der Augenlider und später auch der Hornhaut.

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Bifokalgläser

Benjamin Franklin war einer der Gründerväter der Vereinigten Staaten und hat zudem den Blitzableiter erfunden. Doch ist das noch lange nicht alles. Ihm verdanken wir auch die Brille mit Bifokalgläsern. 

Davon genervt, im Alltag ständig seine Fernbrille gegen die Lesebrille austauschen zu müssen, kam er 1770 auf die Idee, zwei Brillengläser mit unterschiedlicher optischer Wirkung in einer Brillenfassung zu montieren – entstanden war das so genannte "Franklinglas". Mit der Bifokalbrille oder auch Zweistärkenbrille sieht man sowohl im Nah- als auch im Fernbereich scharf. 

Der Lesebereich befindet sich meist im unteren Teil, der Rest des Glases korrigiert das Sehen in weite Entfernungen. Die Trennlinie zwischen den beiden Korrektionsbereichen im Glas war dabei früher deutlich sichtbar. Eine Alternative zu Bifokalbrillen sind Gleitsichtbrillen.

Bifokallinsen

Bifokale Kontaktlinsen ähneln in ihrem Aufbau den Bifokalgläsern und sind besonders bei Alterssichtigkeit  nützlich, die bereits ab dem 40. Lebensjahr auftreten kann. Durch zwei integrierte Sehstärken ermöglichen diese Linsen einen klaren und kontrastreichen Blick sowohl im Nah- als auch Fernbereich. Bei der alternierenden segmentförmigen Bifokallinse ist der untere Teil für die Nahsicht zuständig. Schaut man hingegen geradeaus, fällt der Blick durch den oberen Teil der Linse und man sieht in der Ferne scharf. 

Es gibt aber auch ganz anders aufgebaute Kontaktlinsen, die bei Alterssichtigkeit helfen, allen voran die weit verbreiteten Simultanlinsen. Hier sind beide Stärken gleichzeitig vor dem Auge und das Gehirn sucht sich die richtige Stärke aus. Nach diesem Prinzip funktionieren die meisten Austauschlinsen. Neben den Bifokallinsen werden heute häufig Multifokallinsen verwendet, in die auch eine mittlere Stärke für den Zwischenbereich integriert ist.

Bildschirmarbeitsplatzbrille

Für rund 21 Millionen Menschen in Deutschland ist der Bildschirm vielleicht nicht der Nabel der Welt, wohl aber das Zentrum ihres Arbeitsplatzes. Unstet schweift ihr Blick vom Monitor zu den Tasten, von den Papieren auf dem Tisch hin zum Kollegen gegenüber. Doch nicht nur für die Augen ist das eine große Herausforderung. Hinzu kommt die starre Haltung von Kopf und Rücken beim Sitzen. Fehlsichtige, die viele Stunden am Computer arbeiten, benötigen deshalb eine Sehhilfe, die speziell für diese Anforderungen konzipiert ist. Der Sehabstand zwischen Augen und Bildschirm liegt zwischen 50 und 100 Zentimetern. Die klassische Lesebrille, aber auch Gleitsichtbrillen, die diesen mittleren Abstandsbereich nur in einem schmalen Teil korrigieren, stoßen da an ihre Grenzen. Hier schaffen so genannte Bildschirmarbeitsplatzbrillen Abhilfe. Gläser für Computerarbeit vereinen mehrere Korrekturfunktionen in sich. Sie haben ihren Schwerpunkt auf der Kurz- und Mitteldistanz, berücksichtigen also den Abstand zur Tastatur und zum Bildschirm. Da in Büroräumen meistens zahlreiche Lichtquellen vorhanden sind, lohnt sich zudem eine Entspiegelungsschicht für die Gläser.

Bildschirmarbeitsplatzbrillen sind immer Spezialanfertigungen, die Alter und Brillenstärke des Trägers, aber auch die individuellen Anforderungen am Arbeitsplatz genau berücksichtigen. Bei richtiger Anpassung ermöglichen sie ein völlig entspanntes Sehen bei gesunder Körperhaltung.

Bindehautentzündung

Jucken, Brennen, verklebte Augenlider am Morgen und vor allem rote Augen sind die Symptome. Die Bindehautentzündung ist die mit Abstand häufigste Augenerkrankung. Das unangenehme Gefühl, „man habe Sandkörner im Auge“ gehört dazu. Die Augen sondern zudem vermehrt Sekret ab, das wässrig, schleimig oder eitrig sein kann. Auch die Lichtempfindlichkeit nimmt zu. Was aber ist überhaupt die Bindehaut, die dann entzündet ist?

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Binokularsehen

Zwei Beine, zwei Hände, zwei Ohren. Vieles am Menschen ist symmetrisch, die visuelle Wahrnehmung ist es auch. Wir sehen jedes Objekt mit Hilfe der Sensorik und Motorik unserer zwei Augen. Jedes Sehobjekt wird von den beiden Augen aus zwei unterschiedlichen Richtungen betrachtet. Die beiden Teilbilder werden im Gehirn zu einem Bild verschmolzen (fusioniert). Dadurch entsteht ein lebendiger räumlicher Seheindruck, das sogenannte Stereosehen.

Menschen, die auf einem Auge blind sind, haben kein Stereosehen. Sie können aber trotzdem die räumliche Anordnung ihrer Umwelt recht gut einschätzen, denn das visuelle System nutzt auch zahlreiche andere visuelle Phänomene wie z.B. die geometrische Perspektive, die teilweise Überdeckung von fernen Objekten durch nah gelegene und die Verteilung von Licht und Schatten, um die Entfernung abzuschätzen.

Sehprobleme entstehen nicht selten dadurch, dass das muskuläre Zusammenspiel beider Augen nicht mehr optimal funktioniert. Wenn jemand zum Beispiel schielt, kann das Binokularsehen nicht mehr funktionieren.

Blaulichtfilter

Sonnenschein hebt unser Wohlbefinden und wirkt heilsam, doch es gibt Ausnahmen. Energiereiches ultraviolettes Licht, auch bekannt als UV-Strahlung, kann unser Auge schädigen, sodass wir uns vor diesen unsichtbaren Strahlen schützen müssen. Dafür gibt es Brillen und Kontaktlinsen mit UV-Schutz. Einige Wissenschaftler sind der Meinung, dass auch das Licht im Spektralbereich von 400 bis etwa 430 Nanometer gefährlich für die Augen werden kann. Dieses Licht sehen wir blau. Filtergläser, die nicht nur die UV-Strahlen, sondern auch das blaue Licht dämpfen, nennt man Blue-Blocker oder Blue-Attenuator (Blau-Abschwächer). Diese Schutzfilter werden z.B. in Skibrillen eingearbeitet oder auch manchen Patienten mit einer geschädigten Netzhaut verordnet.

Blendschutz

Blendschutz bezeichnet den Schutz des Auges vor zu viel einfallendem Licht. Das Bild ist sonst überstrahlt, die Sicht entsprechend schlecht. Die Funktionsweise: Durch Tönung der Brillengläser wird die intensive Lichteinstrahlung abgeschwächt. Es gibt fünf Blendschutz-Kategorien für die unterschiedlichsten Lichtverhältnisse, die sich bewährt haben.

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Brillenetui

Wer seine Brille wertschätzt und lange tragen möchte, schenkt ihr ein schönes Zuhause. Gemeint ist das Etui, in dem sie verschwinden darf, wenn sie nicht gebraucht wird. Aber halt! Brillenetuis sind weitaus mehr als ein Modeaccessoire, sie haben eine wichtige Funktion, die oft unterschätzt wird. Sie schützen vor Schmutz, vor Kratzern auf dem Brillenglas und verhindern ein Verbiegen der Bügel. All das beeinträchtigt das Sehvermögen, vom deutlich geschmälerten Tragekomfort gar nicht zu sprechen. Zur neuen Brille sollte man sich deshalb immer gleich ein dazu passendes Etui anschaffen. 

Vermutlich gibt es heute genauso viele verschiedene Brillenetuis wie Brillen. Ob elegant in Feinleder mit Krokokdilprägung, robust aus genarbtem Kalbsleder oder schlicht mit matter oder effektvoll lackierter Oberfläche - die Auswahl könnte kaum größer sein. Es gibt puristische Metalletuis, Etuis, die sich auffalten lassen, Etuis, die mittel Stahlfeder aufspringen, knallbunte Kunststoffhüllen oder auch verrückte Kreationen aus signalfarbenem Flokati oder Kuhfell-Imitaten. Weit verbreitet sind zudem Stoffbeutel aus Filz, Seide oder Baumwolle. Wer leicht etwas fallen lässt, sollte ein Brillenetui mit harter Schale vorziehen.

Brillenrezept

Korrektionsbrillen müssen perfekt zur Fehlsichtigkeit passen. Hierfür muss zunächst die Stärke der Fehlsichtigkeit exakt bestimmt werden. Dazu sind drei verschiedene Werte – auch Korrektionswerte genannt – für jedes Auge nötig (sphärische Fehlsichtigkeit, Zylinderstärke, Zylinderachse). Diese drei Werte müssen vom Augenoptiker oder Augenarzt für jeden Kunden individuell gemessen werden. Sie werden auf dem Brillenrezept aufgeführt. Dieses wiederum ist die Grundlage für die Anfertigung der Brillengläser. 

Aus dem Brillenrezept kann der Fachmann alle nötigen Angaben zur Stärke der Kurzsichtigkeit bzw. Weitsichtigkeit und zur Hornhautverkrümmung sowie deren Position (Achslage) ablesen.

C

Clip-In-Brillen

Brillenträger, die nicht viel Geld für eine Sonnenbrille mit Gläsern in ihrer Sehstärke ausgeben möchten, aber trotzdem vor Sonnenstrahlen geschützt sein wollen, können ihre Korrektionsbrille mit einem Brillenclip in eine Sonnenbrille umwandeln. Es werden einfach Aufstecker mit getönten Gläsern auf die Brille gesetzt, dabei entspricht die Form dieser Clips der Form der Brillengläser. Die Vielfalt solcher Brillenclips ist heute groß. Es gibt sie in diversen Formen und mit unterschiedlich getönten Gläsern, die allerdings oft nicht optimal entspiegelt sind. Auch empfindet nicht jeder Brillenträger das Sehen mit einem solchen "Vorhänger" als angenehm. Selbsttönende Brillengläser sind in diesem Fall oft eine gute Alternative. 

Ein Spezialfall von Clip-in-Systemen sind Korrektions-Clips, die an der Innenseite von Sportbrillen eingeklickt werden. In diesem Fall hat der Clip die Aufgabe, die Fehlsichtigkeit auszugleichen, während die Brille allein den Erfordernissen der jeweils ausgeübten Sportart gerecht werden muss. Nachteil: Da die Gläser sehr dicht an den Augen liegen, verschmutzen sie schneller.

Cornea

Cornea ist die lateinische Bezeichnung für die Hornhaut des Auges.

Crazy Lenses

Cylinder

Siehe Zylinder.

D

Dauerlinsen

Dauerlinsen oder auch Dauertragelinsen können Tag und Nacht getragen werden, allerdings nur über einen bestimmten vom Hersteller festgelegten Zeitraum. Möglich wird das durch die Verknüpfung dreier Komponenten: 1. Sauerstoff-Durchlässigkeit, 2. Ablagerungsresistenz der Oberflächen und 3. Ausreichende Unterspülung. Dauertragelinsen können bis zu 30 Tage lang 24 Stunden ununterbrochen im Auge bleiben, bevor sie ausgewechselt werden müssen. Für manche Kontaktlinsenträger ist das eine verlockende Option, gerade im Urlaub. Drei Wochen lang keine "Fummelei" an den Augen! Auch die Pflege wird viel einfacher, nur sollte der Träger für den Fall, dass die Linsen doch einmal herausgenommen werden müssen, immer ein „Notfall-Töpfchen“ mit dabei haben, um seine Linsen dann sach- und fachgerecht spülen und reinigen zu können.

DIA-Wert

Kontaktlinsen werden in Millimetern gemessen. Der DIA-Wert gibt ihren Durchmesser an, DIA ist die Kurzform von Diameter. Dieser Wert ist sehr wichtig. Denn bei einer Anpassung von Kontaktlinsen geht es vor allem auch darum, für den Träger die perfekte Linsengröße zu finden, das heißt, es muss der optimale DIA-Wert ermittelt werden, sodass die gewählte Kontaktlinse möglichst angenehm zu tragen ist. Schon Abweichungen von 0,5 Millimetern können den Tragekomfort beeinträchtigen. Ist der DIA-Wert deutlich falsch gewählt, kann die Linse verrutschen oder die Augen jucken. Die Novizen unter den Kontaktlinsenträgern werden feststellen, dass die DIA-Angaben von Hersteller zu Hersteller unterschiedlich sind, was den Wechsel von einer Marke zur anderen nicht eben erleichtert.

Harte Kontaktlinsen sind übrigens kleiner als weiche und liegen auch nicht so dicht am Auge auf aufgrund einer wesentlich stärkeren Unterspülung.

Für die individuelle Anpassung von Kontaktlinsen ist neben dem DIA-Wert auch die Messung der Basiskurve bedeutsam. Die Basiskurve gibt die genaue Wölbung der Linsenrückfläche an.

Dioptrie

Dioptrie ist eines der Wörter, die jeder schon gehört hat, doch die wenigsten können es präzise erklären. Der Sachverhalt ist auch nicht ganz einfach. Die Stärke eines Brillenglases oder einer Kontaktlinse wird in Dioptrien angegeben. Die übliche Abkürzung ist dpt.

Gemessen wird die Brechkraft und das bedeutet – jetzt wird es kompliziert - der Kehrwert der in Metern gemessenen Brennweite. Beispiel: Eine Sammellinse mit einer Brennweite von einem halben Meter hat einen Brechwert von zwei Dioptrien, eine Linse mit einer Brennweite von einem Meter einen dpt-Wert von 1. Ein Minuszeichen vor der Dioptrienzahl bezeichnet dabei eine Zerstreuungslinse zur Korrektion von Kurzsichtigkeit, ein Pluszeichen eine Sammellinse für die Weitsichtigkeit. Beim Augenoptiker wird die Brechkraft der Brillengläser fast immer in Viertel-Dioptrien-Stufen, also 0,25-Schritten angegeben. 

DK-Wert

Der DK-Wert hat nichts mit Dänemark zu tun, sondern gibt an, wie sauerstoffdurchlässig eine Kontaktlinse ist. Dieser Wert hängt allein vom Material der Linse ab. Entscheidend für die Verträglichkeit von Kontaktlinsen ist aber vor allem der Wert der Sauerstoffdurchlässigkeit (DK) im Verhältnis zur Dicke der Linse – gemessen in der Mitte. Je höher die Sauerstoffdurchlässigkeit, desto mehr kann das Auge atmen und desto weniger wird es in seinem Nährstoffhaushalt beeinträchtigt. Für eine gute Sauerstoffversorgung sind auch noch andere Faktoren entscheidend, wie etwa die Form der Linse. Kontaktlinsenträger mit besonders trockenen Augen sollten wissen: Je geringer der Wassergehalt der Linse, desto weniger Feuchtigkeit wird dem Auge entzogen. Die lange Zeit verbreitete Annahme, dass je größer der DK-Wert, desto höher auch der Wassergehalt, wurde mit den innovativen Silikon-Hydrogel-Materialien revidiert Silikonhydrogellinse. In jedem Fall gilt: Der regelmäßige „Qualitäts-Check“ beim Anpasser kann nicht wichtig genug genommen werden, weil er Auskunft darüber gibt, wie die Linse wirklich sitzt, wie verträglich sie ist und ob sie richtig wirkt.

Durchmesser

Siehe DIA-Wert.

E

Eingewöhnungszeit

Gut Ding will Weile haben! Wer sich zum ersten Mal Kontaktlinsen in die Augen setzt, kann nicht davon ausgehen, dass er sämtliche Vorzüge dieser unsichtbaren Sehhilfe sofort erlebt. Die Dauer der Eingewöhnungszeit hängt von der Empfindlichkeit der Augen und vom Material der Linse ab. Formstabile (harte) Linsen bestehen aus einem härteren Material als weiche Kontaktlinsen. Deshalb stellt sich bei den meisten Menschen, die sich für diesen Linsentypus entscheiden, zunächst ein leichtes Fremdkörpergefühl im Auge ein – besonders beim Lidschlag. Dieses Gefühl ist rein subjektiv und vergeht in der Regel innerhalb von 1 bis 2 Wochen. In Einzelfällen kann es auch bis zu sechs Wochen dauern, bis man sich an die Linsen gewöhnt hat. Weiche Kontaktlinsen haben dagegen eine sehr gute so genannte "Spontanverträglichkeit", d.h. man spürt sie auch beim ersten Tragen nicht oder kaum und hat sich spätestens nach 1-2 Tagen an sie gewöhnt.

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Einstärkenglas

Eine Einstärkenbrille verfügt über eine einzige Korrektionswirkung im gesamten Glasbereich. Sie korrigiert also über die komplette Glasfläche einheitlich, was bedeutet, dass man durch das Brillenglas überall gleich scharf und gut sehen kann. 

Mit einer Einstärkenbrille können Kurzsichtigkeit und Weitsichtigkeit ausgeglichen werden. Außerdem kann in die Gläser ein Zusatz eingeschliffen werden, der eine Hornhautverkrümmung korrigiert. 

Weit verbreitet ist die Einstärkenbrille als Lesebrille. Fehlsichtige allerdings, die für das Sehen in Ferne und Nähe unterschiedliche Korrekturen benötigen, müssen auf einen anderen Brillenglastypus ausweichen oder unterschiedliche Einstärkenbrillen tragen.

Siehe auch Mehrstärkenbrille.

Eintageskontaktlinsen

Einmallinse, Wegwerflinse, Tageslinse – sie alle meinen dasselbe. Es handelt sich um weiche Kontaktlinsen, die nur einen Tag lang getragen und dann weggeworfen werden. Tageskontaktlinsen haben einen Durchmesser von 14 Millimeter, sind sehr dünn und in der Regel ausgesprochen gut verträglich. Jede Art von Reinigung entfällt, Pflegemittel sind überflüssig, bequemer geht’s also nicht. Vor allem für Menschen, die viel unterwegs sind und dabei froh über jedes Gepäckstück weniger, ist das sehr praktisch. Man denke nur an Radwanderer. 

Nachteile der Tageslinsen: Es gibt sie bisher nur in einem relativ kleinen Spektrum. Die meisten Hersteller bieten Linsenstärken zwischen -6,5 und +6 Dioptrien an. Zudem sind fast keine Tageslinsen mit mehr als einer Basiskurve erhältlich.

Entspiegelung

Licht ist prima, doch Lichtreflexe auf Brillengläsern irritieren das Auge, rufen Kopfschmerzen hervor und ermüden auf Dauer. Eine Entspiegelungsschicht sorgt dafür, dass solche störenden Reflexe nicht mehr entstehen. Vorstellen kann man sich das so: Ein normales, nicht entspiegeltes Glas reflektiert etwa acht Prozent des Lichtes. Faktisch kommt dadurch weniger Licht ins Auge, der Brillenträger hat einen Helligkeitsverlust. Was jedoch schwerer wiegt, ist der Umstand, dass durch Mehrfachreflexionen falsche Lichtreflexe ins Auge treten. Dadurch wird auf der Netzhaut ein Lichtschleier erzeugt, der das Kontrastsehen deutlich verschlechtert – bis hin zum Visusverlust (unscharfes Sehen).

Bei entspiegelten Gläsern werden in einem Hochvakuum mehrere hauchdünne Schichten auf die Vorder- und Rückseite des Glases aufgedampft. Dadurch wird eine Lichtdurchlässigkeit von annähernd 100 Prozent erreicht (Superentspiegelung). Als Material wird häufig Magnesiumfluorid verwendet, ein farbloses Kristall, das sich als Beschichtungsträger besonders gut eignet. Eine entspiegelte Brille beseitigt nicht nur Irritationen, die durch Lichtreflexionen entstehen, sondern hat auch ästhetische Vorzüge: die Brillengläser sind unauffälliger und die Augen erscheinen natürlicher.

F

Farbige Kontaktlinsen

Aus braunen Augen werden blaue, aus blauen Augen strahlend blaue. Mit farbigen Kontaktlinsen sind solche Verwandlungen überhaupt kein Problem mehr. Diese speziellen Linsen sind mit Farbpigmenten angereichert und bewirken so kleine Wunder: die natürliche Augenfarbe kann betont, verdeckt oder spektakulär verändert werden. Gleichzeitig korrigiert die Farblinse die jeweilige Fehlsichtigkeit. So wird aus der Kontaktlinse ein wandlungsfähiges Mode-Accessoire.

Der Clou bei farbigen Kontaktlinsen: Ob der Träger nun fehlsichtig ist oder seine volle Sehstärke besitzt, tragen kann diese Linsen eigentlich jeder. Tatsächlich verwenden immer mehr "Normalsichtige“ farbige Linsen, um einfach mehr aus sich zu machen und auf interessante Weise aufzufallen. Warum auch nicht, ein Leben in Grau ist langweilig. Fallen farbige Kontaktlinsen auf den Boden, können sie schneller wiedergefunden werden als klare Linsen. Allerdings sollten sie anschließend unbedingt gereinigt und desinfiziert werden. Nicht vergessen: auch farbige Kontaktlinsen sind ein medizinisches Produkt und sollten immer fachgerecht angepasst werden.

Und ganz wichtig: Auch farbige Linsen darf man keinesfalls mal kurz beim Nachbarn probieren oder gegenseitig tauschen. Das kann zu schweren Infektionen führen. 

Fehlsichtigkeit

Wer schlecht sieht, ist nicht allein. Mehr als 40 Millionen Menschen hierzulande tragen eine Brille, 3,4 Millionen Menschen Kontaktlinsen (Stand 2011). Sie sind kurzsichtig, weitsichtig, haben eine Alterssichtigkeit, eine Neigung zum Schielen oder eine andere Sehschwäche. Ihnen gemeinsam ist, dass ihr Sehsinn ohne Brille oder Kontaktlinsen nicht optimal funktioniert – man sagt Fehlsichtigkeit dazu. Doch der Schritt zurück zum Guten Sehen ist nicht schwer. Es gibt kaum eine Fehlsichtigkeit, die sich heute nicht mit Korrektionsbrille oder Kontaktlinsen beheben lässt.

Fernbrille

Eine Fernbrille dient dazu, Objekte, die weit weg sind, scharf und ohne Anstrengung zu sehen, ist also eine Sehhilfe für Kurzsichtige

Bei Weitsichtigkeit ist mit einer Fernbrille kein besseres Sehen zu erwarten. Allerdings kann ein weitsichtiger Mensch, der eine Fernbrille trägt, seine Augen entlasten und so Anstrengungen vorbeugen, die ohne diese Brille auftreten könnten. Bevor die normale Alterssichtigkeit einsetzt, kann man mit einer Fernbrille angenehm in die Ferne und auch in die Nähe schauen, ohne dass man seine Augen beim Lesen überstrapazieren müsste. Eine Fernbrille kann also beides sein, eine Sehhilfe bei Kurzsichtigen und eine Sehunterstützung für das Nahsehen bei Weitsichtigen.

Fremdkörpergefühl

Wer zum ersten Mal Kontaktlinsen in seine Augen setzt, hat in der Regel ein Fremdkörpergefühl, das einige  Zeit anhalten kann. Das ist nichts Ungewöhnliches, sondern liegt in der Natur der Sache. Schließlich hat das Auge ja tatsächlich einen Fremdkörper bekommen, mit dem es sich auseinandersetzen muss – nämlich die Kontaktlinse. Auge und Linse müssen gewissermaßen erst miteinander warm werden, ehe sie perfekt harmonieren, sodass der Träger die Existenz der Sehhilfe völlig vergisst. 

In der Regel verschwindet das Fremdkörpergefühl, das sich in leichtem Kratzen oder Druckempfindungen äußern kann, nach einer Eingewöhnungszeit. Ist das nicht der Fall, sollte man den Augenoptiker oder Augenarzt aufsuchen. Ein Fremdkörpergefühl kann zudem auch andere Ursachen haben. Möglicherweise befinden sich Schmutzpartikel oder Pollenstaub im Auge oder das Auge ist zu trocken, was sich durch Benetzung problemlos beheben lässt.

Funlinsen

G

Glaukom

Glaukom ist der Fachbegriff für den Grüner Star. Das Krankheitsbild unterscheidet sich deutlich von der Augenkrankheit Grauer Star. Beim Glaukom  werden die Nervenzellen der Netzhaut nach und nach funktionsunfähig. Eine langsame Zerstörung des Gesichtsfeldes ist die Folge. Viele Patienten mit einem Glaukom haben einen zu hohen Augeninnendruck. Der Augenarzt kann dieses Problem mit augendrucksenkenden Tropfen behandeln. Ohne Behandlung kommt es zu krankhaften Veränderungen des Sehnerven, die nicht mehr rückgängig gemacht werden können. 

Die Schäden entstehen zunächst im peripheren Gesichtsfeld und werden deshalb beim Sehen nicht bemerkt. Wenn sie auffallen, ist der Schaden schon sehr groß und immer irreparabel. Deshalb empfiehlt sich von Zeit zu Zeit eine Vorsorgeuntersuchung, auch wenn die Krankenkassen sie heute in der Regel nicht bezahlen. 

Gleitsicht

Gleiten nicht Springen. Gleitsicht beschreibt das Sehen mit Brillen und Kontaktlinsen, die unterschiedliche Korrekturbereiche in sich vereinen – etwa das Sehen in die Ferne und das Sehen im Nahbereich – und wo der Übergang zwischen diesen Bereichen kaum wahrgenommen oder eben als gleitend empfunden wird.  

Bei Gleitsichtbrillen schaut man nacheinander durch die Sehbereiche des Glases und hat dabei immer fast nur eine Stärke vor der Pupille..Möglich wird das, weil das Glas so aufwendig, geschmeidig und präzise geschliffen wurde, dass keine Kanten zu sehen sind.

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Gleitsichtkontaktlinsen

Gleitsichtkontaktlinsen, auch bekannt als Multifokallinsen oder Mehrstärkenlinsen, kombinieren mehrere Sehstärken in einer Linse. Sie garantieren sowohl scharfes Sehen in der Ferne als auch in der Nähe und ermöglichen darüber hinaus deutliches Sehen in den Zwischendistanzen. Durch die Anordnung der Sehzonen auf der Kontaktlinse können die unterschiedlichsten Anforderungen berücksichtigt werden. Der Kontaktlinsenspezialist hilft bei Auswahl und Anpassung..

Der Übergang zwischen den verschiedenen Sehbereichen wird von den Trägern oft als wesentlich angenehmer empfunden als der harte Übergang bei Bifokallinsen. Andere hingegen schätzen gerade an den Bifokallinsen das stabile und kontrastreiche Sehen in der Nähe.

Grauer Star

Durch den medizinischen Fortschritt steigt die Lebenserwartung überall auf der Welt. Das ist toll, es bedeutet aber auch, dass typische Alterserkrankungen häufiger auftreten als früher. Das betrifft leider auch die Augen. Bei 40 Prozent der älteren Menschen in Europa werden die normalerweise klaren Augenlinsen mit den Jahren immer trüber. Im schlimmsten Fall trübt sich die Linse so stark ein, dass der Betroffene nur noch graue Schatten sieht. Diese Krankheit heißt nicht zufällig "Grauer Star“ oder auch "Katarakt“. Die Betroffenen beschreiben das Sehen "wie durch einen Wasserfall“ – das Wort "Katarakt“ bedeutet genau das: "Wasserfall“. "Star“ ist die in der deutschen Sprache üblich gewordene Bezeichnung für Eintrübungen der Augenlinse.

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Grüner Star

Neben dem Grauen Star ist der Grüne Star eine der bekanntesten Augenkrankheiten und leider auch eine der gefährlichsten. Sie wird heute meist als Glaukom bezeichnet und besprochen. 

 

H

Halbjahreslinsen

Halbjahreslinsen kann und soll man immer dann verwenden, wenn die Monats-, 2-Wochen- oder Eintageslinsen nicht richtig sitzen. Denn Halbjahreslinsen sind fast immer individuelle Linsen. Es gibt mehrere Durchmesser und sehr individuell wählbare Geometrien und Stärken, ähnlich wie bei Jahreslinsen. Doch viele der modernen Weichlinsen-Materialien sind so empfindlich, dass man sie besser schon nach 6 Monaten austauschen sollte. Dazu gehören ganz besonders die individuellen Silikon-Hydrogel-Linsen.

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Harte Kontaktlinsen

Harte Kontaktlinsen werden heute meist als Formstabile Kontaktlinsen bezeichnet.

Hornhaut

Als Hornhaut bezeichnet man den gewölbten vorderen Teil der äußeren Augenhaut. Sie ist so etwas wie das Fenster des Auges: Durch sie fällt das Licht hinein. Die Hornhaut – lateinisch Cornea – hat mehrere Schichten und besteht hauptsächlich aus Kollagenfasern, die so fein miteinander verwoben sind, dass sie eine glasklare Kuppel bilden. Diese Kuppel ist etwas über einen halben Millimeter dick, die Außenseite ist mit Tränenflüssigkeit benetzt. Die Hornhaut bündelt eintretende Lichtstrahlen mit einer Brechkraft von etwa 43 Dioptrien. Man kann sagen: Ohne Hornhaut keine Sehstärke, ohne Hornhaut wird kein Bild auf der Netzhaut erzeugt. Damit man klar und kontrastreich sehen kann, muss die Hornhaut jedoch stetig mit Tränenfilm benetzt sein.

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Hornhautverkrümmung

Die Hornhautverkrümmung ist eine häufig vorkommende Fehlsichtigkeit und wird im Fachjargon auch "Astigmatismus" oder "Stabsichtigkeit" genannt. Dabei weicht die Hornhautvorderfläche von ihrer normalen Kugelgestalt ab, was zu einer Beeinträchtigung des Sehvermögens führt. 

Vorstellen kann man sich das so: Ein Auge ohne Fehlsichtigkeit bündelt einfallendes Licht auf einem Punkt in der Netzhaut. Bei Menschen mit Hornhautverkrümmung vereinigen sich die von einem Lichtpunkt ausgehenden Lichtstrahlen nicht mehr in einem Punkt auf der Netzhaut, sondern werden zu zwei Linien verzerrt, die sekrecht zueinander stehen und hintereinander im Auge liegen. Die Folge ist eine schlechte Sehschärfe. Hornhautverkrümmungen sind meistens angeboren und verändern sich im Laufe des Lebens, können aber mit Hilfe von Korrektionsbrillen oder torischen Kontaktlinsen gut ausgeglichen werden. Viel seltener sind irreguläre Hornhautverkrümmungen, die durch Vernarbungen entstehen können. Hier helfen spezielle formstabile Kontaktlinsen weiter.

Hyaluron

Hyaluronsäure besteht aus Zucker und Eiweiß und taucht an vielen Stellen unseres Körpers auf: in der Haut, in der Gelenkflüssigkeit und nicht zuletzt im Auge. Hyaluron ist in der Lage, relativ große Mengen an Wasser zu binden.. 

Gleichzeitig wird Hyaluron als Therapeutikum in der Humanmedizin eingesetzt, z.B. gegen Arthrose oder – besonders häufig – zur Benetzung von trockenen Augen. Aus diesem Grund wird es auch oft für Kontaktlinsenpflegemittel verwendet. Damit haftet der Tränenfilm besonders gut auf Hornhaut und Linsenoberfläche. Die viskoelastische Eigenschaft der Hyaluronsäure sorgt für einen stabilen und langanhaltenden Tränenfilm ohne Beeinträchtigung des Sehens. Körpereigene Wirkstoffe helfen dabei, das Fremdkörper- und Trockenheitsgefühl zu lindern.

Hydrogel

Dem tschechischen Chemiker Otto Wichterle haben Augenoptik und Augenheilkunde viel zu verdanken. Er gilt als der Erfinder der modernen, weichen Kontaktlinse. In den 1950er Jahren begab sich Wichterle auf die Suche nach einem geschmeidigen Material, das für die Herstellung von Augenimplantaten geeignet ist, und entwickelte es schließlich selbst in seinem Labor. Mit dem Hydrogel HEMA schuf er eine hydrophile, also quasi eine "Wasser liebende", aber zugleich nicht wasserlösliche Substanz und erfand damit die Kontaktlinse neu. Wichterle wurde Pionier: im Schleuderverfahren stellte er die ersten Hydrogel-Kontaktlinsen her. Hydrogel – aber nicht mehr das von Wichterle erfundene HEMA, das sich auf Dauer als nicht genügend leistungsfähig erwies - ist heute fester Bestandteil der weichen Kontaktlinsen. 

 

I

Intraokulare Linse

Die intraokulare Linse ist eine künstliche Linse, die in das Augeninnere eingesetzt wird. Meist ist sie ein Ersatz für die Augenlinse, wenn sie sich eingetrübt hat oder beschädigt ist. Die Operation wurde erst in den 1980er Jahren zum Standardverfahren und wird hauptsächlich beim Grauen Star durchgeführt. Sie ermöglicht den Augen, wieder scharf zu sehen, wenn dabei auch die vorhandene Fehlsichtigkeit behoben wird. 

Es besteht aber auch die Möglichkeit, die künstliche Linse vor einer noch intakten, Augenlinse zu platzieren. Dabei kann die Implantierung sowohl vor als auch hinter der Pupille erfolgen. Auch der komplette Austausch einer noch intakten Augenlinse ist in Einzelfällen möglich. Dies wird besonders bei hoher Fehlsichtigkeit gelegentlich durchgeführt.

Die Implantation einer Intraokularlinse ist reversibel, die Linse kann bei entsprechender medizinischer Notwendigkeit wieder entfernt werden.

Iris

Die Regenbogenhaut, auch Iris genannt, liegt hinter der Hornhaut des Auges und besteht aus Bindegewebe, Epithelzellen und Muskulatur. Blickt man in das Auge eines anderen Menschen, sieht man die Iris als farbigen Ring, der die schwarze Pupille umschließt. Die farbige Iris lässt nach innen kein Licht durch und ist damit die Blende des menschlichen Auges. In ihr verlaufen zwei Muskeln, die die Pupille vergrößern oder verkleinern, je nachdem welche Lichtverhältnisse gerade herrschen. Die Farbe der Iris entsteht durch Pigmente und wird durch die Gene festgelegt. Die winzigen Punkte, verästelten Fäden und Muster entstehen bereits im Mutterleib. Deshalb ist jedes Irismuster individuell, sogar bei eineiigen Zwillingen.

 

J

Jahreslinsen

Jahreslinsen können bis zu einem ganzen Jahr getragen kann. Natürlich nicht rund um die Uhr, über Nacht sollten die guten Stücke auf jeden Fall herausgenommen werden, auch deshalb, damit das Auge sich wieder erholen kann. Jahreslinsen sind besonders für Menschen geeignet, die für gängige Monats- 2-Wochen oder Eintages-Kontaktlinsen nicht in Frage kommen, weil sie z.B. ungewöhnliche Korrektionswerte haben, etwa besonders große oder besonders kleine. Jahreslinsen werden immer individuell angefertigt, schließlich müssen sie über einen langen Zeitraum komfortabel zu tragen sein. Auch die große Materialauswahl (z.B. für hohe Sauerstoffdurchlässigkeit) und die Variabilität der Durchmesser sprechen für diesen Linsentyp. Jahreslinsen sind nicht ganz billig, doch wenn man den Bedarf an Monatslinsen für den gleichen Zeitraum hochrechnet, relativiert sich der Preis deutlich. Natürlich muss man Jahreslinsen besonders gewissenhaft pflegen, schließlich müssen sie "lange durchhalten“.

 

K

Katarakt

Kochsalzlösung

Eine Kochsalzlösung ist eine sterile, konservierte Lösung, geeignet zum Abspülen der Kontaktlinsen nach dem Reinigen und vor dem Aufsetzen auf das Auge. Entgegen der leider weit verbreiteten Annahme eignet sich die Lösung nicht zum Desinfizieren von Kontaktlinsen, da sie nicht in der Lage ist, Keime auf der Linse zu bekämpfen. 

Dringend davon abzuraten ist, Kochsalzlösungen selbst herzustellen. Man kann sie kostengünstig im Fachhandel erwerben. Kontaktlinsenträger  sollten allerdings darauf achten, nur Kochsalzlösungen zu verwenden, die explizit für Kontaktlinsen zugelassen sind. Sonst kann es zu Unverträglichkeiten kommen.

Kontaktlinsen

Galt die Kontaktlinse lange Zeit als Stiefkind im Reich der Sehhilfen, ist sie längst zum begehrten Allrounder geworden, gleichwertig neben der Brille und meist deren ideale Ergänzung. Weit über drei Millionen Menschen in Deutschland tragen Kontaktlinsen. Tendenz steigend. Und das ist kein Wunder. 

Noch nie war das Tragen von Kontaktlinsen sicherer, unkomplizierter und erschwinglicher. Die verwendeten Materialien haben sich verbessert, und die angebotenen Pflegesysteme sind sicherer geworden und viel leichter zu handhaben als früher. Fast jede Fehlsichtigkeit lässt sich heute mit Kontaktlinsen korrigieren. Und kaum einer muss verzichten: Neun von zehn Menschen vertragen Kontaktlinsen ohne Probleme.

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Kontaktlinsen für Kinder

Studien haben bewiesen: Kids und Teens können ohne Bedenken Kontaktlinsen tragen. Auch die Acht- bis Elfjährigen sind durchaus schon in der Lage, sich gewissenhaft um ihre Linsen zu kümmern und verantwortungsvoll damit umzugehen. Zudem sprechen sich die Vorteile immer mehr herum: Ob Toben auf dem Spielplatz, Skaten mit den Kumpels oder das erste Date mit dem ersten Kuss: auch für Kinder und Teenager ist es manchmal ungemein praktisch, in bestimmten Situationen den "Kopf frei zu haben".

Wurde es einmal gelernt, ist das Einsetzen von Kontaktlinsen im wahrsten Sinne des Wortes ein Kinderspiel. Auch Reinigung und Pflege können nach erfolgter Einweisung getrost in Kinderhände übergeben werden. Ähnlich wie beim Zähneputzen ist es jedoch ratsam, dass die Eltern gerade bei kleineren Kindern immer wieder einen Blick darauf werfen, dass der "Putzplan“ für die Linsen auch ordnungsgemäß eingehalten wird.

Wie bei den Großen muss auch bei Kindern darauf geachtet werden, dass sie regelmäßig einen Qualitäts-Check bei ihrem Anpasser machen. Gerade bei Kindern ändern sich Geometrie und Stärken der Augen schneller als bei Erwachsenen.

Kontaktlinsenanpassung

Jedes Auge ist einzigartig, jede Fehlsichtigkeit ist es auch. Deshalb müssen Kontaktlinsen individuell ausgesucht und professionell angepasst werden. Man täuscht sich, wenn man glaubt, man könne sich allein aus dem Bauch heraus für die richtige Linse entscheiden. So einfach ist es nicht, man sollte sich schon gut beraten lassen und dabei auch etwas Geduld mitbringen. Jede Anpassung beginnt mit einer genauen Untersuchung des Auges. Nur Profis für gutes Sehen, also Augenoptiker und Augenärzte, können das leisten. Mitunter brauchen Auge und Linse auch ein bisschen Zeit, um perfekt miteinander zu harmonieren. Denn das ist das Ziel jeder Kontaktlinsenanpassung: genau die Linse zu finden, welche die Fehlsichtigkeit optimal korrigiert und dabei so geschmeidig sitzt, dass der Träger sie gar nicht mehr spürt.

Das Angebot an unterschiedlichen Kontaktlinsen ist groß. Gewählt werden kann zwischen verschiedenen Materialien (weiche Kontaktlinsen und formstabile Kontaktlinsen), aber auch die Zeitspanne, nach der die Linsen durch neue ersetzt werden müssen, sind unterschiedlich (Eintages-, Monats-, Jahreslinsen). 

Die meisten Kontaktlinsenträger entscheiden sich für weiche Linsen, die so gut haften, dass man sogar Purzelbäume schlagen kann, ohne die unsichtbare Sehhilfe zu verlieren.

Kontaktlinsenaufbewahrung

Kontaktlinsenpflege

Gute Pflege ist die halbe Miete. Für Kontaktlinsenkenner ist das schon ein ehernes Gesetz. Pflegemittel, das zeigen Studien, spielen eine immer wichtigere Rolle für den generellen Erfolg beim Tragen von Kontaktlinsen. Wer seine unsichtbaren Sehhelfer lange unbeschwert tragen möchte, weiß genau, was ihnen gut tut und was nicht. So sollten Kontaktlinsen – egal ob harte oder weiche – nicht ins Leitungswasser gelegt werden, weil dort Keime und Mikroorganismen enthalten sind, die Infektionen auslösen können.

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Kontaktlinsenreinigung

Korrektion

Eine Brille ist heute oft ein modisches Accessoire, selbst Kontaktlinsen werden mitunter allein aus ästhetischen Erwägungen getragen, etwa farbige Kontaktlinsen. Damit wird die natürliche Augenfarbe zum Erstrahlen gebracht oder sogar verändert. In den allermeisten Fällen jedoch werden Brillen und Kontaktlinsen deshalb getragen, um eine bestehende Fehlsichtigkeit zu korrigieren. Bei Brillen spricht man dann von einer Korrektionsbrille. 

Kurzsichtigkeit

Wer kurzsichtig ist, sieht in der Nähe alles tadellos scharf, in der Ferne jedoch unscharf. Normalerweise ergeben die aus der Ferne kommenden Lichtstrahlen auf der Netzhaut des Auges ein scharfes Bild. Bei Kurzsichtigen hingegen werden die Lichtstrahlen bereits vor der Netzhaut gebündelt, sodass das Gesehene undeutlich erscheint. Häufigste Ursache ist ein zu langer Augapfel oder aber eine zu hohe Brechkraft der Hornhaut oder der Linse. Nicht selten wird das vererbt.

L

Lasik

Als der amerikanische Physiker Theodore Maimann 1960 den ersten funktionierenden Laser erfand – Licht wird so gebündelt, dass es wie ein feiner Strich erscheint – wusste er mit seiner Erfindung noch nichts rechtes anzufangen - sie sei "eine Lösung, die ein Problem sucht“, soll er gesagt haben.

Gut 50 Jahre später ist die Laser-Technik aus Industrie und Forschung nicht mehr wegzudenken, vor allem auch in der Augenheilkunde kann damit Erstaunliches erreicht werden. Hier ersetzt der Laser immer häufiger das Skalpell, etwa bei der Korrektur von Kurzsichtigkeit und Weitsichtigkeit. Dafür gibt es eine Vielzahl an Verfahren. Am meisten verbreitet ist heute  die "Laser-in-situ-Keratomileusis“ (LASIK). Ob die LASIK eine gute Alternative zu Brille oder   Kontaktlinse darstellt, muss jedoch bei jeder Fehlsichtigkeit individuell und unter Abwägung aller Vor- und Nachteile entscheiden werden.

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Lesebrille

Mit zunehmenden Jahren rückt der Bereich, in dem wir scharf sehen können, immer weiter von den Augen weg. Bei schlechter Beleuchtung fällt dieses Dilemma besonders auf. Es heißt Alterssichtigkeit und setzt in der Regel mit 40 plus ein. Doch mit den entsprechenden Korrektionsgläsern lässt sich das Manko leicht beheben. Da sich die Alterssichtigkeit besonders beim Lesen störend bemerkbar macht, hat sich für die dabei benötigte Korrektionsbrille der Begriff "Lesebrille“ eingebürgert, sprich: nur wenn’s ans Lesen geht, wird sie aufgesetzt. 

Nicht alle Älteren müssen automatisch zur Lesebrille greifen. Menschen mit schwacher Kurzsichtigkeit können nach Einsetzen der Alterssichtigkeit nicht selten ohne Brille leben. Bei ihnen gleicht die Kurzsichtigkeit die nachlassende Sehkraft im Nahbereich aus.

Lichtempfindlichkeit

Manche Menschen haben Augen wie ein Luchs. Schon bei mittelstarken Sonnenstrahlen fühlen sie sich stark geblendet, blinzeln häufiger und spüren einfach, dass ihre Augen mit den Lichtverhältnissen heillos überfordert sind. Sie leiden an Lichtempfindlichkeit und ähneln darin eben dem Luchs. Denn diese Raubkatze – übrigens die größte in Europa – hat Augen, die sechsmal so lichtempfindlich sind wie die unseren. 

Gegen Lichtempfindlichkeit hilft im Sommer der Griff zu einer guten Sonnenbrille. So gelangen die Strahlen erst gar nicht ans Auge. Allerdings sollte das Modell der Wahl nicht zu klein sein, optimal ist, wenn die Gläser um das Auge herumreichen, sodass auch seitlich kaum mehr Streulicht ins Auge fallen kann.

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Lotuseffekt

Wer beim Lotuseffekt an eine Yogaübung denkt, liegt nicht wirklich richtig. Wem hingegen als erstes die Blätter der Lotosblume in den Sinn kommen, ist der Sache schon bedeutend näher. Seit über 2000 Jahren stellt der Lotus ein Faszinosum innerhalb der Flora da. Wasser und Schmutz auf seinen Blättern perlen einfach ab, als wären sie nie dort gewesen. 

Die Erklärung: Aufgrund seiner hohen Oberflächenspannung strebt Wasser immer nach möglichst kleinen Oberflächen, im Idealfall bilden die Tropfen eine Kugelform. Trifft ein Wassertropfen nun auf eine Oberfläche, treten normalerweise Gravitationskräfte und Adhäsionskräfte auf und das Wasser breitet sich als dünner Film aus. Bei den Blättern des Lotus ist die Oberfläche so beschaffen, dass die Adhäsionskräfte eher gering sind. Die Tropfen behalten deshalb ihre Kugelform bei und perlen mit den Schmutzpartikeln ab. Im Buddhismus wurde der Lotus deshalb zum Symbol für Reinheit und Schöpferkraft.

Was aber hat das alles mit gutem Sehen zu tun? 

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Low Vision

Jeden Morgen mühelos Zeitung lesen, das Fernsehbild klar und deutlich erkennen, auch klein gedruckte Bedingungsanleitungen und Beipackzettel problemlos entziffern – das ist Lebensqualität. Möglich ist das in sehr vielen Fällen auch dann noch, wenn herkömmliche Sehhilfen wie Brille und Kontaktlinsen nicht mehr ausreichen, um die Sehschwäche zu korrigieren. Spezialisierte Augenoptiker bieten die verschiedensten Hilfsmittel an, die das Sehen im Alltag trotzdem wesentlich erleichtern können. In der Regel handelt es sich dabei um vergrößernde Sehhilfen wie Lupen, Lesegläser, Fernrohrlupenbrillen oder elektronische Lesehilfen, aber auch Lesepulte oder Leuchten für Sehbehinderte gehören dazu. 

All diese Hilfsmittel nennt man "Low Vision“-Produkte und den Augenoptiker, der sich hier spezialisiert hat, einen "Low Vision“-Experten.

Der Begriff "Low Vision" kommt aus dem angelsächsischen Raum und bedeutet in der direkten Übersetzung: "eingeschränkt sehfähig“ oder "eingeschränktes Sehen“. Er bringt zum Ausdruck, dass die Definition, was ein „funktionsfähiges Sehvermögen“ ist, in hohem Maße von den individuellen Lebensumständen des einzelnen Menschen abhängt.

M

Makuladegeneration

Die Makuladegeneration ist eine Augenkrankheit, die mit zunehmendem Alter auftritt. Dabei bilden sich die Sehzellen in der Makula nach und nach zurück oder sterben ab. Die Makula, auch "Gelber Fleck“ genannt, ist der Bereich im Auge, mit dem man eigentlich am besten sehen kann. Dort befindensich die meisten Sehzellen. In der Regel sind beide Augen von der Schädigung der Makula betroffen: Die Augen können vieles nicht mehr scharf sehen und gelangen zu keinem konturierten visuellen Gesamtbild mehr. Oft reicht der verbleibende Sehrest am Rand des Gesichtsfeldes aber noch aus, sich in vertrauter Umgebung sicher zu bewegen.

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Mehrstärkenbrille

Mehrstärkenbrillen sind eine gute Sehhilfe für Fehlsichtige, die für das Sehen in Ferne und Nähe unterschiedliche Korrektionen benötigen. Man unterscheidet zwischen Zweistärken- (Bifokal-), Dreistärken- (Trifokal-) und Gleitsicht- (Multifokal-) Gläsern. Der obere Teil des Glases ist dann in der Regel für die Fernsicht ausgelegt, der untere Teil für das Sehen im Nahbereich. Entsprechend den individuellen Anforderungen sind auch andere Varianten denkbar. 

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Mehrstärkenlinsen

Mehrstärkenlinsen, auch Gleitsichtkontaktlinsen oder Multifokallinsen genannt, dienen der Fehlsichtigkeitskorrektion bei Alterssichtigkeit (Presbyopie). Mehrere Sehstärken sind in der Linse integriert, sodass das scharfe Sehen auf fast alle Distanzen gewährleistet ist. Die Eingewöhnungszeit dauert in der Regel länger als bei herkömmlichen Kontaktlinsen. 

Bei Mehrstärkenlinsen gibt es sehr viele verschiedene Typen, die unterschiedliche Vor- und Nachteile haben. Die Palette reicht von formstabilen Linsen bis hin zu Eintages-Austausch-Kontaktlinsen. Auch hier gilt: an einer gründlichen Beratung führt kein Weg vorbei. 

Siehe auch Mehrstärkenbrille.

Mineralisches Glas

Glas ist nicht gleich Glas. Das mineralische Glas, das für Brillen verwendet wird, ist von viel besserer Qualität als das ebenfalls "echte“ Glas, das man in Fensterrahmen findet. Durch ein spezielles Schmelzverfahren von Quarzsand, Soda, Kalk und weiteren Zusatzstoffen werden bei hohen Temperaturen sehr viele  optisch hochwertige Brillenglasmaterialien erzeugt. Obwohl sich die allermeisten Brillenträger heute für organische, also Kunststoff-Gläser entscheiden, haben auch mineralische Gläser ihre Vorzüge: Sie ermöglichen höhere Brechzahlen und damit die Herstellung dünnerer Gläser. Zudem verkratzen sie nicht so leicht.

Monatslinsen

Monatslinsen sind Kontaktlinsen zum Austauschen. Nach spätestens 30 Tagen werden die Linsen entsorgt und durch ein neues Paar ersetzt. Monatslinsen sind weiche Kontaktlinsen und haben daher den Vorteil, dass sie besonders gut auf der Augenoberfläche sitzen. Ein Herausfallen ist beinahe unmöglich. Nur beim Baden und beim Duschen muss man aufpassen, dass sie nicht herausgespült werden. Und wenn’s doch passiert, ist das kein Grund zur Panik, denn Monatslinsen werden in der Regel nicht einzeln, sondern im Paket verkauft.

Monokularsehen

Das monokulare Sehen ist das Sehen mit nur einem Auge und wie wir wissen, ist der Einäugige vielleicht nicht zu beneiden, aber wenigstens der König unter dem Blinden. Der Gedanke, der dahintersteht: Jedes Auge kann für sich durchaus voll funktionsfähig sein. Jedoch entsteht im Gehirn ein Wahrnehmungsbild geringerer Qualität und mit weniger Informationsgehalt als bei der Wahrnehmung mit beiden Augen.

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Motivlinsen

Dass Kontaktlinsen heute weitaus mehr sind als "nur" eine dezente Sehhilfe, beweisen farbige Kontaktlinsen, die seit einigen Jahren im Trend liegen: Die natürliche Augenfarbe kann betont, verdeckt oder völlig verändert werden, gleichzeitig wird die jeweilige Fehlsichtigkeit korrigiert, sofern überhaupt eine vorliegt. Denn farbige Linsen können auch von Normalsehenden getragen werden. 

Genauso angesagt, besonders bei Jugendlichen, sind Motivlinsen, die einen spektakulären Schritt weiter gehen. Hier werden dem natürlichen Auge nicht nur andere Farben, sondern auch Muster oder sogar Bildmotive verpasst. Damit lassen sich allerlei verrückte Effekte erzielen, weshalb diese Linsen auch "Crazy Lenses" oder "Funlinsen" heißen.

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Multifokallinsen

Immer noch glauben viele Menschen, Kontaktlinsen könnten bei Alterssichtigkeit nicht helfen. Das ist ein Ammenmärchen. Das Gegenteil ist wahr. Multifokallinsen etwa sind eine wunderbare Alternative zur Lesebrille. Sie vereinen mehrere Dioptrienstärken in sich und ermöglichen scharfes Sehen in unterschiedliche Distanzen. Selbst komplizierte Formen von Fehlsichtigkeit können auf diese Weise korrigiert werden. Dafür gibt es eine Vielzahl verschiedener Linsentypen, aus denen der Spezialist die jeweils am besten geeignete auswählt.

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Myopie

N

Nachbenetzungstropfen

Für Nachbenetzungstropfen gibt es eine charmante Umschreibung: "künstliche Tränen“. Die chemisch hergestellte Flüssigkeit, meist auf Kochsalzbasis, wird direkt ins Auge getropft und sorgt immer dann für Erfrischung und feuchte Linderung, wenn trockene Augen plagen.

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Nachtblindheit

Für die vielen Pendler auf Deutschlands Straßen ist das täglich eine Herausforderung: in der Dämmerung mit dem Auto nach Haus fahren und dabei entspannt bleiben. Das Problem: die Augen kapitulieren vor der Dunkelheit. Der Volksmund nennt das Nachtblindheit (Hemeralopie), obwohl der Begriff streng genommen falsch ist, besser wäre es, von "Nachtsehschwäche" zu sprechen, da ja noch gesehen wird, wenngleich auch unzureichend.

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Nachtlinsen

Netzhaut

"Bulbus oculi“ heißt unser Augapfel in der Fachsprache. "Bulbus oculi“ ist ein kugelförmiger, mit Flüssigkeit gefüllter Hohlkörper, dessen Wand von allerlei Häuten umgeben ist: der Lederhaut, der Aderhaut und eben der Netzhaut. Die Netzhaut – lateinisch: retina - ist die wichtigste. Ihr lichtempfindliches Nervengewebe ist höchstens 0,5 Millimeter dick. 

Die Netzhaut hat sehr komplexe Funktionen. ihr verdanken wir vor allem, dass wir umfassend gut sehen können. Die äußere Schicht der Netzhaut absorpiert das Licht, die Sinneszellen wandeln die elektromagnetischen Lichtwellen in Nervenimpulse um und leiten sie an den Sehnerv weiter. Von dort gelangen die Reize über das Zwischenhirn in das Sehzentrum des Großhirns. Dort erst entstehen aus den Signalen der Sehnerven Bilder. 

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Night & Day-Kontaktlinsen

Nylorbrille

Die Nylorfassung ist eine besonders elegante Möglichkeit, die Gläser in einer Brille zu befestigen. In die Gläser wird eine Nut eingefräst, durch die ein Kunststofffaden verläuft, der in der Fassung verankert wird und die Gläser hält. In der Regel wird der Faden im unteren Bereich der Fassung eingesetzt. Nur bei Lesebrillen ist es in der Regel umgekehrt. 

Für eine Nylorfassung entscheiden sich viele Fehlsichtige deshalb, weil diese Brillenform besonders leicht ist und viel dezenter wirkt als eine Vollrandbrille. Während früher ängstliche Skeptiker mutmaßten, Nylorfassungen seien zu instabil, hat die Praxis ganz anderes gezeigt: Der Faden aus Kunststoff ist reißfest und extrem stabil und deshalb bestens geeignet, um die Brillengläser auch auf lange Sicht zu halten. Und sollte der Faden nach Jahren einmal nachgezogen werden, kann das der Augenoptiker schnell erledigen.

O

Ophthalmologe

Ophthalmologe ist der Fachbegriff für den Augenarzt.

Optiker

Wenn vom Optiker die Rede ist, ist in der Regel der Augenoptiker gemeint.

Optometrist

Unter der Berufsbezeichnung Optometrist versteht man im Allgemeinen Augenoptiker. Sie sind jedoch besonders gut ausgebildet.
Der Begriff Optometrie kommt aus dem Griechischen, ist zusammengesetzt aus „optiko“ (zum Sehen gehörig) und „metron“ (Zählung, Messung). Er bezeichnet die Lehre der Messungen und Bewertungen von Sehfunktionen. Beschrieben wird damit ein Tätigkeitsfeld, das sich sowohl mit der Korrektur von Fehlsichtigkeiten beschäftigt als auch mit der Gesundheit und der Funktionsfähigkeit des Auges und des visuellen Systems. Die Optometrie umfasst die physikalische, physiologische und biologische Optik sowie die Bildverarbeitung im Gehirn sowie die Gesundheit der Augen.

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Organisches Glas

Die Zeiten, in denen Brillengläser mit hoher Dioptrienzahl dick und hässlich waren und ihre Träger deshalb Unhöflichkeiten zu hören bekamen ("Brillenschlange!“, "Eulengesicht!“), sind endgültig vorbei. Brillengläser heute sind dünner, leichter und sogar robuster als früher. Fehlsichtige können zwischen mineralischen Gläsern und organischen Gläsern wählen. Organische Gläser bestehen aus modernen Hochleistungs-Kunststoffen. Sie lösten auf dem Brillenmarkt eine kleine Revolution aus. Mittlerweile entscheiden sich gut 90 Prozent der Brillenträger dafür. Die Vorteile sind schon nach kurzer Tragezeit zu spüren: Organische Gläser sind leichter, elastischer und bruchsicherer als mineralische Gläser. Wegen des geringeren Gewichtes ermöglichen die Kunststoffgläser auch äußerst filigrane Fassungen.

Orthokeratologische Linsen (Ortho-K-Linsen)

Orthokeratologische Linsen werden hauptsächlich eingesetzt, um eine Kurzsichtigkeit (Myopie) zu korrigieren. 

Verblüffend ist die Wirkungsweise: Ortho-K-Linsen sind individuell gefertigte formstabile Linsen. Sie werden nur in der Nacht getragen, weshalb sie umgangssprachlich auch "Nachtlinsen" heißen. Buchstäblich im Schlaf formen sie die Augenhornhaut sanft um, sodass ihr Träger tagsüber wieder scharf sehen kann - ganz ohne Brille oder Kontaktlinse. Der Effekt hält bis zum Abend an. Nachts wird dann die Linse wieder eingesetzt. Geschieht dies nicht, nimmt die Hornhaut in wenigen Tagen wieder ihre alte Form an. Bei einer Kurzsichtigkeit bis maximal fünf Dioptrien sind Ortho-K-Linsen ebenso geeignet wie bei einer leichten Hornhautverkrümmung.

Orthoptik

Der Begriff Orthoptik stammt aus dem Griechischen und bedeutet Geradesehen. Er leitet sich ab von „ortho(s)“ – deutsch: gerade, aufrecht, richtig – und „opsis“ – deutsch: sehen.

Die Orthoptik beschäftigt sich mit der Vorbeugung, der Diagnose und der Behandlung von Sehschwächen, Schielerkrankungen, Augenbewegungsstörungen, Augenzittern und Sehentwicklungsstörungen. In diesem Bereich der Augenheilkunde arbeiten Orthoptistinnen und Orthoptisten. Die medizinischen Fachkräfte verfügen über spezielles Wissen auf den Gebieten Augenbewegungen und visuelle Verarbeitung. 

Mehr

Orthoptist

Siehe Orthoptik.

Orthoptisten

Siehe Orthoptik

P

Peroxid-Systeme

Siehe Orthoptik.

Pflegemittel

Mit der Brille ist es ähnlich wie mit Fensterscheiben. Scheinbar ein Kinderspiel, sie sauber zu kriegen, stellt man oft genug erst beim Wischen fest, dass es so einfach dann doch nicht ist - die Tücke steckt im Detail.

Immer richtig ist der Griff zum trockenen Brillenputztuch aus Mikrofaser, wie man es beim Brillenkauf in der Regel dazu bekommt. Das weiche Tuch entfernt leichte Verschmutzungen, Staub und Fingerabdrücke zuverlässig, ohne die Gläser zu zerkratzen. Bei stärkerer Verschmutzung sollte man zu einer feuchten Reinigung übergehen. Hier gibt es spezielle Sprays zur Brillenreinigung. Aber auch eine Reinigung mit lauwarmem Wasser führt zu passablen Ergebnissen. Um Fettspuren besser zu entfernen, ist es sinnvoll, einen Tropfen Spülmittel oder milde Seife beizumengen. Nach der feuchten Reinigung werden die Brillengläser mit einem fusselfreien Tuch trocken gerieben. Saubere Geschirrhandtücher sind durchaus geeignet, T-Shirts, Pullover und ähnliche Textilien hingegen weniger. Sie sind rauer und können das Brillenglas zerkratzen. In jedem Fall sollte man Brillen von aggressiven Reinigern und ähnlichen Putzmitteln fernhalten. Kontaktlinsen benötigen eine etwas aufwendigere Pflege (Kontaktlinsenpflege).

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Phototrope Gläser

Phototrope Brillengläser haben etwas von einem Chamäleon. Sie passen sich veränderten Lichtverhältnissen automatisch an und bieten auf diese Weise für die unterschiedlichsten Situationen einen jeweils willkommenen Blendschutz. Bei grellem Licht dunkeln die Gläser schnell ein, sodass man nicht mehr so geblendet wird. Nimmt die Intensität des Umgebungslichts wieder ab, werden die Gläser langsam heller. Dieser Vorgang ist auch von der Temperatur abhängig und kann bis zu 30 Sekunden dauern. Der Vorteil für die Augen: sie können sich immer bestens an die jeweils herrschenden Lichtverhältnisse gewöhnen.

Phototrope Gläser gibt es aus mineralischem Glas oder organischem Glas und mit verschiedenen Tönungen. Sie schützen bei jeder Helligkeit zuverlässig vor UV-Strahlung. Besonders gut ist der UV-Schutz, wenn die Gläser so stark durchgebogen sind, dass auch seitlich neben der Brille kein UV-Licht ins Augen fallen kann.

Polarisierende Gläser

Polarisierende Gläser sind eine ziemlich trickreiche Erfindung. Sie vermindern Lichtreflexe von spiegelnden Oberflächen wie zum Beispiel Wasserpfützen oder nassen Straßen und funktionieren dabei nach einem raffinierten physikalischen Prinzip. Reflexionen entstehen ja immer dann, wenn Lichtwellen an spiegelnden Oberflächen abgelenkt werden. Nach der Reflexion schwingen die Lichtwellen anders als das Tageslicht, nämlich fast nur noch in einer Richtung. Polarisierende Gläser haben einen Filter eingebaut, der die Lichtwellen mit dieser Schwingungsrichtung nicht durchlässt. Dadurch werden die störenden Reflexionen deutlich vermindert, die Augen sehen besser und kontrastreicher. Polarisierende Gläser sind besonders bei Wassersportlern beliebt. Aber auch Autofahrer, die nach einem Regenguss die Kurven nach Hause sicher nehmen wollen, greifen nach diesen "intelligenten“ Gläsern.

Polycarbonat

Vor einigen Jahren wurde Dr. Hermann Schnell in die "Plastics Hall of Fame“ aufgenommen, das ist eine der höchsten Auszeichnungen, die in der Kunststoffindustrie vergeben werden. Dr. Schnell hat die Lorbeeren verdient. 1953 erfand der Chemiker das erste Polycarbonat. Einen Hightech-Kunststoff, der leicht ist, bruchfest und splitterfrei. Kurzum: das ideale Material für Brillen. Und so kam es dann auch. Vor allem für stark fehlsichtige Menschen sind Brillengläser aus Polycarbonat eine gute Option. Denn diese Gläser können selbst bei höchsten Dioptrienwerten mit geringem Gewicht hergestellt werden als Gläser aus anderen Materialien und tragen sich deshalb besonders bequem. 

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Presbyopie

Probelinsen

Noch nie waren Verträglichkeit und Tragekomfort von Kontaktlinsen so gut wie heute. Kaum zu glauben, aber wahr: neun von zehn Menschen vertragen Kontaktlinsen ohne Probleme. Trotzdem kann es natürlich sein, dass Fehlsichtige mit Kontaktlinsen einfach nicht zurechtkommen, weil sie das Gefühl, einen Fremdkörper im Auge zu haben,  nicht los werden oder vielleicht auch, weil sie noch nicht die passende Linse gefunden haben. Tatsächlich ist die Auswahl an Linsen heute immens groß. Unter Umständen dauert es also etwas, bis man die richtige gefunden hat. Beim Augenoptiker bekommt man daher zunächst Probelinsen, die man einige Tage testweise trägt. Anschließend überprüft der Fachmann, ob Linsen und Auge "sich gut vertragen". Unter Umständen werden mehrere Probedurchgänge mit verschiedenen Linsen nötig, bis die perfekten gefunden sind. 

Proteine

Viele Menschen denken bei Proteinen sofort an Bodybuilder, Krafttraining und starke Muskeln. Doch für den menschlichen Organismus leisten Eiweißmoleküle - denn das sind die Proteine - weitaus mehr als den Muskelaufbau. Jede Zelle des menschlichen Körpers besteht aus einem Proteingerüst. Proteine bestimmen Form und Struktur der Zellen und steuern auf vielfältige und differenzierte Weise fast alle Lebensprozesse. Ihnen haben wir es zu verdanken, dass ausreichend Fette durch unser Blut transportiert werden, was wiederum wichtig ist, damit unsere Abwehrkräfte stabil bleiben. Auch der Tränenfilm der Augen enthält Eiweißmoleküle. Beim Tragen von Kontaktlinsen kann es deshalb zu Proteinrückständen auf der Linse kommen, die mit einem  speziellen Reinigungsmittel entfernt werden müssen (Proteinentfernung), um das Auge nicht zu schädigen.

Proteinentfernung

Proteine, also Eiweißmoleküle, kommen in allen lebenden Geweben vor, auch der Tränenfilm ist voll davon. Sie lagern sich an den Kontaktlinsen an und werden bei der täglichen Reinigung automatisch entfernt, jedoch nicht immer vollständig. Einige Proteine sind besonders hartnäckig, verändern innerhalb von Stunden ihre Struktur und verbinden sich dabei recht fest mit der Linsenoberfläche. Wird dieser "Biofilm“ nicht regelmäßig beseitigt, kann er zum Nährboden für Keime werden und allergische Reaktionen hervorrufen. Zudem behindern Proteine die Sauerstoffdurchlässigkeit, die für ein angenehmes und gesundes Linsentragen ausschlagegebend ist. 

Um Proteine vollständig von den Linsen zu bekommen, empfiehlt sich eine wöchentliche Proteinentfernung. Eine solche enzymatische Reinigung ist schnell vollzogen.

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Pupillendistanz

Die Pupillendistanz – kurz PD genannt – bezeichnet den Abstand zwischen den Mittelpunkten der beiden Pupillen.  Doch der Mensch ist nicht symmetrisch. Der jeweilige Abstand der beiden Pupillen zur Mitte des Nasenrückens kann variieren, sodass es sinnvoll ist, immer auch die Einzelwerte zu messen. Sie liegen zwischen 25 und 40mm. 

Beim Einschleifen der Gläser in die Brillenfassung sind die PD-Maße von besonderer Bedeutung. Nur so ist es möglich, Brillen herzustellen, die optimales Sehen ohne Nebenwirkungen wie Kopfweh oder schnelles Ermüden ermöglichen. Auch bei ästhetischen Fragen ist die Pupillendistanz relevant. Bei einem engen Augenabstand sind Brillenformen zu empfehlen, die eine markante Backen-Bügelstellung und einen engen Nasensteg haben. Bei einem weiten Augenabstand hingegen sollte man sich für Fassungen entscheiden, die den Nasenbereich betonen, etwa durch ein Aufsteckteil oder einen dunklen Nasensteg.

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R

Radius

Radius ist ein Maß für die Krümmung einer Fläche, z. B. für die Wölbung des Auges oder für die Rückfläche einer Kontaktlinse. Den Rückflächenradius einer Kontaktlinsen nennt man synonym auch die Basiskurve. Bei der Kontaktlinsenanpassung ist eine exakte Messung der Radien des Auges sehr wichtig, um die Basiskurve richtig auszuwählen. Meist sind die Basiskurven einer richtig angepassten Kontaktlinse deutlich flacher als die Radien des Auges.

Refraktion

Das Wort klingt vielleicht nicht zufällig so, als würde man eine Nuss knacken. Refraktion ist in der Optik die Bezeichnung für die Brechung (Ablenkung) eines Lichtstrahls. Notiert der Augenoptiker eine Refraktion mit einem Wert von Null, darf sich der Kunde freuen: er hat keine Fehlsichtigkeit. Emmetropie nennt sich dieser Idealfall von Normalsichtigkeit. 

Wenn eine Kurzsichtigkeit vorliegt, ist der Refraktionswert negativ. Bei einer Weitsichtigkeit ist er hingegen im Plusbereich.

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Reinigung

Behutsamer Umgang und sorgfältige Pflege garantieren klare Sicht und eine lange Lebensdauer, das gilt für Brillen, aber auch für Kontaktlinsen. Konkret heißt das: Keine Sehhilfe ohne tägliches Reinigungsprogramm. Was sich so aufwändig anhört, ist es im Alltag jedoch nicht. Der regelmäßige Griff zum Brillenputztuch ist eine Kleinigkeit, aber auch die täglich notwendige Reinigung der Kontaktlinsen wird für die Träger schnell zur Routine – auch wenn die Pflege der kleinen unsichtbaren Sehhilfen einen Tick mehr Mühe bereitet.

Siehe auch Kontaktlinsenpflege und Pflegemittel.

S

Schneeblindheit

Schnee hat eine faszinierende, wenngleich nicht ganz ungefährliche Wirkung. Er verstärkt die Reflexion des Sonnenlichts um ein Vielfaches. Dadurch  wird man besonders stark geblendet, und auch die Intensität der UV-Strahlung nimmt zu. Genau das kann für unsere Augen gefährlich werden, obwohl sie durchaus in der Lage sind, einen Teil der Strahlen zu absorbieren. Ab einer gewissen Stärke jedoch ist das nicht mehr möglich. Es kommt zu einem "Sonnenbrand“ an den Augen. 

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Sehtest

Über das Sehen erschließen wir uns die Welt. Dass wir dabei etwa 1000 Farbtöne aus dem Spektrum des sichtbaren Lichts unterscheiden können, ist nur ein Beispiel dafür, wie komplex der Vorgang des Sehens ist. Denn neben der Wahrnehmung von Farben leisten unsere Augen noch vieles andere mehr: Sehen im Nahbereich, Sehen im Raum, Sehen in der Dämmerung... Um herauszufinden, wie es um das individuelle Sehvermögen eines Menschen bestellt ist, gibt es eine Vielzahl von Sehtests, die zum Teil sehr spezialisiert sind. Jeder Autofahrer hat etwa einen Führerscheinsehtest absolviert. Brillen- oder Kontaktlinsenträger wiederum mussten ungemein differenzierte Sehtests beim Augenoptiker oder Augenarzt durchlaufen, damit die passende Sehhilfe für ihre Fehlsichtigkeit ermittelt werden konnte. 

Regelmäßige Sehtests geben Sicherheit, wie es um die Leistung der Augen bestellt ist. Ab dem 40. Lebensjahr sollten die Augen alle 2 Jahre auf den Prüfstand. So wie wir älter werden, altern eben auch unsere Augen. Die Sehfähigkeit lässt nach, oft genug schleichend und nicht immer gleich bemerkt. 

Selbsttönende Gläser

Sicca-Syndrom

Der schwedische Augenarzt Henrik Sjögren beschrieb in den 1950er Jahren als erster das Krankheitsbild der "trockenen Augen", lateinisch auch "Sicca-Syndrom" genannt – "sicca“ bedeutet trocken. „Syndrom“ heißt, dass es sich dabei um eine Gruppe von gleichartigen Beschwerden handelt, die nicht unbedingt eine gemeinsame Ursache haben. Man nennt das „multifaktoriell“ begründet. Das Sicca-Syndrom ist die die am weitesten verbreitete Augenerkrankung.

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Silikon-Hydrogellinsen

Wie gut Kontaktlinsen vertragen werden, hängt wesentlich davon ab, wie viel Sauerstoff das Material durchlässt (Sauerstoffdurchlässigkeit). Seit einigen Jahren sind weiche Kontaktlinsen erhältlich, die den Sauerstoff nicht nur durch das in ihnen enthaltene Wasser transportieren, sondern zusätzlich durch das Material. Möglich wird das durch den Anteil an Silikonkautschuk, der Sauerstoff direkt weiterleiten kann, als Ergänzung zum konventionellen Kunststoff. 

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Stabsichtigkeit

Stabsichtigkeit ist ein Synonym für Hornhautverkrümmung oder Astigmatismus. Der Name macht besonders anschaulich, um welche Problematik es hier geht. Durch die Verkrümmung der Hornhaut verzerrt sich der visuelle Eindruck für den Betroffenen. Der Effekt: Punkte werden als Linien, runde Objekte als stabförmig und Kreise als Ellipsen wahrgenommen.

Strabismus

Strabos kommt aus dem Altgriechischen und bedeutet: "Schieler“. Hinter dem Fachbegriff Strabismus verbirgt sich das umgangssprachliche Schielen. Gemeint ist eine Fehlstellung der Augen zueinander, mit der Folge, dass beide Augen nicht in die gleiche Richtung sehen. 

Als Zeichen himmlischer Entrücktheit findet man schielende Statuen an mittelalterlichen Altären. In der Hochkultur der Maja galt Schielen sogar als Schönheitsideal. Nicht zu glauben, aber wahr: Adelige hängten ihren Kleinkindern ein Pechkügelchen so in die Haare, dass es zwischen den Augenbrauen hin und her pendelte. So sollten die armen Kleinen schielen lernen, was damals als anmutig galt.

Geschätzte vier Prozent der Bevölkerung schielen. Nicht selten ist das mit einer starken Sehbehinderung verbunden.

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Superentspiegelung

Brillen mit Entspiegelung verringern störende Lichtreflexe und sorgen für ein angenehmeres Sehen ohne störende Spiegelbilder. Möglich wird das durch eine spezielle, mitunter auch sehr aufwändige Beschichtung. Hersteller bieten entspiegelte Gläser verschiedener Leistungsstärken an. Unterschieden wird zwischen Einfach-, Mehrfach- und Superentspiegelung. Einfachspiegelungen reduzieren Lichtreflexionen bis zu 50, Superentspiegelungen sogar bis zu 90 Prozent. Eingebürgert haben sich die Abkürzungen ET für Entspiegelung und SET für Superentspiegelung.

Entspiegelungen sorgen auch dafür, dass von der Brillenrückseite kein Licht ins Auge gespiegelt wird. Das trägt entscheidend zu einem wirksamen UV-Schutz für die Augen bei.

T

Tag- und Nachtlinsen

Früher war das fast eine Faustregel: Kontaktlinsen unter keinen Umständen über Nacht tragen, sondern vor dem Schlafengehen herausnehmen, reinigen, in die passende Aufbewahrungsflüssigkeit legen und erst am Morgen wieder einsetzen. Tempi passati! Heute gibt es Alternativen. Längst bieten Hersteller Tag- und Nachtlinsen an, die bis zu 30 Tage ohne Unterbrechung getragen werden können. Dank eines speziellen Materials, dem Silikonhydrogel, wird eine sehr hohe Sauerstoffdurchlässigkeit erreicht, ohne dass das Auge aufgrund des Wassergehalts der Linse austrocknet. Doch Vorsicht: Nicht für jeden Kontaktlinsenträger sind diese speziellen Linsen geeignet. Deshalb sollte die Entscheidung dafür immer in Absprache mit dem Augenoptiker erfolgen, der die Linsen auch anpasst und Augen und Linsen regelmäßig kontrolliert.

Tageskontaktlinsen

Torische Brillengläser

Torische Brillengläser wurden speziell dafür entwickelt, Fehlsichtigkeiten auszugleichen, die mit einer Hornhautverkrümmung (Astigmatismus) verbunden sind. Hier ist die Brechkraft des Auges nicht rundum gleich, sondern zum Beispiel waagerecht anders als senkrecht. Es gibt dann keinen Punkt mehr im Auge, in dem alle Lichtstrahlen zusammentreffen. Die Lichtstrahlen sammeln sich z.B. in der senkrechten Ebene, in der entgegengesetzten waagerechten Ebene aber nicht, so dass einzelne Kanten des Bildes scharf, andere jedoch unscharf erscheinen. Dieser Brechungsfehler kann durch torische Brillengläser oder auch torische Kontaktlinsen korrigiert werden. Die Lichtstrahlen werden hier in einer Ebene stärker gebrochen als in der entgegengesetzten.

Torische Kontaktlinsen

Eine Fehlsichtigkeit, die von einer Hornhautverkrümmung (Astigmatismus) herrührt, wird in der Regel mit torischen Brillengläsern oder torischen Kontaktlinsen korrigiert. Sehr aufwändig in der Herstellung und in der Lagerhaltung sind diese Kontaktlinsen z.T. teurer als herkömmliche sphärische. Die Hornhautverkrümmung wird dabei durch zylindrische Parameter ausgeglichen. Die Linsen müssen relativ genau auf die Form und den Astigmatismus des Auges abgestimmt sein. Werden torische Kontaktlinsen ins Auge gesetzt, drehen sie sich automatisch so, dass der Korrektions-Zylinder stabil und richtig auf dem Auge sitzt. 

Tragedauer

Einmal täglich 2 Stück, ohne Nebenwirkungen – das Tragen von Kontaktlinsen war noch nie so unkompliziert wie heute. Die Vielfalt an unterschiedlichen Fabrikaten und Typen ermöglicht eine Wahl nach individuellen Bedürfnissen. Je nach Linsenmaterial und Beschaffenheit des Auges, kann die empfohlene Tragedauer variieren. Im Idealfall ist eine Tragezeit von bis zu 16 Stunden (und mehr) täglich möglich. Wie lange die Linsen maximal auf dem Auge bleiben sollten, wird bei der Anpassung besprochen. 

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Trockene Augen

Wird die Bindehaut unzureichend mit Tränenflüssigkeit versorgt, reagiert sie gereizt. Die Augen werden trocken, fangen an zu brennen oder zu jucken, man bekommt das Gefühl, einen Fremdkörper im Auge zu haben.

Trockene Augen kommen nicht von ungefähr, meistens wurden sie zu lange oder zu einseitig beansprucht. Das ist bei stundenlanger Arbeit am Computer häufig der Fall. Auch klimatisierte oder stark verrauchte Räume sind belastende Faktoren. Vor allem Kontaktlinsenträger sind gut beraten, zur Vorbeugung gegen trockene Augen immer ein Fläschchen mit künstlicher Tränenflüssigkeit dabei zu haben (siehe auch Benetzung). Darüber hinaus ist die Aufnahme von möglichst viel Flüssigkeit, mindestens zwei Liter Wasser pro Tag, eine gute Präventivmaßnahme. Wer permanent an trockenen Augen leidet, sollte unbedingt einen Augenarzt oder seinen Kontaktlinsenspezialisten aufsuchen. Denn es könnte sich dabei auch um ein ernsthaftes Krankheitsbild handeln. Siehe auch Sicca-Syndrom.

U

Unverträglichkeit

Ob Brille auf der Nase oder unsichtbare kleine Linsen auf den Augen: Wer sich für besseres Sehen entscheidet, hat in der Regel die Qual der Wahl. Doch mit der Entscheidung Brille oder Kontaktlinse ist es selten getan. Einstärkenglas oder Mehrstärkenbrille? Organiscches Glas oder mineralisches Glas? Wie wäre es mit Gleitsicht und aus welchen Materialien sollen die Bügel sein? Und bei Kontaktlinsen: Formstabile Linsen oder weiche Linsen? Monatslinsen oder Jahreslinsen? Oder vielleicht doch lieber Eintageslinsen?

Selten ist ein Fehlsichtiger für alle Lösungen gleich gut geeignet. Neun von zehn Menschen vertragen Kontaktlinsen ohne Probleme, aber rein statistisch bleibt dann noch einer, der in diesem Fall auf die Brille zurückgreifen wird. Auch kann es sein, dass ein Kontaktlinsenträger nur weiche Linsen gut tragen kann, aber keine formstabilen– oder umgekehrt. Wer Allergien hat, muss möglicherweise Materialunverträglichkeiten berücksichtigen. Nickel etwa ist Bestandteil der meisten Brillenfassungen aus Metall, der Anteil kann bis zu 50 Prozent ausmachen. Gegen Nickel aber sind rund 15 Prozent der Bevölkerung allergisch.

All diese Faktoren werden bei der Brillen- bzw. Kontaktlinsenanpassung im Rahmen eines ausführlichen Beratungsgesprächs abgewogen, um eine optimale Sehversorgung zu ermöglichen.

UV-Schutz

Sonnenbrillen schützen die Augen, vorausgesetzt es wird bei der Auswahl nicht nur auf das modische Erscheinungsbild geachtet. Empfehlenswert ist etwa ein Breitband-UV-400-Schutz, der alle gefährlichen Wellen im ultravioletten Bereich filtert. Eine Entspiegelung der Sonnenbrille schützt u.a. davor, dass UV-Licht von der Gläserrückfläche ins Auge gespiegelt wird. Auch das CE-Siegel ist ein seriöser Anhaltspunkt für ein Mindestmaß an Qualität und Sicherheit. 

Das Augeninnere lässt sich am sichersten durch weiche Kontaktlinsen mit UV-Absorbern schützen. Nicht alle Linsentypen haben das, man sollte sich also auf jeden Fall vom Spezialisten beraten lassen. Da neben den Kontaktlinsen aber ein großer Teil der Bindehaut nicht geschützt ist, ist trotzdem eine gute Sonnenbrille Pflicht. Besonders im Urlaub kann der UV-Schutz wichtig werden. Am Meer oder in den Bergen, ganz besonders bei Tiefschnee kann die UV-Strahlung noch um ein Vielfaches größer sein als gewöhnlich. 

Sonnenbrillen schützen die Augen, vorausgesetzt es wird bei der Auswahl nicht nur auf das modische Erscheinungsbild geachtet.

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V

Visus

Redet man in der Augenoptik vom "Visus“, dann ist damit die Sehschärfe gemeint. Damit wird gekennzeichnet, wie klein die kleinsten Buchstaben sind, die der Kunde gerade noch erkennen kann. Der Visus wird anhand von Sehprobentafeln ermittelt, auf denen Zahlen, Buchstaben oder international standardisierte Sehzeichen zu lesen sind.

W

Wasserstoffperoxid-Systeme

Zwei Millionen Tonnen Wasserstoffperoxid (H2O2) werden Jahr für Jahr produziert. In hochkonzentrierter Form lässt sich die Flüssigverbindung aus Wasserstoff und Sauerstoff als Treibstoff für Raketen verwenden, doch normalerweise dient Wasserstoffperoxid in verdünnter Form als Bleich- und Desinfektionsmittel. Besonders zur Reinigung von Kontaktlinsen haben sich Peroxidsysteme gut bewährt. Hier sind sie bis auf drei Prozent H2O2 verdünnt. Die Vorteile: die desinfizierende Wirkung ist weitaus größer als bei anderen Pflegemitteln. Zudem gibt es Systeme auf dem Markt, die keine weiteren Konservierungsstoffe enthalten.

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Weiche Kontaktlinsen

Weiche Kontaktlinsen, die meist zu mehr als 50 Prozent aus Wasser bestehen, passen sich der Form der Hornhaut flexibel an. Mit einem Durchmesser von etwa 14 Millimetern (von 12 bis zu 16mm ist alles möglich) ragen weiche Kontaktlinsen unter den Lidrand und sind so fest verankert. Für Fehlsichtige, die zum ersten Mal nach Kontaktlinsen greifen, sind sie ein guter Einstieg, da sie allgemein gut verträglich sind und sich auch angenehm anfühlen. 

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Weitsichtigkeit

Bei Weitsichtigkeit ist die Sicht in die Ferne gut, die Nahsicht jedoch unscharf, sodass weitsichtige Menschen hauptsächlich beim Lesen Probleme bekommen. Aus der Ferne eintreffende Lichtstrahlen werden nicht zu einem "Punktbild“ auf der Netzhaut vereint sondern erst dahinter. Als Folge davon müssen weitsichtige Menschen die Naheinstellfähigkeit ihres Auges ständig anstrengen. 

Die Ursachen für eine Weitsichtigkeit können unterschiedlich sein: Der Augapfel ist zu kurz oder die Brechkraft von Linse und Hornhaut zu schwach. Weitsichtigkeit ist meistens angeboren - fast alle Babys kommen weitsichtig auf die Welt. Bei den meisten gleicht sich das aber durch das Augenwachstum in den ersten Lebensjahren wieder aus.

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Wochenlinsen

Um ein naheliegendes Missverständnis sofort aus dem Weg zu räumen: Sich für die gut verträglichen Wochenlinsen zu entscheiden, heißt nicht, dass dieser Typus Kontaktlinse eine oder mehrere Wochen lang ununterbrochen – also Tag und Nacht – im Auge bleiben darf. Wochenlinsen müssen, genau wie Monatslinsen, abends aus den Augen genommen, gereinigt und desinfiziert werden. Am Tag darauf werden sie wieder eingesetzt. Einzige Ausnahme sind Wochenlinsen für verlängertes Tragen ("vT“), die tatsächlich sieben Tage und sechs Nächte ununterbrochen im Auge bleiben dürfen.

Linsen, die nach mehreren Wochen Tragezeit gegen neue ausgetauscht werden, eignen sich vor allem auch für Träger, deren Linsen aufgrund der Zusammensetzung der körpereigenen Tränenflüssigkeit besonders schnell verschmutzen.

Z

Zylinder

Bestimmen Augenoptiker das Brillenglas, so zeigt sich bei der Messung, dass bei etwa zwei Dritteln der Kunden keine rein sphärische Refraktion sondern eine Hornhautverkrümmung (auch Astigmatismus genannt) vorliegt. Die Refraktion enthält dann neben der Sphäre auch einen Zylinder. Für den Zylinder sind besonders zwei Messgrößen ausschlaggebend: die Zylinderstärke und der Achsenwert (Achse) . 

Natürlich werden dabei beide Augen unabhängig voneinander untersucht, schließlich gleicht kein Auge dem anderen. Zur Ermittlung des Zylinders muss die maximale und die minimale Brechkraft des Auges gemessen werden. Die Differenz ergibt die Zylinderstärke.